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Warnemünder Weihnachtstaucher springen in die Fluten

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14:00 15.12.2019
Mit 75 Jahren war Werner Koch (v. l.) der älteste Teilnehmer des Weihnachtstauchens. Er hat Holger Kähler früher das Tauchen gelehrt. Bodo Herzig half den Tauchern beim Ein- und Ausstieg.. Quelle: Martin Börner
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Warnemünde

Wasser ist ihr Element – deshalb störte die Taucher auch das nasskalte Wetter am Samstag nicht. Wenn in Warnemünde das Weihnachtstauchen ansteht, stürzen sich nicht nur Sportler aus dem Ostseebad in die Fluten. Auch aus Greifswald und Berlin waren Taucher zur 45. Auflage der Traditionsveranstaltung gekommen.

Mit Gesang und Trompetenklängen wurde an der Kaikante für besinnliche Stimmung gesorgt, bevor es richtig losging. „Wir haben 22 Teilnehmer. In Gruppen gehen sie dann auf 3,50 Meter Tiefe runter“, sagte Bodo Herzig vom gastgebenden Tauchsportclub Warnemünde. Es galt, eine rund 200 Meter lange Strecke bis zur Bahnhofsbrücke zu absolvieren, wo unter Wasser ein Tannenbaum den Wendepunkt markierte.

Ältester Teilnehmer mit 75 Jahren noch fit

„Das ist nicht so leicht, wie es vielleicht aussieht. Die Orientierung und das Spurhalten sind anspruchsvoll“, sagte Robert Hogh, der selbst taucht, aber am Samstag mit seinen Söhnen zum Zuschauen vorbeigekommen war.

Ältester Starter war Werner Koch. Der 75-Jährige ging mit der ersten Gruppe ins Wasser. Er ist schon seit rund 40 Jahren jedes Jahr beim Weihnachtstauchen dabei und beweist so immer wieder, dass der Sport gesund und fit hält.

Neben 22 Tauchern gingen am Samstag auch die Eisbader ins kalte Warnemünder Wasser.

Jeder Taucher hatte am Samstag eine Boje mit dabei. „Damit man im Frühjahr sieht, wo noch einer ist“, so Bodo Herzig mit einem Augenzwinkern. Manche der Bojen waren künstlerisch gestaltet. Bei Frank Barthelmes aus Greifswald saß ein Weihnachtshase darauf.

Jan Kaden aus Berlin Adlershof hatte am meisten gebastelt und einen Weihnachtsmann aus Draht und Folie auf seine Boje gesetzt. Das Kunstwerk passte nicht nur zur Adventszeit. „Ich will damit auch auf das Problem der vermüllten Meere aufmerksam machen“, sagte der 53-Jährige. Sein Weihnachtsmann trug einen gelben Sack anstelle von Geschenken und eine ebenfalls selbst gebastelte Schildkröte war auf der Boje in einem Plastiknetz gefangen.

Eisbader wagen sich ohne Neopren ins Wasser

Viele Zaungäste zollten schon den Tauchern Respekt, weil diese sich ins sechs bis sieben Grad kalte Wasser trauten. Dabei gab es noch Mutigere: Die Eisbader der Rostocker Seehunde stürzten sich ohne Neoprenanzug in die Fluten und schwammen eine kurze Strecke im Alten Strom.

Jährlich findet das Weihnachtstauchen in Warnemünde statt. Neben Weihnachtsmann und Engel sind auch die Eisbader der Rostocker Seehunde traditionell dabei. Quelle: Martin Börner

„Ich finde das super, ich würde da auch mitmachen“, erklärte Zuschauerin Leona Stöckigt. Die Magdeburgerin war mit Ehemann Helmut und dem Enkelkind im Urlaub in Warnemünde. Das Trio hatte zufällig vom Weihnachtstauchen erfahren und sich auf den Weg gemacht. „Das kostet schon Überwindung. Ich sag immer: Bei sechs Grad maximal sechs Sekunden baden“, erklärte Helmut Stöckigt schmunzelnd.

Aufwärmen mit Glühwein an der Feuerschale

Am Ufer kamen die Magdeburger mit dem Rostocker Seehund Günther Laue ins Gespräch, der ursprünglich aus Halle/Saale stammt. Für den 72-Jährigen war der Sprung ins Wasser am Samstag kein Problem. „Wir haben auch schon in Wintern gebadet, als die Ostsee am Zufrieren und wie Grießbrei war“, erklärte er.

Leona und Helmut Stöckigt (r.) aus Magdeburg kamen am Ufer mit Eisbader Günther Laue ins Gespräch. Quelle: Martin Börner

Zum Aufwärmen gab es dann am Ufer Glühwein und eine Feuerschale. Mit dem Auftauchen der Sportler war die Veranstaltung am Samstag nämlich noch nicht zu Ende. „Wo Taucher sind, wird auch immer gefeiert“, sagte Holger Kähler, der eins in Warnemünde das Tauchen lernte, mittlerweile aber nicht mehr an der Ostsee lebt.

Von Claudia Labude-Gericke

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