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Rostock Vertreiben erhöhte Parkgebühren Urlauber aus Warnemünde?
Mecklenburg Rostock Vertreiben erhöhte Parkgebühren Urlauber aus Warnemünde?
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14:39 01.07.2019
Volker Schnabel vermisst die Zeit, in der die Mühlenstraße belebt war. Quelle: Susanne Gidzinski
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Rostock

Nach zwölf Jahren ohne Steigerung wurden die Parkgebühren in der Hansestadt erstmals in diesem Jahr angehoben. Besonders teuer ist es seit April in Warnemünde. Wer sein Auto im Ostseebad abstellt, zahlt während der Sommersaison drei Euro pro Stunde. Für die Tageskarte werden 20 Euro fällig. Weil die Tariferhöhung immer mehr Urlauber und auch Einheimische abschreckt, schlagen Ladenbesitzer Alarm.

Mühlenstraße bleibt leer

Bereits während der Umrüstung der Parkscheinautomaten befürchteten Einwohner, dass die Tariferhöhung Urlauber fernhalten könnte. Eine Angst, die sich nun zu bewahrheiten scheint. Gewerbetreibende in der Mühlenstraße haben in den vergangenen Wochen sehnsüchtig auf die Ankunft der Feriengäste gewartet. Doch der erwartete Ansturm blieb aus. „Es ist leer. Die Autos, die hier gelegentlich stehen, gehören zu den ansässigen Läden“, meint Volker Schnabel, Inhaber der Warnemünder Trödelecke. Noch im vergangenen Jahr sei die Straße zur selben Zeit völlig zugeparkt gewesen.

Lohnt sich ein kurzer Besuch im Ostseebad noch?

Thomas Babka: „Drei Euro pro Stunde sind eine Abzocke. In vielen anderen Ortschaften zahlt man deutlich weniger fürs Parken.“ Quelle: Susanne Gidzinski

„Früher war es hier belebt. Die Leute haben angehalten, sind einkaufen gegangen und haben sich kurz in ein Kaffee gesetzt“, erinnert sich Jacqueline Hasse. Heute sehe die Situation ganz anders aus. „Es lohnt sich für viele nicht mehr her zu kommen. Wer zwei Stunden steht, zahlt fürs Parken mehr als für sein Essen“, so die Inhaberin des Modegeschäftes Jacquis weiter. Sie wohnt ganz in der Nähe ihres Ladens und weiß, wie schwierig die Parksituation im Ostseebad ohnehin schon ist. „Wenn die Familie zu Besuch kommt, muss sie viel Geld zahlen. Man überlegt schon zwei Mal, ob man sein Auto hier abstellt.“

„Drei Euro pro Stunde sind eine Abzocke. In vielen anderen Ortschaften zahlt man deutlich weniger“, beklagt sich Thomas Babka. Wenn er sich morgens auf den Weg in seinen Laden Moria-Silberschmuck macht, nutzt er überwiegend das Rad. „Auf Dauer kann sich das doch kein Mensch leisten. Einerseits wird viel für Touristen gebaut und andererseits gibt man ihnen keine kostengünstige Möglichkeit zum Parken“, stellt er fest.

Umsatzeinbußen von rund 45 Prozent

Mittlerweile mache sich die Abwesenheit der Besucher in den Einnahmen einiger Geschäfte bemerkbar, wie Schnabel bestätigt. „Der Samstag ist für uns hier der wichtigste Tag. Doch mit 54 Euro haben wir vergangene Woche einen miserablen Umsatz gemacht“, berichtet er. Normalerweise nehme er am Wochenende das Zehnfache ein. Allgemein habe er einen Verlust von fast 45 Prozent hinnehmen müssen.

Jacqueline Hasse: „Früher war es hier belebt. Die Leute haben angehalten, sind einkaufen gegangen und haben sich kurz in ein Kaffee gesetzt. Jetzt bleibt die Straße leer.“ Quelle: Susanne Gidzinski

„Natürlich liegt es auch am Wetter, dass die Einnahmen zurückgegangen sind. Allerdings haben mir schon einige Kunden gesagt, dass sie die Parkgebühren nicht mehr zahlen wollen und daher wo anders hingehen werden“, sagt Schnabel traurig. Eine Beobachtung, die auch Hasse gemacht hat. „Immer wieder sehe ich Leute wegfahren, nachdem sie einen Blick auf den Automaten geworfen haben. Für uns ist das wirklich schlecht, weil dadurch potenzielle Käufer wieder abreisen.“

Weil es ungewiss ist, ob all jene Menschen in ihrem Geschäft einkaufen würden, kann die 46-Jährige nicht einschätzen, ob sie dadurch Verluste gemacht hat. „Fakt ist aber, dass weniger Leute hereinkommen und gucken.“

Probleme mit Anlieferung von Waren

Für Schnabel bedeuten die erhöhten Gebühren zudem, dass er weniger Wahre geliefert bekommt. „Ich lebe davon, dass mir Leute die einen oder anderen Sachen vorbei bringen“, sagt der Inhaber eines An- und Verkaufs für Antiquitäten und Bücher. Seit die Parkkosten gestiegen sind, würden die Leute weiter weg parken. „Und dann schleppen sie die Sachen ewig herum. Ich glaube nicht, dass sie das noch lange mitmachen.“

Hilferuf an die Stadt

Den Ladenbesitzern nach sei das Parkkonzept nicht ausreichend durchdacht. „Wir wünschen uns für die Mühlenstraße eine Veränderung, damit sie auch für Gäste wieder attraktiver wird“, betont Hasse. „Die Stadt muss einmal einen Dialog wagen und den Handel unterstützen. Wir leben schließlich voneinander“, meint Schnabel. Seiner Meinung nach verleihen die kleinen und individuellen Geschäfte dem Ostseebad erst seinen Flair. „Es wäre doch schade, wenn dieser verloren geht“,so der Ladenbesitzer weiter. „Mit dem Zustand können wir auf Dauer nicht auskommen. Ich habe das Gefühl, die Stadt interessiert das überhaupt nicht.“

Susanne Gidzinski

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