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Rostock Warnemünde: Das Geschäft mit den Strandkörben boomt
Mecklenburg Rostock Warnemünde: Das Geschäft mit den Strandkörben boomt
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20:41 28.05.2019
Matthias Treichel betreibt die Strandoase am Strandaufgang drei in Warnemünde. Quelle: Ove Arscholl
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Warnemünde

Die Strandkorbvermieter in Warnemünde setzen auf mehr Qualität, auch um sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen. „Es stehen inzwischen wieder mehr Strandkörbe am Strand. Du musst daher richtig Gas geben, wenn Du Strandkörbe vermieten willst“, sagt Matthias Treichel (52), Betreiber der gleichnamigen Strandoase am Strand.

Rund 300 Strandkörbe vermietet Treichel. „Jedes Jahr sortiere ich 30 davon aus und versteigere sie. Dafür hole ich mir dann wieder 30 neue. So habe ich immer einen sauberen Wechsel.“ Für einen Gebrauchten bekomme er zwischen 200 bis 300 Euro. Die Anschaffungskosten für einen neuen robusten Strandkorb lägen bei etwa 750 Euro. „Wir kaufen unsere Körbe immer bei einer Firma in Mölln.“ Die Strandkörbe seien besonders gut geeignet, weil sie aus Hartholz bestünden und mit Eisen verstärkt seien. „Sie haben eine hohe Standfestigkeit.“ Ganz anders als die Strandkörbe aus dem Baumarkt, so Treichel. „Die kosten nur 200 Euro und sehen schick aus. Aber bei einer Windböe liegen die Dinger auf der Seite.“

Strandreinigung wichtiger Faktor

Treichel hat die Infrastruktur seiner Strandkorbvermietung über die Jahre immer weiter ausgebaut. „Wir haben zum Beispiel eine Toilettenanlage, die auch für Menschen mit Handicap ausgelegt ist. Wir haben alles behindertenfreundlich gestaltet. Rollstuhlfahrer können auf befestigten Wegen bis ans Wasser fahren.“ Auch gebe es zwei Umkleidekabinen. „Das ist heute ein absolutes Muss. Die Leute wollen das“, sagt Treichel. Es müsste mehr davon am Strand geben, ist er überzeugt.

Auch die Sauberkeit sei enorm wichtig. „Ich war gerade auf einer Dienstreise in Rimini, um mir dort eine neue Strandreinigungsmaschine zu kaufen.“ Dreck und Kippen werden mit der neuen Technik über ein Sieb rasch entfernt. „Das geht ratzfatz, dann ist die Maschine hier durch die Reihen gewandert und der Strand wieder sauber“, sagt Treichel.

Online-Bestellungen schon im Dezember

Zu DDR-Zeiten haben am Strand von Warnemünde 6000 Strandkörbe gestanden, berichtet der Strandoasen-Betreiber. Heute sind es nach Angaben der Tourismuszentrale noch 1710 Strandkörbe. „Davon sind rund 1200 gewerbliche Strandkörbe und 510 private Strandkörbe plus 65 Strandliegen.“ Die Anzahl der Strandkörbe sei in den vergangenen Jahren beständig, heißt es auf OZ-Nachfrage.

Die Strandkörbe stehen. Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen.

Insgesamt gibt es in Warnemünde zwölf Strandkorbvermieter, die sich über die Aufgänge verteilen. Von April bis Ende Oktober dürfen sie ihre Körbe am Strand platzieren. Die Bestellungen gehen aber schon im Winter ein. „Viele Gäste buchen bei uns bereits im Dezember online einen Strandkorb für den Sommer“, berichtet Vermieter Philipp Saat.

Im Moment spielt das Wetter jedoch nicht so mit. „Der Mai war bisher nicht so berauschend“, sagt Saat. Viele Strandkörbe blieben leer. Das bestätigt auch Vermieter Alexander Fritz. „Es läuft natürlich nicht so gut wie im Mai des vergangenen Jahres.“ Dennoch stockt er gerade seine Strandkorb-Zahl von 200 auf 240 auf. Denn bei gutem Wetter schnelle die Nachfrage sofort wieder in die Höhe.

Neue Strandkörbe mit Drehmoment

Fritz setzt auch auf eine Innovation: 50 seiner Strandkörbe stattet er gerade mit einer Drehvorrichtung aus. „Diese Körbe sollen demnächst in der ersten und zweiten Reihe stehen. Sie sind gerade für die älteren Gäste gedacht, die nicht mehr die Kraft haben, so einen 75 Kilogramm schweren Korb per Hand umzustellen.“ Auf erste Nachfragen hätten Gäste bereits geantwortet: „Ich will auf jeden Fall einen Strandkorb haben, der sich drehen lässt“, berichtet Fritz.

Wie gut das funktioniert, zeigt der Vermieter am ersten barrierefreien Strandkorb in Warnemünde: Mit einem kleinen Finger lässt sich der 125 Kilogramm schwere Koloss kinderleicht um 360 Grad drehen. Seit Anfang Mai steht der etwas größere und behindertenfreundliche Strandkorb am Strand von Warnemünde. „Ein Rollstuhlfahrer hat sich so sehr darüber gefreut, dass war super schön zu sehen“, sagt Fritz. Weniger erfreulich sei hingegen der andauernde Vandalismus. „Gitter sind aufgebrochen, Sitze aufgeschnitten oder der Müll wird liegengelassen“, zählt der Strandkorbvermieter auf.

Der Blick geht nun aber optimistisch nach vorne: „Pfingsten wird der erste große Höhepunkt des Jahres“, sagt Treichel. Philipp Saat hofft auf sonniges Wetter: „Dann haben wir auch eine gute Auslastung.“

André Horn

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