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Rostock Wer hat den Strandvogt gesehen?
Mecklenburg Rostock Wer hat den Strandvogt gesehen?
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19:32 31.07.2019
Bei hochsommerlichen Temperaturen ist der Strand von Warnemünde bis auf den letzten Platz gefüllt. Quelle: Frank Söllner
Rostock

 Der Ärger steht Hannelore Reichert ins Gesicht geschrieben. Am Warnemünder Strand hält sie Ausschau nach dem Strandvogt. „Ein Hund hat sich an meinen Sachen bedient und eine meiner Socken geklaut“, berichtet sie wütend. „Dabei sind die Tiere hier an dem Abschnitt überhaupt nicht erlaubt. Wieso kümmert sich denn niemand darum“, wundert sich die 68-Jährige.

Mit dieser Frage steht die Urlauberin aus Brandenburg längst nicht alleine da. Immer wieder suchen Besucher einen Ansprechpartner, der für Ordnung an der Ostsee sorgt – oftmals vergeblich. „Früher gab es hier doch einen Mann, der sich um solche Sachen gekümmert hat. Jeder kannte ihn, denn er war hier den ganzen Tag unterwegs“, erinnert sich Detlef Weber. Heute weiß er nicht, an wen er sich wenden kann, wenn wieder illegal Lagerfeuer entzündet werden oder Wassersportler die Badegäste behindern.

Externer Dienstleister beschäftigt

Seit einigen Jahren erfolge die Vergabe der Dienstleistungen des Strandvogtes an ein externes Unternehmen, wie die Tourismuszentrale auf Anfrage mitteilt. „Das hat den Prozess hinsichtlich der Einstellung von Saisonkräften vereinfacht.“ Aktuell sei die Firma „JM Event & Security“ vertraglich gebunden worden. Zu erkennen seien die Mitarbeiter in Warnemünde und Markgrafenheide an ihrer weiß-blauen Dienstbekleidung, die mit der entsprechenden Aufschrift „Strandvogt“ versehen ist.

Zweifel an der Existenz

Trotz der wohl markanten Uniform zweifeln einige Rostocker an der Existenz des Vogtes. „Ich bin so gut wie jeden Tag am Strand und habe nicht ein Mal jemanden gesehen“, sagt Marion Rüssel. Auch Alexander Prechtel (CDU), Ortsbeiratsvorsitzender in Warnemünde, hat diesbezüglich mehrere Hinweise von Urlaubern und Einheimischen bekommen. „Keiner weiß, wer er ist“, sagt er achselzuckend. Ein großes Problem, wie er findet: „Viele Jahre hat das System gut funktioniert. Der Strandvogt war Ansprechpartner Nummer eins und wenn es brenzlig wurde, hatte er einen kurzen Draht zur Polizei.“

Dem kann Jürgen Dudek (Rostocker Bund), Vorsitzender des Ortsbeirats Heide, nur zustimmen. „Wir hatten immer ein sehr gutes Verhältnis zum Strandvogt. Heute wissen die Leute nicht mehr, wo sie hinsollen.“ Vor allem in den vergangenen Wochen haben sich die Beschwerden von Bürgern wegen Hunden am Strand gehäuft. „Ich würde mir wünschen, dass der Posten wieder direkt der Tourismuszentrale unterstellt ist. Das hat deutlich besser funktioniert“, so Dudek weiter.

Braucht der Strandvogt mehr Befugnisse?

„Das ist unzulänglich. Der Strandvogt muss hoheitliche Befugnisse haben und das ist bei externen Dienstleistern nicht möglich“, sagt Prechtel. Eine Tatsache, die auch die Tourismuszentrale bestätigt: „Derzeit verfügt der Strandvogt über die sogenannten Jedermannrechte.“ Dadurch würden ihm Autorität und Präsenz fehlen, wie Prechtel findet. Der Wunsch des Ortsbeiratsvorsitzenden sei, dass der Posten des Strandvogtes in den Kommunalen Ordnungsdienst integriert werde. „Damit kann er Platzverweise aussprechen und kann gezielt etwas gegen Verstöße unternehmen.“

„Was soll ein einzelner Mann gegen eine ganze Gruppe schon anrichten. Da helfen ihm seine Befugnisse auch nicht weiter“, meint hingegen Dudek. Er befürchtet, dass eine Eingliederung des Strandvogtes in den Kommunalen Ordnungsdienst hohe Kosten mit sich bringen würde.

In einem Punkt sind sich alle Beteiligten einig, so wie die Situation aktuell aussieht, kann es nicht bleiben. „So wie es früher war, hat doch alles gut funktioniert“, meint Dudek. Auf Antrag des Ortsbeirates Warnemünde und Beschluss der Bürgerschaft werde die Aufgabe ab 2020 dennoch wieder direkt bei der Tourismuszentrale angesiedelt. Diese betont: „Die Zusammenarbeit mit dem Dienstleister verlief in der Vergangenheit sehr gut und stets im engen Schulterschluss.“

Susanne Gidzinski

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