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Rostock Turmleuchten unterstützt die Hanse-Tour
Mecklenburg Rostock Turmleuchten unterstützt die Hanse-Tour
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18:52 28.12.2018
Klaus Möller vom Leuchtturmverein (rechts) hält gemeinsam mit Regisseur Torsten Sitte den Turmleuchter-Schal. Neo (9) wird mit Unterstützung seiner Mutter Kristin Schünemann die Show starten. Quelle: Johanna Hegermann
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Rostock

Er macht Späße, fährt mit seinem Roller umher und trägt ein breites Grinsen im Gesicht: Dass der neunjährige Neo Levi Schünemann bereits zwei Mal gegen den Krebs gekämpft hat, sieht man ihm nicht an. Doch man merkt, dass er ihn besiegt hat. Diese Lebensfreude will er nun am 1. Januar mit den rund 90 000 Besuchern beim Turmleuchten teilen. Dann darf er das wohl größte Neujahrsevent Europas offiziell starten. „Da werde ich bestimmt Hammer schüchtern sein“, sagt Neo lachend. Für ihn und seine Mutter wird es der erste Besuch des Turmleuchtens sein.

Seit 2008 wird das Event jedes Jahr von verschiedenen Menschen gestartet. Dabei waren ganz verschiedene Personen als Showstarter im Einsatz, zum Beispiel Barbara Becker-Hornickel von Lotto MV zum Motto „Glück“, Kapitän Gerd Simonn zum Motto „Sehnsucht“ oder bei der letzten Veranstaltung der Warnemünder Horst Marx und sein Enkel Johann zum Motto „Ewig“.

Aufmerksamkeit für Hanse-Tour Sonnenschein

Die 20. Auflage der Inszenierung steht dieses Mal unter dem Motto „Momente“. Von denen hatte Neo in den vergangenen Monaten viele – sowohl gut als auch schlechte. Er ist der bisher Jüngste, der das Event eröffnen darf. „Wir wollen damit unseren Einfluss nutzen und auf die Hanse-Tour Sonnenschein aufmerksam machen“, erklärt Torsten Sitte, der Leiter und Regisseur des Turmleuchtens. Bei dieser Tour radeln die Teilnehmer für einen guten Zweck: Das gesammelte Startgeld geht an den die Initiative der Uni-Klinik „Mike Möwenherz“ (spezialisierte ambulante Palliativversorgung von Kindern und Jugendlichen). Auch der Leuchtturmverein steht voll hinter dieser Entscheidung. „Wir unterstützen die Hanse-Tour seit vielen Jahren“, sagt der Vorsitzende Klaus Möller. Beim diesjährigen Adventssingen seien allein rund 1000 Euro dafür zusammengekommen, die der Verein noch um 500 Euro aufgestockt hat. „Mike Möwenherz“ habe auch Neo in seiner schweren Zeit unterstützt. „Wir wollen damit zeigen, dass Helfen auch helfen kann“, sagt Sitte. Da sei der Neunjährige das beste Beispiel für.

Chemotherapie und Stammzellenspende

Das erste Mal erkrankte Neo mit drei Jahren an Leukämie. „Er hat ganz viele blaue Flecken bekommen“, erzählt Kristin Schünemann. Die Diagnose warf die Familie aus der Bahn. Teilweise stand es nicht gut um den Kleinen. Eine Woche lag er im künstlichen Koma. Anschließend musste er alles wieder neu erlernen. Fast ein Jahr lang wurde er mit Chemotherapien behandelt. Mehrere Jahre hatten sie dann Ruhe vor der Krankheit. Dann brach sie erneut im vergangenen Jahr aus. Doch Neo blieb tapfer und optimistisch. „Er sagte nur: Egal, das schaffen wir auch ein zweites Mal“, erinnert sich seine Mutter. Dieses Mal benötigte er eine Stammzellenspende. „Einen passenden Spender gab es zum Glück schon.“ Nach drei Monaten Chemotherapie konnte die Transplantation dann im Januar in Greifswald vorgenommen werden. Mit Erfolg. Seit Februar ist er krebsfrei. Dass das nicht selbstverständlich ist, weiß Kristin Schünemann. „Wir haben einen Jungen in Greifswald kennengelernt, der die gleiche Krankheit hatte. Doch für ihn kam jede Hilfe zu spät.“

Start in ein glücklicheres Jahr

Umso dankbarer ist die Rostocker Familie, dass es Neo nun gut geht. „Ich bin überglücklich, das alles so schnell ging“, sagt die Mutter. Seit dem hätten sie viele positive Momente in diesem Jahr erlebt. „Als normaler Mensch ärgert man sich über jede Kleinigkeit, wir leben mittlerweile komplett anders.“ Sie seien viel ausgelassener geworden und nutzen jeden Tag voll aus. „Es ist immer wieder ein Geschenk, wenn ich die positiven Blutwerte sehe.“ Und so haben die beiden auch nur bescheidene Vorsätze für das neue Jahr 2019. „Wir wollen einfach weiterhin gesund bleiben.“

Turmleuchten 2019

Das Vorprogramm für das Warnemünder Turmleuchten beginnt am 1. Januar 2019 um 15 Uhr auf der Promenade im Ostseebad mit Live-Musik von der Band „Spill“ und den „Matrosen in Lederhosen“

Die Haupt-Show beginnt um 18 Uhr. In diesem Jahr werden mehr als 60 Künstler gemeinsam auf der Bühne stehen: die Band Bad Penny sowie die Chöre Luv un Lee, De Klaashahns, Breitling, Sing man tau und der Chor der Rock- und Pop-Schule Rostock.

Rund 90 000 Besucherwerden erwartet. Der Eintritt ist frei.

Rund 120 000 Euro kostet die Inszenierung. Sie wird komplett durch Sponsoren und Partner finanziert.

Warnemünde wird zur Inszenierung für den Fahrzeugverkehr gesperrt, Besuchern wird empfohlen, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.

Johanna Hegermann

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