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Rostock TRW Laage: Hunderte Mitarbeiter im Warnstreik
Mecklenburg Rostock TRW Laage: Hunderte Mitarbeiter im Warnstreik
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18:07 08.01.2019
Christian Barta (links) und Martin Ziegler, Instandhaltungstechniker beim Airbag-Hersteller TRW streiken Quelle: Gerald Kleine Wördemann
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Laage

Arbeitskampf vor der Airbag-Fabrik: Beim Autozulieferer TRW in Laage legten am Dienstag mehrere Hundert Beschäftigte zeitweise die Arbeit nieder. Die Mitarbeiter der Früh- und die Spätschicht streiften sich vor dem Werkstor rote IG-Metall-Westen und machten mit Fahnen und Sirenen auf ihr Anliegen aufmerksam: Sie fordern mehr Geld, oder wahlweise mehr freie Tage. Das sogenannte tarifliche Zusatzentgelt, das vergangenes Jahr für den bundesweiten Flächentarif ausgehandelt wurden, soll auch für sie gelten. Die Arbeitgeberseite lehnt das bislang ab. Man sei aber weiter zu Verhandlungen bereit, so ein Sprecher.

Für die 750 Beschäftigten des Unternehmens aus Laage, das seit vier Jahren zum Automobil-Zuliefererkonzern ZF Friedrichshafen mit 136 000 Mitarbeitern weltweit gehört, gilt ein eigener Haustarifvertrag. Das neu ausgehandelte Zusatzentgelt – wahlweise 27,5 Prozent eines Monatslohns extra oder sechs freie Tage – soll es laut IG Metall für sie nicht sofort, sondern schrittweise in drei Jahren geben, und auch nur gegen Zugeständnisse. „Das ist doch rechte Tasche rein, linke Tasche raus“, sagt Ralf Loheit, der Betriebsratsvorsitzende. So sollen im Gegenzug für eine schrittweise Heranführung an die Extraleistung freie Tage für Mitarbeiter ab 55 Jahre entfallen, die derzeit etwa 60 Leiharbeiter sollten statt 18 Monate bis zu 36Monate eingestellt werden, bevor sie übernommen werden müssen.

„Die Kollegen sind bereits zehn Prozent vom Lohnniveau des Flächentarifvertrages entfernt und sollen jetzt wieder Einbußen hinnehmen“, sagt Stefan Schad, Geschäftsführer der IG Metall Rostock-Schwerin. Zu mehr Zugeständnissen sei das Unternehmen nicht bereit gewesen, deshalb gebe es jetzt diesen Warnstreik.

Laut Betriebsrat Loheit fährt der Standort große Gewinne ein – dank des starken Einsatzes der Beschäftigten. „Wir wollen unseren Teil vom Erfolg“, sagt er. An Arbeit mangelt es jedenfalls nicht: Bei TRW wird in vier Schichten gearbeitet, sieben Tage die Woche. Instandhaltungselektriker Christian Barta berichtet beispielsweise, das er jedes zweite Wochenende arbeite – Sonnabends und Sonntags, jeweils zwölf Stunden. „Das soziale Leben leidet darunter“, sagt er. Zeit um Freunde zu treffen, habe er kaum noch.

„Die Belastung ist hoch“, meint auch Industriemechaniker Andreas Nietzold. Seit zehn Jahren arbeitet der 57-Jährige bei TRW, anfangs noch in drei Schichten und nicht am Wochenende. Doch dann wurde es immer mehr. Vor allem, als vor ein paar Jahren japanische Autohersteller ihre Airbags nach gefährlichen Pannen zurückrufen mussten und daraufhin auch bei TRW orderten, stieg die Produktion noch weiter an. Viele seine Kollegen würden sich wünschen, so Nietzold dass die Produktionsanlagen erweitert werden, damit sie wieder ein normaleres Leben führen können.

ZF Friedrichshafen übernahm 2015 das US-Unternehmen TRW Automotive, das seit Mitte der 1990er-Jahre in Laage Gasgeneratoren für Airbags herstellt. Durch die Übernahme entstand der drittgrößte Autozulieferer der Welt. „Unsere Airbags werden weltweit in Autos eingebaut“, sagt Mechaniker Nietzold mit hörbarem Stolz. Dabei helfe utner unter anderem der benachbarte Flughafen Rostock-Laage.

Gerald Kleine Wördemann

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