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Rostock Weitere Flüchtlinge erreichen Notunterkünfte
Mecklenburg Rostock Weitere Flüchtlinge erreichen Notunterkünfte
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13:51 14.09.2015
Am Rostocker Hauptbahnhof kamen am Sonntagabend weitere Flüchtlinge an. Busse brachten sie in die Notunterkunft in der Hansemesse gebracht. Die Notunterkunft im Fährterminal wurde erweitert. Quelle: Steffen Grafe und Benjamin Vormeyer
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Rostock

Am späten Sonntagabend sind erneut Flüchtlinge in Rostock angekommen. Etwa 170 Menschen erreichten gegen 22.51 Uhr den Hauptbahnhof mit dem Regionalexpress aus Hamburg. Mit zwei Sonderbussen dert RSAG wurden sie in die Notunterkunft in der Hansemesse gebracht.

Am Bahnhof wurden die Flüchtlinge von Freiwilligen empfangen, die Kleidung, Essen und Trinken verteilten.

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Aus der Hansemesse mussten am Sonntag 50 bereits angekommene Flüchtlinge wegen einer akuten Erkrankung in ein Krankenhaus gebracht werden.

Die Notunterkunft am Fährterminal wurde unterdessen an einen anderen Standort verlegt, ausgebaut und mit Strom versorgt. Auch hier sind seit Tagen unermüdlich freiwillige Helfer im Einsatz.

Die erst vor wenigen Tagen fertigen Notunterkünfte für Flüchtlinge an Kasernen in Basepohl und Neubrandenburg-Fünfeichen (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) sind fast voll. In beiden Unterkünften leben derzeit 413 Menschen, die Kapazität liegt bei 450 Plätzen, wie am Montag ein Sprecher der zuständigen Panzergrenadierbrigade 41 in Neubrandenburg sagte. In Fünfeichen sei in der Nacht zu Montag ein weiterer Bus mit mehr als 60 Flüchtlingen, vor allem aus Syrien aus der Erstaufnahmestelle Horst bei Ludwigslust angekommen. Nun lebten in Fünfeichen 283 Flüchtlinge, bei einer Kapazität von 300 Plätzen.

In Basepohl, wo es 150 Plätze in Gebäuden gebe, die vom übrigen Kasernengelände abgetrennt wurden, kamen 130 Flüchtlinge seit Freitag unter. Unstimmigkeiten gibt es zu den Plänen für Basepohl. Während das Schweriner Innenministerium Planungen vorstellte, längerfristig in Basepohl eine Erstaufnahmeeinrichtung mit bis zu 1000 Plätzen einzurichten, wurde das von der Brigade 41 nicht bestätigt.

In der Kaserne seien noch 200 Soldaten eines Logistikbataillons mit schwerem Gerät untergebracht, die zwar nach Hagenow umziehen sollen, dort seien aber die Bauarbeiten noch nicht so weit. Geplant war bisher, Basepohl im Frühjahr 2016 als Kaserne an den Bund abzugeben.

Die Fähren von Rostock nach Schweden werden weiter von Flüchtlingen benutzt. Wie der Geschäftsführer von Stena Line, Detlef Kobrow, am Montag sagte, werden pro Fähre regelmäßig bis zu 150 Flüchtlingen registriert. Dabei sei die Lage jedoch ruhig. „Das haben wir auch den vielen Helfern zu verdanken, die mit an Bord gehen, um bei der Koordination der zahlreichen Flüchtlinge zu helfen“, erklärte Kobrow.

Dies bestätigte auch der Geschäftsführer von TT-Line, Hanns Heinrich Conzen. Sein Fährunternehmen werde jeden befördern, den es kann. Derzeit sei die Lage entspannt, die Schiffe seien nicht komplett ausgebucht.



OZ

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