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Rostock Wer bewahrt die Dummerstorfer OZ-Kaninchen vor dem Kochtopf?
Mecklenburg Rostock Wer bewahrt die Dummerstorfer OZ-Kaninchen vor dem Kochtopf?
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18:34 27.11.2019
Karl Studier (77) mit seinem Kaninchennachwuchs in der Gartenanlage in Dummerstorf. Sechs Wochen sind die Kleinen alt. Quelle: Frank Hormann
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Dummerstorf

Zwei süße, kleine Fellknäuel hoppeln neugierig auf einer Box vor ihrem Käfig herum. Souverän meistern die beiden jungen Zwergwidder ihr erstes Fotoshooting der OZ. Es handelt sich um den jüngsten Nachwuchs des Dummerstorfer Kaninchenzüchters Karl Studier. An sich nichts Ungewöhnliches. Immerhin züchtet der 77-Jährige schon fast sein ganzes Leben lang Kaninchen. Doch diese beiden Jungtiere sind die erste Kreuzung seiner beiden Rassen – und die OZ ist nicht ganz unschuldig daran.

Bereits Anfang September hatten wir den Kleintier-Liebhaber in seinem idyllischen, tierreichen Schrebergarten besucht. Damals berichtete die OZ über Studier und seine Kaninchen im Rahmen der Mecklenburgischen Landwirtschaftsausstellung (Mela), an der er zum 25. Mal teilnahm. Ein schönes Foto seiner wildgrauen und thüringerfarbigen Zwergwidder durfte dabei natürlich nicht fehlen. Zwei Jungtiere je einer Rasse wählte der Züchter dafür aus und drapierte sie dort, wo heute die Kleinen hoppeln.

Nachwuchs während Fototermin gezeugt

„Wissen Sie noch, wie schnell das ging?“, fragt Studier verschmitzt. Die Rede ist vom Geschlechtsakt der damals noch jungfräulichen Tiere. Denn kaum posierten die beiden für das Foto, war es auch schon geschehen: Der Rammler beglückte die Häsin – und unser Fotograf hielt den ebenso kurzen, wie überraschenden Moment, in Bildern fest.

Vier Wochen später dann der Anruf in der Redaktion: „Ich wollte Ihnen nur eben sagen, dass es erfolgreich war“, teilt Studier mit einem hörbaren Schmunzeln mit. Seine thüringerfarbige Häsin habe zwei Junge geworfen. Er sei erstaunt gewesen, dass sie tatsächlich gleich trächtig wurde: „Die Häsin war gerade mal vier Monate alt. Eigentlich fast noch ein bisschen jung, um schon Nachwuchs zu bekommen.“

Zuhause für gesucht

Ob das nicht gegen die Züchter-Ehre geht, zwei Rassen zu kreuzen, erkundigen wir uns ein wenig schuldbewusst. „Ich wollte schon immer mal wissen, wie eine Mischung der beiden Farben aussieht“, freut sich der 77-Jährige über die Zufalls-Kreuzung. Er habe es nur immer wieder sein lassen, da er für Experimente zu wenig Tiere habe. Und wie findet er das Ergebnis nun? „Sie sehen dem wildgrauen Vater sehr ähnlich, da die Farbe dominant in der Vererbung ist. Die Unterschiede wird man erst später in der Fellschichtung sehen“, meint der erfahrene Züchter.

Anfang September hatte die OZ Züchter Karl Studier und seine Kaninchen in Dummerstorf besucht. Was da passiert ist und schließlich draus wurde, sehen Sie hier.

Nun ist der „OZ-Nachwuchs“ bereits acht Wochen alt und kann von seiner Mutter getrennt werden. „Zur Zucht sind sie natürlich nicht geeignet. Sie sind ja nicht reinrassig“, erklärt Studier. Deshalb werde er sie auch nicht noch mal kreuzen. Und da er sie auch nicht auf Ausstellungen mitnehmen kann, wird die kleinen Fellknäuel wohl das Schicksal des Kochtopfs ereilen, sobald sie groß genug sind. „Ich würde sie aber auch abgeben“, meint der Rentner zwinkernd. Gerne würden wir noch einmal in den Dummerstorfer Garten fahren und ein Happy End für die „OZ-Hasen“ verkünden. Interessierte Leser dürfen sich gern bei der Autorin melden.

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Von Maria Baumgärtel

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