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Rostock Warnemünder Woche: Warum sie dieses Mal auch im Ausland begeistert
Mecklenburg Rostock Warnemünder Woche: Warum sie dieses Mal auch im Ausland begeistert
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19:16 06.07.2019
Auftakt zur 82. Warnemünder Woche: Die Trachtengruppe zeigte traditionelle Tänze in alten Trachten. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Ingeborg Regenthal ist in ihrem Element: Mit Kopfhörern auf den Ohren, dem Funkgerät in der einen und dem Klemmbrett in der anderen Hand dirigiert die Büroleiterin des Warnemünde-Vereins Wagen und Pferde, Musikgruppen und Vereine durch das Seebad. In diesem Jahr so viele wie noch nie: Die 82. Warnemünder Woche –sie ist mit einem bunten, farbenfrohen Rekord gestartet. 17 Gruppen und mehr als 2500 Teilnehmer waren beim traditionellen Auftakt, dem Niegen Ümgang, mit dabei. Und in diesem Jahr begeisterte der Festumzug sogar über Grenzen hinweg.

Fassbier-Anstich, Nieger Ümgang und jede Menge Musik: So startete die 82. Warnemünder Woche.

Warnemünde in dänischer Hand

Denn in Dänemark ist Rostock derzeit total angesagt – und Warnemünde ganz besonders. Kein Wunder also, dass sich dieses Mal gleich mehrere Besucher aus dem Nachbarland zum Ümgang angemeldet hatten. Der absolute Hingucker: Das „Brandmuseet“, das Feuerwehr-Museum, aus Nyköbing in Rostocks Partnerkommune Guldborgsund hatte historische Löschfahrzeuge eigens mit der Fähre mitgebracht. Kaum einer der mehreren Tausend Zuschauer am Straßenrand, der die alte Drehleiter und den alten Löschwagen nicht fotografierte. Ganz vorne weg im Ümgang die Familie Gläser aus Elmenhorst: Hoch zu Ross mimte sie das dänische Königshaus – zu Gast in Deutschland.

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Und mitten drin: Rostocks bekanntester Däne. Bald-Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen war mit „seinen“ Handball-Frau dabei, wurde von Neptun getauft und musste danach zum Interview mit einer der größten dänischen Zeitungen. „Folketidende“ und „Lollands-Posten“ hatten extra Reporter Flemming Karlsen geschickt, um über Madsen und den Ümgang zu berichten. „Seine Wahl zum Rostocker OB ist eine große Sache für uns Dänen. Darauf sind wir mächtig stolz“, sagt der Reporter mal ganz und gar nicht neutral. „WarnemündeRostocks Hauptstadt“ war an einem der Umzugswagen zu lesen. Das Ostseebad selbst scheint hingegen in dänischer Hand zu sein.

Auftakt nach Maß für Segelfest

Rund eine halbe Million Besucher erwarten die Organisatoren bis zum kommenden Wochenende an Land bei der Warnemünder Woche. „Sie ist und bleibt das wichtigste Großereignis in Warnemünde“, so Rostocks Tourismusdirektor Matthias Fromm. 1400 Segler aus 30 Nationen sind dieses Mal dabei: „Diese Woche ist unser internationales Aushängeschild. Wir empfehlen uns weltweit als eines der schönsten Segelreviere auf dem Globus – und als eine der schönsten Urlaubsdestinationen.“ Erstmals unterstützt die Tourismuszentrale die ehrenamtlichen Organisatoren in diesem Jahr mit hauptamtlichen Kräften: „Die Warnemünder Woche hat noch viel Potenzial. Auf See und an Land. Es stehen einige Veränderungen in den kommenden Jahren an. Wir wollen auf noch mehr Qualität setzen“, so Fromm. In Details geht er aber nicht.

Zum letzten Mal in offizieller Funktion mit dabei: Noch-Oberbürgermeister Roland Methling. „Ich habe das Gefühl, die Menschen im Seebad freuen sich ein ganzes Jahr auf den Ümgang“, sagt er. Die eine oder andere Spitze gegen Rostock kann er da gut ertragen. „Warnemünde und die Warnemünder Woche sind Aushängeschilder für die ganze Hansestadt.“ Und: „Es ist großartig, was hier seit Jahrzehnten Ehrenamtler auf die Beine stellen.“ Zum letzten Mal durfte er beim Fassbier-Anstich am Leuchtturm das Fest offiziell eröffnen.

Vereine wollen sich zeigen

Auch beim Ümgang selbst steht das Ehrenamt im Fokus: Tanz- und Gesangsgruppen präsentieren sich, Sport- und Kulturvereine. „Wir wollen uns zeigen, Werbung in eigener Sache machen – deshalb sind wir beim Ümgang mit dabei“, sagt Torsten Schranck vom Warnemünder Segel-Club. Aus einem Optimisten grüßt der Nachwuchs des Vereins die Zuschauer. „Wir setzen auf den Nachwuchs.“

Die Modellbahnfreunde Warnemünde treffen sich zwar nicht mehr im Seebad, der Ümgang ist aber auch für sie ein Pflichttermin: „Das macht einfach Spaß“, sagt Mitglied Martin Papenhagen. „Die Menschen sind alle gut drauf.“ In mühevoller Kleinarbeit haben die Hobby-Eisenbahner eigenes ein Modell gebaut, dass sie nun durch den Ort ziehen. „Neun Monate haben wir an der Kulissen mit Warnemünder Motiven gebaut.“

Franz Niendorf ist zum ersten Mal mit dabei, vertritt mit Sportfreunden die Tischtennis-Sparte des SV Warnemünde. „Ich lerne beim Ümgang Straßen kennen, die ich noch gar nicht kannte“, sagt er mit einem Lachen. „Ich will die Leute für meinen Sport begeistern. Tischtennis ist meine Leidenschaft.“ Wer ihm beim Spielen auf offener Straße zuschaut, ist definitiv begeistert.

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Andreas Meyer

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