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Rostock Volkstheater: OB spricht von Spartenschließung
Mecklenburg Rostock Volkstheater: OB spricht von Spartenschließung
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06:45 24.04.2015
Mehrere Demos gab es in Rostock zum Erhalt des Volkstheaters in vier Sparten. Der OB spricht jetzt selbst von einer Schließung von Musik- und Tanztheater.
Mehrere Demos gab es in Rostock zum Erhalt des Volkstheaters in vier Sparten. Der OB spricht jetzt selbst von einer Schließung von Musik- und Tanztheater. Quelle: Thomas Mandt
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Rostock

Das Rostocker Volkstheater könnte nach dem Strukturbeschluss der Bürgerschaft zum sogenannten 2+2-Sparten-Modell die beiden Sparten Musik- und Tanztheater verlieren. In einer Stellungnahme spricht Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) jetzt selbst von einer „Schließung“. Er nennt das Modell zwar immer noch „funktionales Vierspartenhaus“. In diesem müsste es aber nicht in allen Sparten eigene Mitarbeiter geben. Nach Methlings Vorstellung könnten Aufführungen der Sparten Tanz- und Musiktheater eingekauft und durch eigene Mitarbeiter aus Schauspielsparte und Orchester begleitet werden.

Sybille Bachmann (Rostocker Bund) berfürchtet einen Abbau von Stellen. Sie hat dem OB einen umfangreichen Fragenkatalog zur Zukunft des Theaters vorgelegt. Die Antwort des OB „offenbart die ganze Misere und Unausgereiftheit des Papieres“, so Bachmann. Im Februar hatten CDU, SPD, UFR/FDP und Grüne unter Begleitung des OB den Antrag vorgelegt – und mit knapper Mehrheit in der Bürgerschaft beschlossen. Folge: Theater-Intendant Sewan Latchinian protestierte dagegen, der Hauptausschuss feuerte ihn, Hunderte Menschen protestierten vor dem Rathaus, die Bürgerschaft stellte Latchinian mit großer Mehrheit wieder ein. Bis Montag hat der OB Zeit, prüfen zu lassen, ob er dagegen Widerspruch einlegt. Er werde die Zeit ausschöpfen, ließ er am Donnerstag ausrichten.

Methlings Antworten werfen viele neue Fragen auf, so Bachmann. So sei zum Beispiel keine Rede mehr von einem Flächentarif für die Mitarbeiter. Bachmann kritisiert auch, dass zwar betriebsbedingte Kündigungen von Theater-Mitarbeitern ausgeschlossen werden sollen, viele ihren Job aber trotzdem verlieren könnten, weil ihr Vertrag einfach nicht verlängert werde. Für Bachmann steht fest: Der Strukturbeschluss gehöre auf den Prüfstand. „Die Stellungnahme des OB zeigt die Notwendigkeit einer erneuten Einschätzung.“

Die Schauspieler des Volkstheaters haben am Donnerstag einen Brief an den OB gesandt. Inhalt: die dringende Bitte, den erneut ernannten Intendanten doch endlich einzusetzen.

Theater-Demo am 12. April 2015 vorm Rostocker Volkstheater. Foto: Thomas Mandt



Frank Pubantz