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Rostock Als Studenten noch Briketts für den Hörsaal schaufeln mussten
Mecklenburg Rostock Als Studenten noch Briketts für den Hörsaal schaufeln mussten
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18:35 15.05.2019
Ehemalige Rostocker Medizinstudenten treffen sich 60 Jahre nach Studienbeginn wieder: Ute Mildner, Dietrich Thierfelder, Michael Lafrenz, Bernd Osten, Brigitte Thierfelder (von rechts). Quelle: Gerald Kleine Wördemann
Rostock

Wohnungsmangel bei Studierenden ist nichts Neues: „Wir waren in Kühlungsborn untergebracht“, erzählt Dietrich Thierfelder. Die Hotelzimmer waren ungeheizt, warmes Wasser gab es ebenfalls nicht. Morgens um 5 Uhr mussten die Rostocker Medizinstudenten aufstehen. Mit der Molli ging es in aller Frühe nach Bad Doberan, und von dort aus weiter, zum Hörsaal in die Hansestadt. „Um 23 Uhr kamen wir wieder zu Hause an“, sagt Ute Mildner. So etwas würde heute keiner mehr freiwillig mitmachen, ist sie überzeugt.

Wiedersehen nach 60 Jahren

Mildner lebt in Wismar und ist Fachärztin für Allgemeinmedizin im Ruhestand, der Schweriner Thierfelder hat sein Berufsleben als Gynäkologe verbracht. Beide begannen 1959 ihr Medizin-Studium in Rostock. Zum 60. Immatrikulations-Jubiläum haben sich die beiden und 46 weitere ihrer früheren Mitstudenten jetzt in Rostock getroffen. Die Episode mit der Unterbringung in den alten Hotels ist nur eine von vielen, die an den beiden Tagen ausgetauscht werden.

Briketts schaufeln für den Hörsaal

Die Geschichten der heute 78- und 79-Jährigen künden unverkennbar von anderen Zeiten. Im Winter mussten die angehenden Mediziner Briketts schaufeln, um nicht in Winterkleidung im Hörsaal sitzen zu müssen. „Im Sommer haben wir Kartoffeln geerntet“, sagt Bernd Osten. Er zog nach dem Studium nach Halle und wurde Professor – wie gut ein halbes Dutzend andere des Studienjahrgangs.

Maximal sechs Wochen Auszeit

Ute Mildner begann ihr Studium als junge Mutter, das Baby blieb zunächst bei den Eltern in Wismar. Als sie ungefähr die Hälfte geschafft hatte, kam das zweite. Nicht lange nach der Geburt saß sie wieder im Hörsaal, ausgedehnte Mutterschutzzeiten gab es nicht. „Wenn jemand sechs Wochen ausfiel, war für ihn das Studium vorbei“, berichtet die langjährige Hausärztin. Der frühe Kontakt wirkte anscheinend prägend: Ein Sohn und drei ihrer Enkel wurden ebenfalls Allgemeinmediziner.

Jede Generation sagt: Früher war alles besser

Während des zweitägigen Treffens veranstaltet die Ärztekammer für die Ehemaligen Vorträge. Es gibt einen geselligen Abend und eine Schiffsfahrt auf der Ostsee. Und viel zu erzählen. Von der heutigen Mediziner-Generation sind die Veteranen eher ernüchtert: Das Kommerzielle stehe viel zu sehr im Vordergrund. „Früher war alles besser“, sagt Bernd Osten. Dann lacht er und meint, das behauptete ja jede Generation.

Von Gerald Kleine Wördemann

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