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Rostock Wie viel Europa steckt in Rostock?
Mecklenburg Rostock Wie viel Europa steckt in Rostock?
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13:14 26.05.2019
Marcel Barche (27) vom Europäischen Integrationszentrum in Rostock kümmert sich um europapolitische Bildung in ganz MV. Quelle: OVE ARSCHOLL
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Rostock

Am 26. Mai 2019 wird das Europäische Parlament gewählt. Das sitzt in Straßburg, Brüssel und Luxemburg und ist ziemlich weit weg. Seit 1979 finden die Wahlen des EU-Parlaments alle fünf Jahre statt. Damit ist es das einzige direkt gewählte Organ der Europäischen Union und sogar die einzige direkt gewählte überstaatliche Institution weltweit. Aber was hat das jetzt mit Rostock zu tun? Fünf Beispiele, die zeigen, wie viel Europa in Rostock steckt.

1. Förderung der Forschung

Auf europäischer Spurensuche in Rostock landen wir zunächst im Europäischen Integrationszentrum (EIZ). Der Verein in der Östlichen Altstadt beantwortet Fragen rund um die Europäische Union und setzt sich als staatlich anerkanntes Weiterbildungszentrum für politische Bildung über die Stadtgrenzen hinaus ein. EIZ-Mitarbeiter Marcel Barche (27) erklärt, dass sich Europa in Rostock vor allem am Geld, also an den Fördermitteln erkennen lasse. Damit meint er die Europäischen Fonds, die strukturschwachen Regionen zur Verfügung gestellt werden. Einer dieser Fonds ist der sogenannte EFRE – der Europäische Fonds für regionale Entwicklung. Zu den aktuellen EFRE-geförderten Projekten zählt der Erweiterungsbau des Instituts für Chemie an der Universität Rostock. „Die Fördermittel bei diesem Projekt betragen 8,19 Millionen Euro. Das sind knapp 48 Prozent der Gesamtinvestition“, erklärt der Politikwissenschaftler Marcel Barche.

Forschung und Innovation, Wettbewerbsfähigkeit von kleinen Unternehmen, Klimaschutzprojekte und eine nachhaltige Stadtentwicklung sind die wesentlichen Förderlinien des EFRE. Ganz Mecklenburg-Vorpommern erhält von 2014 bis 2020 aus diesem Fonds 967,8 Millionen Euro. Das kann sich sehen lassen.

2. Chancengleichheit dank Sozialfonds

Ein anderer Fonds ist der Europäische Sozialfonds, kurz ESF. Investitionen aus dem ESF sind für die schulische und berufliche Bildung, soziale Inklusion und die Entwicklung von Wissen und Innovation vorgesehen. Das Projekt „KarriereWegeMentoring“ ist Teil einer landesweiten Initiative, die die Universität Rostock in Kooperation mit der Universität Greifswald umsetzt. Die Initiative verfolgt das Ziel, Nachwuchswissenschaftlerinnen in ihren beruflichen Laufbahnen zu stärken. 365 000 Euro aus dem ESF tragen zur Chancengleichheit in der Wissenschaft am Standort Rostock bei. „Ein anderes ESF-gefördertes Projekt ist Wetscapes“, erklärt Marcel Barche. Das Vorhaben beschäftige sich mit der Bewirtschaftung von Mooren und werde zu 100 Prozent finanziert. Es wird im Rahmen des Exzellenzforschungsprogramms des Landes mit ca. fünf Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds gefördert. Auch der Gründerwettbewerb „Inspire“ zur Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft wird mit 1,99 Millionen Euro aus dem ESF finanziert.

Die Fördermittel stammen übrigens aus dem EU-Haushalt. Alle Mitgliedsbeiträge richten sich nach der Wirtschaftskraft der Mitgliedsstaaten.

3. Keine Mogelpackungen

An ganz anderer Stelle finden wir Europa in Rostock, wenn es um Lebensmittel geht. Denn welche Zusatzstoffe hat schon ein Orangensaft? Und wie viel Zucker ein Schokoriegel? Die EU sorgt dafür, dass der Verbraucher schon beim Einkauf die Antwort findet. Auf allen Lebensmittelverpackungen müssen EU-weit einheitliche Tabellen zu finden sein. Die Angaben zum Energiegehalt, zur Menge an Fett, Zucker, Eiweiß oder Salz finden sich auch in den Supermärkten der Hansestadt. Außerdem müssen bei jedem Produkt Stoffe, die Allergien auslösen können, gekennzeichnet sein. Neben diesen Lebensmittelkennzeichnungen hat die EU auch einheitliche Qualitätszeichen eingeführt: Das CE-Zeichen oder das Ökosiegel für Biolebensmittel geben dem Verbraucher Orientierung beim Einkauf, auch in Rostock.

4. Europa im Portemonnaie

Eine weitere europäische Auswirkung halten wir nahezu täglich in unseren Händen: den Euro. Die Gemeinschaftswährung wurde 1999 eingeführt, seit 2002 ist sie auch in den deutschen Portemonnaies zu finden. Damit haben die gleichen Münzen zum ersten Mal seit 1500 Jahren Gültigkeit vom Mittelmeer bis zur Ostsee. Deshalb macht der Euro auch das Reisen einfacher: Die Währung gilt in 19 Ländern der EU. Und das spart jährlich mehr als 30 Milliarden Euro Wechselgebühren. Der Euro gilt als stabile Währung. Laut Europäischer Union ist die Inflation seit seiner Einführung wesentlich niedriger als in den Jahrzehnten zuvor.

Seit 2018 hat die Hansestadt Rostock sogar einen ganz eigenen Euro: Die 20-Eu­ro-Ge­denk­mün­ze „800 Jah­re Han­se­stadt Ro­stock“. Die Bundesregierung beschloss im August 2017, eine Gedenkmünze prägen zu lassen. Die Münze soll an die Stadtrechtsbestätigung für Rostock im Jahr 1218 erinnern und die Entwicklung der Stadt würdigen.

5. Mit Geld nicht zu bezahlen: 70 Jahre Frieden

Neben Studierendenaustausch, Städtepartnerschaft, Zollfreiheit, fairem Handel, kostenlosem Wlan, Fördergeld und EU-Standards gibt es eine Sache, die mit Geld nicht zu bezahlen ist: Die EU garantiert seit 70 Jahren Frieden. In Freiheit, Demokratie und Sicherheit leben zu können, ist für viele Menschen selbstverständlich geworden. Die Zeiten, in denen Kriege Europa erschüttern, scheinen längst vergessen. Über eine halbe Milliarde Europäer leben heute in Frieden und Freiheit – dank der EU. Der ehemalige Außenminister Guido Westerwelle sagte es so: „Die europäische Integration ist das erfolgreichste Friedensprojekt der neueren Geschichte.“ Noch nie gab es in der Geschichte Europas so lange durchgängig Frieden. „Wir streiten mit Worten und lösen unsere Konflikte am Verhandlungstisch, nicht in Schützengräben“, erklärte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Das ist unbestreitbar, findet auch Marcel Barche aus Rostock und meint: „Wählen zu dürfen, ist ein hart erkämpftes Recht, das wir unbedingt wahrnehmen sollten. Wenn man mit der Politik unzufrieden ist, lohnt es sich nicht, am Stammtisch zu sitzen, sondern mitzugestalten.“ Und das zählt auch in Rostock für eine weltoffene und friedliche Stadt.

EU-Wahl 2019: Schon gewusst?

Wahltag

Nicht in jedem Land wird am 26. Mai das Europäische Parlament gewählt. In den Niederlanden findet die Wahl traditionell am Donnerstag und somit schon am 23. Mai statt, in Irland wird am 24. und auf Malta am 25. Mai gewählt.

Mindestalter der Kandidaten

In Deutschland und in den meisten wahlberechtigten Ländern beträgt das Mindestalter der Kandidaten 18 Jahre. In Rumänien muss ein Kandidat mindestens 23 Jahre alt sein. Für Italien und Griechenland gilt ein Mindestalter von 25 Jahren.

Stimmabgabe aus dem Ausland

In den meisten Ländern sind eine Briefwahl und die Stimmabgabe in einer Botschaft möglich. E-Voting, also eine Online-Stimmabgabe, lässt bisher nur ein Land zu: Estland. Irland, Malta und die Slowakei gehören zu den Ländern, in denen eine Stimmabgabe aus dem Ausland nicht möglich ist.

Wahlpflicht

In fünf Mitgliedsstaaten ist die Stimmabgabe Pflicht: Belgien, Bulgarien, Luxemburg, Zypern und Griechenland.

Hier lesen Sie, wie viel Europa in Mecklenburg-Vorpommern steckt

 Alles über die Europawahl in MV: Zur Themenseite

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