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Rostock Versicherung schafft 200 neue Jobs in Rostock
Mecklenburg Rostock Versicherung schafft 200 neue Jobs in Rostock
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11:00 26.06.2019
So sollen die Räume der neuen HDI-Servicezentrale in Rostock aussehen. Quelle: HDI next
Rostock

Der Wirtschaftsstandort Rostock boomt weiter – und wird nicht nur für die Schiffbau- oder Windkraft-Branche immer attraktiver, sondern auch für den Dienstleistungssektor. Der beste Beweis: Ein milliarden-schweres Versicherungsunternehmen baut in der Hansestadt seine Servicecenter der Zukunft auf. Bis Ende 2021 will der Hannoveraner Talanx-Konzern für seine Marke HDI an der Warnow neue Jobs schaffen. „Wir gehen von bis zu 200 neuen Arbeitsplätzen aus, die wir in Rostock aufbauen wollen“, kündigt Klaus Schröder an. Er ist Generalbevollmächtigter der HDI und Geschäftsführer der neuen Niederlassung in der Hansestadt.

Kein Call-, sondern Servicecenter

„Wir wollten in Rostock eigentlich eine Immobilie kaufen. Aber die Pläne haben sich kurzfristig zerschlagen“, so Schröder. Doch das sei kein Problem: „HDI next“, so der Name der neuen Versicherungstochter, hat sich stattdessen im alten Silo direkt am Stadthafen Räume gemietet. In direkter Nachbarschaft zu Aida Cruises, Arosa Flusskreuzfahrten und Centogene. „Das ist der richtige Standort, um unser Servicecenter der Zukunft aufzubauen“, sagt Schröder. Und nein: „HDI next“ in Rostock werde nicht einfach nur ein weiteres Callcenter. „Wir wollen perspektivisch einen Großteil des HDI-Privatkundengeschäfts von der Hansestadt aus betreuen.“

Auto- und Wohngebäudeversicherungen, Haftpflicht- und auch Unfallpolicen: In der Hansestadt werden die Verträge verwaltet und Änderungswünsche erfüllt. „Und dabei geht es gerade nicht nur um Telefonie“, so Schröder. Die Kunden würden heutzutage auf allen digitalen Kanälen Kontakt zu ihren Versicherern suchen: „Per E-Mail, über Kurznachrichten, zukünftig auch via WhatsApp und über soziale Medien.“ Die gesamte Versicherungsbranche stehe unter enormem Druck: „Wir brauchen eine hohe Zufriedenheit unserer Kunden.“

Rostock setzt sich gegen Konkurrenz durch

Bereits 2017 begannen bei Talanx die Planungen für das neue Servicecenter. „Wir wollen nicht nur für die Kunden, sondern auch für unsere Mitarbeiter innovativ sein. Und wir wollen auch, dass das Team zufrieden ist“, erklärt Schröder. Das klingt nach Manager- und PR-Sprech, ist aber ernst gemeint – und notwendig: Denn der Fachkräftemangel trifft auch die Dienstleistungsbranche. „Also haben wir mit den Versicherungsforen, dem Digital Impact Labs und der Uni Leipzig sowie in vielen, vielen Beratungsrunden erstmal überlegt, wie eine moderne Arbeitsumgebung aussehen könnte.“ HDI habe dabei auch verschiedene soziale Medien genutzt: „Wir haben Menschen gefragt, wie für sie ein Arbeitgeber und ein Arbeitsplatz aussehen müssen, damit sie dort gerne arbeiten wollen. Erst danach haben wir geguckt, wo wir dieses Konzept auch verwirklichen können.“

In der letzten Runde habe sich Rostock schließlich gegen Erfurt und Magdeburg durchgesetzt. „Rostock ist eine tolle Stadt, eine attraktive Stadt – auch um Arbeitskräfte aus anderen Regionen für uns zu gewinnen. Wir hatten eine tolle Unterstützung durch die Wirtschaftsförderung Rostock Business“, so der „HDI next“-Geschäftsführer. Und: „In Rostock gibt es noch keine andere Versicherung am Markt.“ In anderen Städten würden sich die Unternehmen mittlerweile gegenseitig das Personal abwerben. Rostock sei aber bereits ein echter „Service-Standort“: 7000 Mitarbeiter hat die Beratungs- und Servicebranche in der Stadt.

Moderne Räume und Modelle

HDI sucht nun Versicherungskaufleute, aber auch Quereinsteiger. „Die werden wir 18 Monate lang schulen und weiterbilden“, so Schröder. Dem neuen Team biete das Unternehmen moderne Büros – und jede Menge kleine Nettigkeiten rund um den Arbeitsplatz: „Es wird E-Bikes für die Mitarbeiter und eine Spiele-Zone mit Playstation geben. Für etwas Ablenkung zwischendurch.“ Mit der Straßenbahn AG wolle HDI über kostenlose Jahreskarten für den Nahverkehr sprechen, über die sogenannten Jobtickets. „Jeder Mitarbeiter bekommt von uns für daheim einen modernen Computer geschenkt. Bedingung ist, dass er den auch mal dienstlich nutzt.“

Auch was die Arbeitsbedingungen angeht, wolle „HDI next“ Neues wagen: „Es gibt keinen Schichtbetrieb. Zwei Tage die Woche können die Mitarbeiter von Zuhause arbeiten“, so Schröder. Jeder Angestellte bekomme Arbeit für 40 Stunden pro Woche „zugeteilt“: „Wer schnell fertig ist, hat entweder mehr Freizeit – oder er arbeitet noch mehr und verdient dann auch mehr. Das können die Mitarbeiter selbst entscheiden.“ Und: „Wir haben eine ,Feel good’-Managerin. Das ist eine Kollegin, die die Mitarbeiter unterstützen soll in allen Lebenslagen – insbesondere auch bei privaten Problemen. Bei der Suche nach einem Kita-Platz für ihre Kinder etwa. Wir wollen, dass die Mitarbeiter den Kopf frei haben und sich bei uns wohlfühlen.“ Der Plan gehe auf: „Wir haben sehr viele Bewerber aus Hamburg und Berlin. Menschen, die zu uns und nach Rostock wollen“, verrät Schröder.

Andreas Meyer

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