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Rostock Warnemünde: OB erklärt Strandvogt zur Chefsache
Mecklenburg Rostock Warnemünde: OB erklärt Strandvogt zur Chefsache
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20:04 30.01.2019
Helfer sammeln am Strand von Warnemünde Müll. Der Strandvogt soll sich unter anderem darum kümmern, dass hier weniger Abfall liegen bleibt. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
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Warnemünde

Der Strandvogt in Warnemünde beschäftigt das Rathaus. Zunächst sah es nach einer Formalie aus: Damit der Ordnungshüter im Ostseebad wieder mehr Durchsetzungskraft erhält, sollte er aus der Tourismuszentrale herausgelöst und dem Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) zugeordnet werden (die OZ berichtete). Denn bisher sind die Befugnisse des Strandvogtes lediglich an das Jedermannsrecht gebunden. Dadurch fehlten ihm Autorität und Präsenz, schilderte der Ortsbeirat Warnemünde.

Als Verwaltungsbeamter im KOD würde der Strandvogt hingegen über hoheitliche Rechte verfügen. Alle sprachen sich daher für eine neue Zuordnung aus: Der Ortsbeirat, die Tourismuszentrale und sogar Ordnungssenator Chris Müller-von Wrycz Rekowski (SPD). Doch dann hat plötzlich Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) sein Veto eingelegt.

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Strandvogt mit mehr Befugnissen zu teuer?

In der Bürgerschaft ist das Thema am Mittwoch nun vertagt worden. Dabei hatte Müller-von Wrycz Rekowski (SPD) vor einer Woche noch gesagt: „Die Zuordnung des Strandvogtes würde mehrere Synergien ermöglichen.“ Denn der Strandvogt könnte auf diese Weise nicht nur das Satzungsrecht besser durchsetzen. „Wir könnten besser als bisher für personelle Kontinuität sorgen und auch Vertretungsfragen einfacher lösen“, so der Senator gegenüber der OZ.

In einer Stellungnahme der Stadtverwaltung stellte sich der OB dann jedoch gegen das Vorhaben – aus Kostengründen. Fünf bis acht Stellen müssten geschaffen werden, um die Tätigkeiten am Strand täglich abzusichern, heißt es in dem Papier, unterschrieben von Methling. Die Mehrausgaben würden mindestens 250 000 Euro pro Jahr betragen.

Vor der Bürgerschaft bezweifelte Methling am Mittwoch, dass eine Neu-Zuordnung die Probleme am Strand überhaupt lösen könnte. „Wir sorgen nur dafür, dass weitere Struktureinheiten entstehen.“ Als Beispiel nannte der OB das Rauchen am Nichtraucher-Strand. „Weder der Strandvogt kann dagegen bisher etwas tun noch jemand aus dem Kommunalen Ordnungsdienst.“

Alle Beteiligten an einen Tisch

Die Tourismuszentrale ist aber nach wie vor überzeugt: „Mit Blick auf den Funktionsbereich des Strandvogtes und die damit verbundenen Durchgriffsrechte, ist die Übertragung der Aufgabenbereiche an den KOD absolut zu befürworten.“ Und auch Müller-von Wrycz Rekowski ist weiter der Ansicht, dass der KOD die Aufgaben des Strandvogtes fachlich übernehmen könnte, wenn es erforderlich würde.

Der OB kündigte an, alle Beteiligten an einen Tisch zu holen. In acht Wochen wolle er dann eine Lösung präsentieren, „die wirklich funktioniert“, wie er sagt.

André Wornowski