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Rostock Wenig Ostsee in unseren Fischbrötchen
Mecklenburg Rostock Wenig Ostsee in unseren Fischbrötchen
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08:04 29.04.2014
In den Fischbrötchen, die entlang der Ostsee verkauft werden, steckt nicht immer Ostseefisch. Quelle: Frank Söllner
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Rostock

Für viele Touristen ist der Biss ins Fischbrötchen im Ostsee-Urlaub ein Muss. Im festen Glauben daran, ein regionales Produkt zu verputzen. Wenn Kunden die Angaben auf den Preistafeln allerdings gründlich lesen, gibt es oft lange Gesichter. „Nur mit dem eigenen Fang aus der Ostsee könnten wir nicht überleben“, sagt Bernd Schütze, Vorstandsvorsitzender der Fischereigenossenschaft „Am Sund“ in Stahlbrode (Landkreis Vorpommern-Rügen). Manche Fischhändler böten zu 80 Prozent Tiere aus Eigenfang an, andere würden „deutlich mehr zukaufen“, schätzt Claus Ubl, Sprecher des Verbandes der deutschen Kutter- und Küstenfischerei. „Kunden wollen eben das ganze Sortiment, verlangen Aal oder Heilbutt, obwohl es aus der Ostsee vielleicht gerade nur Hering gibt.“

Aus Sicht des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (Lallf) ist der Angebotsmix unproblematisch – vorausgesetzt, die Herkunft des Fisches ist für den Kunden klar erkennbar. „Es schreibt ja keiner an seinen Kutter oder Verkaufsstand, dass er ausschließlich frischen Ostseefisch verkauft“, sagt Lallf-Sprecherin Jana Powilleit. Fehlt aber ein eindeutiges Etikett, droht Ärger. Das Landesamt kontrolliert stichprobenartig, ob die Fischer ihre Hausaufgaben gemacht haben.

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Kathrin Starke