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Rostock Wieder Demo für das Volkstheater
Mecklenburg Rostock Wieder Demo für das Volkstheater
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20:00 30.04.2015
Hunderte Sympathisanten des Volkstheaters demonstrierten bereits mehrmals für Intendant und vier Sparten. Am kommenden Mittwoch ist ein provokantes Wahlspiel geplant.
Hunderte Sympathisanten des Volkstheaters demonstrierten bereits mehrmals für Intendant und vier Sparten. Am kommenden Mittwoch ist ein provokantes Wahlspiel geplant. Quelle: Bernd Wüstneck
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Rostock

Noch einmal entscheidet die Rostocker Bürgerschaft am Mittwoch über die Berufung von Intendant Sewan Latchinian, noch einmal soll es davor eine Demo vor dem Rathaus geben. Nach dem Widerspruch von Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) zum Beschluss der Bürgerschaft, den Intendanten wieder einzusetzen, ist jetzt wieder die Bürgerschaft am Zug. Methling hat zwei Bedingungen: Latchinian möge sich für seine kritischen Worte gegenüber der Politik entschuldigen und erklären, Beschlüsse seines Dienstherrn umzusetzen. Was der OB einen „Kompromiss“ nennt, kritisiert Sybille Bachmann (Rostocker Bund) als Erpressung. Sie fordert: Die Bürgerschaft möge den Intendanten einfach erneut bestätigen – dann müsste der OB ihn bald ernennen.

Gegen Methlings Vorgehen kündigt die „Initiative Volkstheater“ wieder Protest an. Für Mittwoch von 15 bis 17 Uhr ist eine Demo auf dem Neuen Markt angekündigt. Geplant sei ein Wahlspiel, bei dem die Teilnehmer abstimmen könnten. Die Initiative „Wir haben den Hut auf!“ trete dabei gegen das Bündnis „BroMeSe“ an. Letzteres stehe für die Allianz zum Kulturabbau von Minister Brodkorb, OB Methling und Ministerpräsident Sellering, erklärt Organisator Thomas Kunzmann. „Eine Regierung ohne Rücksichtnahme. Bürger sollen sich unterordnen und kritiklos hinnehmen, was Politik entscheidet.“ Das sei nicht hinnehmbar.

Bereits am Montag sucht der Theater-Förderverein den Dialog zur Rostocker Politik. Vorsitzende Antje Jonas hat alle 53 Bürgerschaftsmitglieder zum Gespräch mit Sewan Latchinian und Theater-Geschäftsführer Stefan Rosinski eingeladen. „Wir wollen deeskalieren“, so Jonas. Denn eine Mehrheit für eine vorbehaltlose Berufung Lathinians steht derzeit in der Bürgerschaft nicht. Zünglein an der Waage könnten die Grünen sein, die bei der jüngsten Abstimmung für Latchinian votierten.



Frank Pubantz