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Rostock Werften-Krise: Nordic-Zahlen werden zum Staatsgeheimnis
Mecklenburg Rostock Werften-Krise: Nordic-Zahlen werden zum Staatsgeheimnis
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06:18 27.02.2015
Bereits zum zweiten Mal seit Anfang Dezember hat die Spitze der finanziell angeschlagenen Nordic-Werften in Wismar, Warnemünde und Stralsund vor dem Finanzausschuss des Landtages Rede und Antwort stehen müssen. Im Bild: die Warnow-Werft in Warnemünde.
Bereits zum zweiten Mal seit Anfang Dezember hat die Spitze der finanziell angeschlagenen Nordic-Werften in Wismar, Warnemünde und Stralsund vor dem Finanzausschuss des Landtages Rede und Antwort stehen müssen. Im Bild: die Warnow-Werft in Warnemünde. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Bereits zum zweiten Mal seit Anfang Dezember hat die Spitze der finanziell angeschlagenen Nordic-Werften in Wismar, Warnemünde und Stralsund vor dem Finanzausschuss des Landtages Rede und Antwort stehen müssen. Doch wie bereits vor zehn Wochen wurden die Obleute von SPD, CDU, Grünen und Linkspartei im Anschluss zum Schweigen verdonnert. Betriebsinterna seien nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, hieß es knapp.

Dass der Schiffbaubetrieb bis vor wenigen Wochen auch von einem 30-Millionen-Kredit der öffentlichen Hand profitiert hat und noch immer rund 24 Millionen Euro an öffentlichen Landesbürgschaften in Anspruch nimmt, interessierte insbesondere die Ausschuss-Mitglieder der Großen Koalition ebenso wenig wie die Tatsache, dass eine vergleichbare Geheimniskrämerei erst vor wenigen Jahren maßgeblich schon einmal einem Werften-Verbund, damals P+S, unkritisch bis zur Pleite Spalier gestanden hatte.

270 Millionen Euro verlor das Land im Zuge der späteren Insolvenz.

Letztlich drang gestern nur nach außen, dass es der russische Werften-Eigner Witalij Jussufow vorgezogen hatte, sich zu entschuldigen, und stattdessen seinem Geschäftsführer Jürgen Wollny den Vortritt ließ.

Der Betriebsrat wandte sich gestern flehentlich an den Ausschuss, um den Fall zur „Chefsache“ zu machen. Eine Anfrage der OZ mit Fragen zur aktuellen Lage lässt Werften-Sprecher Stefan Sprunk seit nunmehr drei Tagen unbeantwortet.



Jörg Köpke