Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Warnemünder Heringsfest muss abgesagt werden
Mecklenburg Rostock Warnemünder Heringsfest muss abgesagt werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:10 26.03.2019
Das Heringsfest hat eine langjährige Tradition in Warnemünde. Quelle: Großmarkt Rostock GmbH
Anzeige
Rostock

Seit Jahren lockt das Warnemünder Heringsfest hunderte Einheimische und Touristen auf den Fischmarkt. Doch nicht in diesem Jahr. Erstmals in seiner Geschichte muss die Veranstaltung abgesagt werden, wie Inga Knospe Geschäftsführerin des Rostocker Großmarktes am Dienstagmittag bestätigt. Grund dafür sei die zu geringe Fangmenge der Warnemünder Fischer. „Wir möchten unseren Besuchern frischen Hering in den gewohnten Mengen anbieten. Da aber das Fest immer sehr viele Leute aus Nah und Fern anzieht, werden wir den Bedarf nicht decken können“, sagt Knospe. Ganz auf ihren geliebten gebratenen Hering sollen die Fischliebhaber aber nicht verzichten müssen. „Der Markt findet dennoch statt.“

„Statt der Heringe haben wir Schlick in unseren Netzen wiedergefunden“, berichtet Ingo Pinnow. Seit 1992 fährt der Fischer raus aufs Meer, doch solch ein schlimmes Jahr habe er nur selten erlebt. „Wir hatten ständig Sturm da draußen. Da haben sich die Fische rar gemacht“, erklärt der 51-Jährige die ungewöhnlich kurze Hauptsaison für den Heringsfang an der Ostseeküste. Doch nicht nur das Wetter habe den Fischern Probleme bereitet. Auch die vorgegebene Fangbeschränkung spiele eine entscheidende Rolle, wie er sagt.

Fischer bangen um ihre Existenz

In der westlichen Ostsee sei die Fangmenge in diesem Jahr um 48 Prozent im Vergleich zu 2018 abgesenkt worden. Dabei habe Mecklenburg-Vorpommern mit knapp 3000 Tonnen den größten Teil der deutschen Quote von 4900 Tonnen abbekommen. Vor 20 Jahren war die Quote für Deutschland mit 97 500 Tonnen fast 20 Mal so hoch. „Für die Fischer bedeutet das, dass sie nur eine bestimmte Anzahl an Netzen herausnehmen dürfen“, erklärt Marktmeister Karl-Heinz Wendland. „Bereits 2018 hat die Menge gerade so ausgereicht, damit das Fest stattfinden konnte. Und das wirkt sich enorm auf ihre Einnahmen aus.“

Dies kann Pinnow nur bestätigen: „Im letzten Jahr haben wir knapp drei Tonnen Hering aus dem Meer gefischt, jetzt sind es gerade einmal 900 Kilogramm. Da frage ich mich, wie ich davon meinen Betrieb am Laufen halten soll.“ Neben seinem Fischkutter habe er noch ein zweites Boot, das ebenfalls unterhalten und regelmäßig einer Zwischenabnahme unterzogen werden müsse. „Um diese Kosten bewältigen zu können, und meine Existenz zu sicher, bräuchten wir eine Mindestfangquote“, meint er. Diese dürfte dann nicht gesenkt werden. Aktuell lasse sich nämlich der Trend erkennen, dass die Quote immer weiter runtergesetzt werde. „Die Politik muss endlich begreifen, dass wir eine bestimmte Menge brauchen, um unseren Lebensunterhalt zu sichern.“

Nachwuchsmangel

Bereits mehrfach habe er daran gedacht seinen Beruf an den Nagel zu hängen. „Damit geht es mir wie vielen anderen Fischern“, sagt er. Während zu seiner Anfangszeit noch rund 1200 Fischer unterwegs waren, seien es heute nur noch knapp 300. „So macht das einfach keinen Spaß mehr. Viel zu viele Existenzen hängen am seidenen Faden.“ Dazu käme, dass immer weniger Menschen Interesse an dem Beruf hätten. „Es gibt einen massiven Mangel an Nachwuchs. Aber wer kann es den jungen Leuten verübeln. Langfristig haben sie damit auch keine Perspektive.“

Geräucherten Hering gibt es trotzdem

Damit die Besucher in diesem Jahr nicht komplett auf das Heringsfest verzichten müssen, soll zumindest der Fischmarkt wie gewohnt stattfinden, teilt die Geschäftsführerin des Rostocker Großmarktes mit. Dort werden die Händler und Fischer eine Auswahl an frischem und schmackhaft in allen Variationen zubereitetem Hering bieten – wenn auch in geringerer Menge. „Es wäre doch traurig, wenn diese langjährige Tradition ausfällt. Nachholen geht wegen der kurzen Saison schließlich auch nicht“, sagt eine Händlerin.

Susanne Gidzinski

Die Identität des Mannes, der am Montag bei einem Frontalzusammenstoß auf der L39 zwischen Dummerstorf und Groß Potrems ums Leben kam, ist geklärt. Es handelt sich um einen 77-jährigen Rostocker.

26.03.2019

In Krakow am See hat ein Brand in einem Wohn- und Ärztehaus am Montag einen Schaden in Höhe von 100.000 Euro angerichtet. Zwei Personen wurden bei dem Feuer leicht verletzt.

26.03.2019

Die Stadt hat den Gegenprotest direkt am Markt Reutershagen doch noch erlaubt. 600 Polizisten waren im Einsatz, um den Demo-Abend abzusichern. Rund 250 Teilnehmer bei AfD-Kundgebung zum geplanten Moschee-Bau.

26.03.2019