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Rostock Warnemünde: Polizei sagt Geisterfahrern auf dem Radweg den Kampf an
Mecklenburg Rostock Warnemünde: Polizei sagt Geisterfahrern auf dem Radweg den Kampf an
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19:02 28.08.2019
In der Warnemünder Parkstraße befahren Radfahrer den Gehweg entgegen der Fahrtrichtung. Quelle: Susanne Gidzinski
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Rostock

Sie missachten die allgemeine Verkehrsordnung, fahren auf der falschen Straßenseite und gefährden damit sich selbst und andere Passanten: Geisterfahrer auf Geh- und Radwegen sorgen derzeit im Ostseebad Warnemünde für Aufregung.

Immer wieder gehen beim Ortsbeirat Beschwerden über die rücksichtslosen Verkehrsteilnehmer ein, wie der Vorsitzende Alexander Prechtel (CDU) bestätigt. „Es kommt leider viel zu oft vor, dass Radfahrer die Wege entgegen der Fahrtrichtung nutzen“, teilt er mit.

Radfahrer oft uneinsichtig

Besonders stark betroffen seien die Park- und die Richard-Wagner-Straße, glaubt Rita Wolf. Wenn sie mit ihrer Enkelin einen Spaziergang zum Strand machen möchte, kommt sie an beiden Straßen vorbei. „An warmen Sommertagen ist es ganz schön voll hier“, berichtet die 51-Jährige. Dass dann auch noch die Radfahrer in beide Richtungen unterwegs seien, mache die Situation nicht einfacher. Jedes Mal aufs Neue habe sie Angst, unter die Räder zu kommen. „Die rasen hier in einem Affentempo zwischen den Passanten durch und pöbeln einen auch noch an, wenn man nicht sofort aus dem Weg springt“, erzählt die Rostockerin wütend.

In der Parkstraße dürfen Radfahrer den Gehweg auf der einen Straßenseite in Fahrtrichtung mitbenutzen. Quelle: Susanne Gidzinski

Trotz der Hinweise einiger Passanten: „Die Verkehrsrowdys bleiben meist uneinsichtig“, musste Prechtel feststellen. Dabei sei die Sachlage klar: „Fahrradfahrer dürfen sich nur auf den für sie gekennzeichneten Wegen und auf der Straße aufhalten.“ Andernfalls drohe ihnen eine Geldstrafe. „Die Verbote gibt es nicht, um die Leute zu schikanieren. Sie haben einen Zweck. Sie sollen alle Verkehrsteilnehmer schützen“, mahnt der Ortsbeiratsvorsitzende.

In letzter Sekunde abgebremst

Wie gefährlich das verkehrswidrige Verhalten einiger Radfahrer ist, hat Klaus Hübner erst vor wenigen Tagen erfahren. Der Rostocker sei fast Zeuge eines Unfalls geworden. „Ein Auto kam aus einer Einfahrt herausgefahren, bremste kurz ab und wollte anschließend in die Straße einbiegen“, erinnert sich der 54-Jährige. Die junge Frau, die mit ihrem Rad auf dem Gehweg entgegen der Fahrtrichtung unterwegs war, bemerkte der Fahrer erst im letzten Augenblick. „Ich hörte ein Quietschen und sah, wie der Volvo abrupt stehen blieb. Ich befürchtete schon das Schlimmste“, berichtet Hübner. Doch glücklicherweise kamen alle Beteiligten mit dem Schrecken davon.

Ärger auf der Strandpromenade

Auch auf der Strandpromenade gibt es regelmäßig Ärger zwischen Fußgängern und Radfahrern. „Diesen Sommer ist es besonders extrem“, findet Tagesmutter Svea Freitag, die mit ihren Schützlingen einen Ausflug macht. Immer wieder ruft sie Radfahrern mit freundlicher, aber bestimmter Stimme zu: „Fahren ist hier verboten. Nehmt bitte acht auf die Kinder!“ Von den wenigsten wird sie ernst genommen. Die meisten ignorieren sie oder winken ab. „Manche Leute werden aber auch richtig aggressiv, wenn man sie auf ihr Verhalten anspricht“, so Freitag. Die Promenade sei der einzige Ort, wo sie mit den Kindern ungestört spazieren könne – eigentlich. „Es ärgert mich, dass seit Jahren nicht wirklich etwas gegen Falsch-Radler getan wird.“

Rad fahren ist auf der Strandpromenade verboten. Dennoch halten sich viele Menschen nicht daran. Quelle: Susanne Gidzinski

Polizei verschärft Kontrollen

Um die Situation etwas zu entschärfen, stehe der Ortsbeirat in engem Kontakt mit den Ordnungshütern. „Das Problem mit den Falschfahrern ist uns bekannt. Das zuständige Revier in Lichtenhagen wird diesbezüglich vermehrte Kontrollen an den entsprechenden Stellen durchführen“, bestätigt Polizeisprecher Christopher Hahn. Bereits in den vergangenen Tagen seien mehrere Verwarnungen ausgesprochen worden, berichtet Prechtel. Der Ortsbeiratsvorsitzende hofft, „dass die Kontrollen ihre Wirkung zeigen. Auf Einsicht der Radfahrer brauchen wir nicht zu hoffen. Abmahnungen sind hier notwendig.“

„Ich kann verstehen, dass einige Radfahrer lieber den Gehweg nutzen, anstatt auf der Straße zu fahren. Teilweise halten die Autos keinen Sicherheitsabstand oder überholen nur knapp“, sagt hingegen eine Passantin in der Parkstraße. „Anstatt Radfahrer zu bestrafen sollte man dafür sorgen, dass sie sicherer unterwegs sein können.“

Von Susanne Gidzinski

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