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Rostock Lieber OB, das wünscht sich Warnemünde für die Zukunft
Mecklenburg Rostock Lieber OB, das wünscht sich Warnemünde für die Zukunft
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17:46 03.07.2019
Blick auf die Promenade in Warnemünde.
Blick auf die Promenade in Warnemünde. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Ob kostenfreie Toiletten, die Sanierung der Gehwege oder die angespannte Parksituation – Auf der Tagesordnung des Warnemünder Ortsbeirates stehen immer wieder dieselben Themen, wie der Vorsitzende Alexander Prechtel (CDU) bestätigt. Probleme, die sich innerhalb der letzten 15 Jahre angesammelt und teilweise sogar zugespitzt haben. Mit der Wahl des neuen Oberbürgermeisters Claus Ruhe Madsen (parteilos) steigt die Hoffnung der Warnemünder, dass sich im Ostseebad nun etwas ändern könnte.

„Es muss etwas geschehen“, betont Prechtel. Aus diesem Grund habe er bereits angefangen eine Liste mit den dringendsten Baustellen zu erstellen. Die einzelnen Punkte möchte der Ortsbeirat zu gegebener Zeit mit dem neuen Stadtoberhaupt durchgehen. „Wir haben konkrete Vorstellungen, was die Zukunft des Ostseebades anbelangt. Im Einvernehmen mit dem OB wollen wir die einzelnen Themen Schritt für Schritt angehen.“

Dauerbrenner Mittelmole

Ganz oben auf Prechtels Liste steht die Mittelmole. Mit keinem anderen Thema hat sich der Ortsbeirat in den vergangenen Monaten so stark herumgeärgert, wie mit diesem. Dabei sei es dem Vorsitzenden wichtig, ein Konzept zu erarbeiten, das den Vorstellungen der Warnemünder entspricht. „Niemandem ist damit gedient, wenn wir uns streiten“, hebt er hervor. Die aktuellen Pläne der Wohnungsgesellschaft Wiro würden noch zahlreiche Unklarheiten offenlassen. Auf Fragen nach der Gebäudehöhe oder dem Aussehen der Silhouette gebe es nach mehrmaligen Nachfragen keine Antwort. „Am Ende muss die Stadt entscheiden und nicht die Wiro. Die Wünsche der Bürger sollten berücksichtigt werden“, findet Prechtel.

Pläne für Landessportschule

Ein Thema, das sich in diesem Zusammenhang ebenfalls ergibt, ist das Bauvorhaben der Landessportschule auf der Mittelmole. „Es ist noch immer nicht bekannt, wo genau gebaut werden soll und ob ein Flächentausch mit der Wiro stattfindet.“ Dem Ortsbeirat selbst sei es vor allem wichtig, dass der Standort am Ende mit den Bedürfnissen der Segler übereinstimmt.

Umgestaltung des Ortseingangs

Wer das Ostseebad über die Stadtautobahn ansteuert, der sieht neben dem Moor und Kleingärten vor allem graue Parkplätze und eine Tankstelle. „Das ist wirklich nicht schön. Seit Jahren warten wir darauf, dass sich etwas tut, doch nichts passiert“, klagt Prechtel. Frei nach dem Motto: der erste Eindruck zählt, wünscht er sich eine Umgestaltung des Ortseinganges. Nicht nur für Touristen, sondern auch für die Einheimischen sei eine ansprechende Einfahrt von Interesse.

B-Plan Strand soll Existenzen retten

Jedes Jahr aufs Neue stehen Gewerbetreibende am Strand vor der gleichen Herausforderung. Noch vor Saisonstart müssen sie ihre Gerätschaften aufbauen und die Flächen herrichten. Alleine für den Auf- und Abbau seien mehrere zehntausend Euro von Nöten, wie Matthias Treichel, Betreiber der gleichnamigen Strandoase bestätigt. „Dass die Leute nicht planen und investieren können, gefährdet zahlreiche Existenzen“, berichtet Prechtel. Aus diesem Grund setze sich der Ortsbeirat stets für den B-Plan Strand ein. Dieser solle den Gewerbetreibenden die notwendige Sicherheit geben und ihnen finanzielle Entlastung verschaffen.

Die Idee von Prechtel: eine fest installierte Plattform, die alle notwendigen Anschlüsse vereint.„Im Winter, wenn sie nicht gebraucht werden, könnte man diese dann dichtmachen. Das würde den Bewirtschaftern eine Menge Arbeit ersparen.“

Parkraumkonzept soll Abhilfe schaffen

Ob Falschparker, zugestellte Straßen oder ein mangelndes Angebot an Stellplätzen – für viel Ärger-Potenzial sorgt auch die aktuelle Parksituation in Warnemünde. „Hier muss dringend etwas passieren. Ziel sollte es sein, Autos so gut es geht, aus dem Zentrum rauszuhalten“, meint Prechtel. Ausgenommen seien Fahrzeuge der Einwohner. Auch Gewerbetreibende sollen es in Zukunft schwerer haben, eine Ausnahmegenehmigung zu bekommen. „Es geht nicht, dass einige Geschäfte mit mehreren Autos die Anwohnerparkplätze blockieren“, so der Ortsbeiratsvorsitzende.

Gleichfalls wünsche er sich die Etablierung einer sogenannten Brötchentaste. Wer nur kurz etwas im Ostseebad zu erledigen hat, solle das auch kostenfrei tun können. „In anderen Orten klappt das auch gut. Wieso nicht bei uns“, fragt sich Prechtel.

Toiletten für alle

„Es kann nicht sein, dass die Menschen in Warnemünde trotz Kurabgabe noch immer dafür bezahlen müssen, um auf Toilette gehen zu können“, schimpft der Ortsbeiratsvorsitzende. In vielen anderen Seebädern sei der kostenfreie Gang aufs stille Örtchen bereits gängige Praxis. „Als familienfreundliches Seebad sollten wir hier dringend nachziehen.“

Mehr als 25 weitere Punkte hat der Ortsbeiratsvorsitzende bereits zusammen getragen. „Und es werden noch viele weitere folgen“, ist sich Prechtel sicher. „Es ist wichtig, dass wir Warnemünde attraktiver und moderner machen. Wir wollen schließlich, dass die Menschen nicht nur ins Ostseebad kommen, sondern auch gerne wieder kommen.“

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