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Rostock Videokünstler ehrt Hansestadt mit riesigem Kunstwerk
Mecklenburg Rostock Videokünstler ehrt Hansestadt mit riesigem Kunstwerk
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20:02 15.08.2018
Künstler Kanjo Také (v. r. n. l.), der Präsident der Deutsch-Japanischen Gesellschaft, Johannes Kunze, und Mathias Beier vom Doppeljubiläumsbüro freuen sich auf die „Magie“ der Lichtklangnacht am Freitag und Sonnabend.
Künstler Kanjo Také (v. r. n. l.), der Präsident der Deutsch-Japanischen Gesellschaft, Johannes Kunze, und Mathias Beier vom Doppeljubiläumsbüro freuen sich auf die „Magie“ der Lichtklangnacht am Freitag und Sonnabend. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Aktuell sind seine Arbeiten bei der Biennale in Venedig ausgestellt, demnächst geht die Reise nach Peking: Kanjo Také ist weltweit ein gefragter Künstler. Für das Rostocker Jubiläumsjahr hat sich der Deutsch-Japaner dennoch viel Zeit genommen – und ehrt die Hansestadt mit drei Videokunstwerken. Diese werden zur Lichtklangnacht am Freitag und am Sonnabend auf den gesamten Rumpf des Traditionsschiffes im Iga-Park projiziert – über die gesamte Länge von 160 Metern. Také: „Ich bin sehr gespannt auf die Wirkung.“

Lichtklangnacht:

17. und 18. August, jeweils ab 21 Uhr, Iga-Park. Karten sind im OZ-Servicecenter erhältlich.

Hintergrund der Aktion: Über den langjährigen Kontakt zum Präsidenten der Deutsch-Japanischen Gesellschaft, Johannes Kunze, entstand die Idee, Rostock in besonderer Weise in den Fokus zu rücken. Seit über zehn Jahren verbindet das Künstleraustauschprogramm „Art Rainbow“ japanische und Rostocker Künstler. So habe es nahegelegen, im Zuge dieser Völkerfreundschaft der Stadt ein künstlerisches Denkmal zu setzen, sagt Kunze.

Mehrere Monate Recherche

Der Präsident selbst habe Takés Arbeiten bei einer Ausstellung in Düsseldorf kennengelernt. „Ich war beeindruckt von den Kunstwerken, die ich so noch nicht gesehen habe“, betont Kunze. Sofort habe er die Idee gehabt, dass der Künstler nach Rostock kommen müsse. „Ich hätte nicht für möglich gehalten, dass das auch so schnell klappt.“ Schließlich seien die künstlerische Arbeit und auch die technische Umsetzung eines solchen Projektes sehr aufwendig.

Mehrere Monate hat Také Film- und Fotomaterial zur Geschichte Rostocks recherchiert und gesichtet. „Dabei habe ich entdeckt, dass die eiserne Schiffsschraube hier erfunden wurde“, sagt der Künstler. Die Schraube ist daher ein zentrales Element seiner Rostock-Werke. Auch ist der 65-Jährige zum Filmen selbst durch die Stadt gezogen. Und er hat eigene Malereien speziell für dieses Projekt geschaffen. Seine Videokunstwerke seien geprägt durch Menschen – darunter „der Mann mit dem Schifferklavier, die Fischfrau oder die Arbeiter aus dem Schiffbau“, so Také.

Eine Reise um die Welt und in Rostocks Geschichte

Der erste Teil nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise um die Welt. Der zweite Abschnitt beschäftigt sich mit der Geschichte der Hansestadt. Vier Beamer sorgen dafür, dass die Animationen das Traditionsschiff im Iga-Park nahezu in HD-Qualität zum Leben erwecken. „Die Bilderwelten werden traumhaft transformiert“, sagt Také. Die erweiterte Projektion auf Objekte sei eine völlig neue Technologie.

Musikalisch untermalt werden die 20-minütigen Werke durch Kompositionen des Rostockers Wolfgang Schmiedt. Als Höhepunkt wird jeweils am Freitag und am Sonnabend ab 23 Uhr das letzte der drei Videos live vom Chor der Rostocker Singakademie und dem Konzertchor der Staatsoper Berlin begleitet. Sie führen die „Misa a Buenos Aires“ des Komponisten Martin Palmeri auf, die auch unter dem Begriff „Tangomesse“ bekannt ist. Das Schiff verwandelt sich hier durch die Animationen in eine riesige Bühne.

Wornowski André