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Rostock Was Rostock und die Niederlande verbindet
Mecklenburg Rostock Was Rostock und die Niederlande verbindet
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10:18 18.04.2019
Der niederländische König Willem-Alexander und Königin Máxima besuchen im Mai Rostock. Quelle: Mohssen Assanimoghaddam/dpa
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Rostock

Ob sie am Straßenrand stehen wird, mit Fähnchen in der Hand – Caroline van Rhijn weiß das noch nicht so genau. „Wenn ich es schaffe, dann auf jeden Fall“, sagt die Kunsttherapeutin und Sozialpädagogin. Schließlich kommt Ende Mai nicht irgendein hoher Gast nach Rostock, sondern „ihr“ König: Willem-Alexander.

Für die Niederländer in und um Rostock ist die Visite des niederländischen Regentenpaares etwas ganz Besonderes. „Wir Holländer haben das im Blut: Wir stehen zu unserem Königshaus. Das kann man gar nicht wirklich erklären“, sagt van Rhijn. Aber nicht nur die 55 Niederländer in Rostock, sondern auch die Hansestadt selbst hat ein ganz besondere, enge Bindung an das Königreich.

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Willem-Alexander macht seine Sache gut“

Dass der König auch für die Exil-Niederländer in der Region ein bedeutender Mann ist – ja, das kann auch Harmen Jan Weijs, Landwirt aus Groß Stove, bestätigen. „Ich finde es toll, dass Willem-Alexander nach Rostock kommt“, sagt er. Und: „Ja, der König ist mir wichtig.“ Wieso und weshalb – so richtig erklären kann auch Weijs das nicht. „Auch persönlich habe ich eine Bindung zu ihm. Das ist halt so.“ Beim Besuch dabei sein wird er dennoch nicht: „Ich habe zu viel zu tun.“

Caroline van Rhijn schwärmt geradezu von Willem-Alexander: „Seine Mutter war sehr sympathisch – und er ist es auch.“ Offen seien die Oranjes. Und modern. „Willem-Alexander macht seine Sache sehr gut. Er hat mit seiner Art als König auch viele Holländer sehr positiv überrascht.“ Aber was genau das nun ist, dass die Niederländer so mit ihrem König verbindet – auch van Rhijn weiß das nicht in Worte zu fassen: „Der König ist halt ein Symbol. Für unser Land, unsere Heimat.“

OB: „Uns verbindet Vieles“

Auch Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) freut sich bereits auf den Besuch des Königspaares. Denn auch er – der ehemalige Hansesail-Chef – hat eine besondere Beziehung zu den Niederlanden. Das Land stellt seit Jahren die größte Flotte beim größten Segelfest des Landes. „Rostock verbindet mit vielen Städten in der Seefahrernation der Niederlande eine gemeinsame Geschichte. Und die ist bis heute Ausgangsbasis für neue Kontakte und gemeinsame Projekte.“

Freunde seit Jahrhunderten

Wie eng die Beziehungen ins Königreich sind, zeigt ein Blick in die Stadtchronik: Bereits 1615 schlossen die Vereinigten Generalstaaten der Niederlande ein Bündnis mit der Hanse – und somit auch mit Rostock. „In die damaligen Niederlande gab es gute Handelsbeziehung“, sagt Steffen Stuth, Leiter des Kulturhistorischen Museums in Rostock. Das Stadtarchiv spricht von Beziehungen nach Seeland, Holland, Friesland und Antwerpen. Die Rostocker Kaufleute bezogen Tuche und Stoffe aus der Region – und verkauften sie im gesamten Ostseeraum und Baltikum weiter.

„Die Niederlande galten in dieser Zeit als sehr schick“, so Stuth. Kunst und Kunsthandwerk aus dem heutigen Oranje-Königreich war begehrt und ein Zeichen von Reichtum. Im Rostocker Museum sind noch heute Fayencen aus jener Zeit zu sehen – und viele wertvolle Gemälde, die sich wohlhabende Rostocker einst bei niederländischen Meistern bestellten. „Unsere Sammlung zählt zu den bedeutendsten niederländischer Kunst in ganz Nordeuropa“, so Stuth.

Niederlande bauten Rostock auf

Den Höhepunkt der Beziehung zum Königreich erlebte Rostock aber im 18. und 19. Jahrhundert: Die Niederlande wurden zu einem der wichtigsten Handelspartner. Im Jahr 1846 beispielsweise kam fast jedes zehnte Schiff im Rostocker Hafen aus den Niederlanden. So steht es jedenfalls in der Stadtchronik. Und noch wichtig: Ohne die Niederländer wäre Rostock heute vermutlich nicht die bedeutende Stadt, die sie geworden ist. Denn 1677 brannten große Teil Rostocks nieder. „Und nach dem großen Stadtbrand waren es die Niederländer, die maßgeblich zum Wiederaufbau Rostocks beitrugen“, sagt Steffen Stuth. Sie haben die Hansestadt quasi wieder groß gemacht – indem sie das Baumaterial für neue Häuser lieferten. „Die Schiffe aus Holland brachten einen großen Teil der Steine, die dann in Rostock verbaut wurden“, erklärt der Museumsleiter. Bis heute seien die im Stadtbild zu sehen, zum Beispiel an alten Kaufmannshäusern am Stadthafen. „Die Ziegel aus den Niederlanden waren flacher als die bekannten Rostocker Backsteine – und kleinformatiger.“ Stuth: „Wir Rostocker haben dem Königreich viel zu verdanken.“

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Andreas Meyer

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