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Rostock Wemacom zieht Angebot im Kreis Rostock zurück
Mecklenburg Rostock Wemacom zieht Angebot im Kreis Rostock zurück
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17:08 08.07.2019
Mit großem Bahnhof wurde am 2. Mai 2019 in Tessin der erste Spatenstich für den geförderten Breitbandausbau im Landkreis Rostock vollzogen. Quelle: Frank Söllner
Güstrow

Hiobsbotschaft für den geförderten Breitbandausbau im Landkreis Rostock. Für zwei Projektgebiete „wird es eine deutliche Verzögerung beim flächendeckenden Glasfaserausbau geben“, heißt es in einer Mitteilung des Landkreises Rostock.

Betroffen sind die Bereiche LRO23-04 mit Kröpelin, Bastorf, Reddelich, Retschow, Steffenshagen, Wittenbeck und LRO24-06 mit Bartenshagen-Parkentin, Hohenfelde, Kritzmow, Lambrechtshagen, Stäbelow und Ziesendorf. Den Zuschlag für den Glasfaserausbau in diesen Kommunen hatte die Wemacom Breitband GmbH im März 2019 bekommen. Dieses Telekommunikationsunternehmen hat nun sein Angebot zurückgezogen. „Aus wirtschaftlichen Gründen“, wie Kreissprecher Michael Fengler kurz erklärt.

Kreis: Privatweg von Gemeinden war Risiko

Wirtschaftsdezernent Romuald Bittl bewertet die Situation bei einem Gespräch am Montag mit betroffenen Städten und Gemeinden als „Rückschlag für den Breitbandausbau im Landkreis“. „Wir haben davor gewarnt, dass der sogenannte eigenwirtschaftliche Ausbau in einigen Gemeinden die Förderung durch den Bund gefährdet“, sagt Bittl. „Dieses Risiko ist Realität geworden.“

Das Privatunternehmen Deutsche Glasfaser hatte in sieben Gemeinden des Landkreises mit dem Ausbau des Glasfasernetzes ohne Förderung begonnen. Dazu zählen fünf Gemeinden im Amtsbereich Warnow-West sowie Reddelich und Admannshagen-Bargeshagen. Lambrechtshagen hat inzwischen schon Turbo-Internet, während die Hausanschlüsse in den anderen Kommunen derzeit noch an Querungsgenehmigungen der Deutschen Bahn hängen.

Kommunen weisen Schwarzen Peter zurück

Die sieben Gemeinden wollten nicht auf den öffentlich geförderten Netzausbau warten, in den kreisweit rund 250 Millionen Euro Fördermittel fließen. Sie haben Kooperationsverträge mit der Deutschen Glasfaser geschlossen, nachdem sich 40 Prozent der Haushalte für diesen Anbieter entschieden hatten.

„Wir wurden schon Anfang 2017 von Wirtschaftsminister Christian Pegel geradezu ermuntert, mit der Deutschen Glasfaser zu gehen“, erinnert sich Kritzmows Bürgermeister Leif Kaiser an ein Gespräch im Amt Warnow-West. „Das sei nicht förderschädlich, hieß es damals. Sonst hätten wir die Lage ja noch mal neu bewertet“, stellt Kaiser klar, der sich nun nicht den „Schwarzen Peter“ vom Landkreis zuspielen lassen will.

Bundesförderung ist nun hinfällig

Die Kundenwerbung durch das Privatunternehmen habe zu einer Zeit stattgefunden, als das Förderprogramm des Bundes schon lief, kritisiert der Kreis. „Damit sind die Berechnungsgrundlagen für die Bundesförderung hinfällig“, sagt Bittl. „Hinzu kommt, dass der eigenwirtschaftliche Ausbau leider nicht flächendeckend, sondern nur da, wo es sich gelohnt hat, stattgefunden hat.“

Auch hier widerspricht Kaiser: „Ich bin froh über den jetzigen Stand. 97 Prozent der Haushalte sind mit Glasfaser versorgt. Nur fünf Häuser können nicht angeschlossen werden“, berichtet der Bürgermeister. Die Gemeinde habe mit der Firma nachverhandelt, so dass auch kleinere Ortsteile wie Klein Stove ans Netz kommen. Und auch der Anschluss der Gewerbegebiete werde durch die Deutsche Glasfaser geprüft.

Neuausschreibung für Gebiet um Kröpelin

Von den ursprünglich beantragten 2800 Adressen im Bereich LRO24-06 seien nur noch 500 übrig, teilt denn auch der Kreis mit. Der ursprüngliche Plan des geförderten Breitbandausbaus und die beantragte Förderung gingen nicht mehr auf. Daraufhin habe das für den geförderten Leitungsausbau vorgesehene Unternehmen sein Angebot zurückgezogen und das für das angrenzende Projektgebiet gleich dazu. „Wir haben nun intensiv nach Lösungen gesucht“, berichtet Baudezernent Bittl.

16 Projektgebiete im Landkreis Rostock

Rund 250 Millionen Euro aus Mitteln des Bundes, des Landes und der Kommunen sind für das größte Infrastrukturprojekt in der Geschichte des Landkreises Rostock eingeworben worden. Der öffentlich geförderte Breitbandausbau wird in den nächsten Jahren in 16 Projektgebieten erfolgen. Rund 2360 Kilometer Tiefbau, 137 Kilometer oberirdische Leitungen und die Verlegung von insgesamt rund 11 000 Kilometer Glasfaser sind dafür notwendig. Umgesetzt werden die Maßnahmen von mehreren Unternehmen. Neben der Telekom Deutschland GmbH (zehn Ausbaugebiete) ist das die Landwerke Breitband M-V GmbH (vier Projektregionen). Die Wemacom Breitband GmbH (zwei Projekte) hat ihr Angebot nun zurückgezogen.In den ersten drei Projektgebieten Amt Tessin, Amt Bützow-Land und Carbäk/Rostocker Heide sollen mehr als 9000 Privathaushalte, Unternehmen und Institutionen ans schnelle Netz gebracht werden. In Tessin hat die Telekom, die größte Auftragnehmerin, am 2. Mai 2019 mit dem Netzausbau begonnen.Die Fördersummen in den Projektgebieten des Landkreises bewegen sich zwischen 5,4 und rund 24 Millionen Euro. Die höchste Förderung wird für das Projektgebiet LRO23-01 eingesetzt, das 18 Gemeinden im ländlichen Raum in den Ämtern Güstrow-Land, Schwaan und Laage mit Glasfaseranschlüssen versorgen wird.

Für das Ausbaugebiet rund um Kröpelin ist eine Neuausschreibung vorgesehen. Da sich die Förderbedingungen nicht gravierend verändert hätten sollte dies zügig vorankommen, stellt Kreissprecher Fengler in Aussicht. Kröpelins Bürgermeister Thomas Guttek hofft darauf. „Das Ganze verlängert den Prozess ungemein“, sagt Guttek nach dem Krisengespräch in Güstrow. Kröpelin habe sich „als kleine Solidargemeinschaft gesehen“ und den privaten Avancen widerstanden. Aber die Region brauche dringend schnelles Internet.

Für das Gebiet LRO24-06 seien ein neuer Zuschnitt und eine neue Ausschreibung notwendig, um die verbliebenen Adressen an das geförderte Glasfasernetz anzuschließen, informiert der Kreis. „Das kann Jahre dauern“, reagiert Bürgermeister Kaiser.

Doris Deutsch

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