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Rostock Wieso sich der Uecker-Bau in Rostock wieder verzögert
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Wieso sich der Uecker-Bau in Rostock wieder verzögert

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09:00 29.02.2020
Die Rostocker Kunsthalle Quelle: OVE ARSCHOLL
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Rostock

In der Rostocker Kunsthalle stehen aktuell wieder Freizeitkünstler im Fokus. Bei der Ausstellung „Rostock kreativ“, die von der OSTSEE-ZEITUNG mit veranstaltet wird, dürfen die Kreativen aus der Hansestadt ihre Kunstwerke einreichen.

Vielleicht schafft es ja auch mal einer der Teilnehmer und wird über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus mit seinen Werken berühmt. So wie Objektkünstler Günther Uecker, der vor allem mit seinen Nagelbildern internationale Bekanntheit erlangte.

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Der Mecklenburger, der am 13. März 90 Jahre alt wird, hatte 2016 seine Ausstellung „Der geschundene Mensch“ in Rostock gezeigt. 14 seiner Werke blieben danach als Dauerleihgabe in der Hansestadt.

Kunsthallen-Chef kämpft für das Projekt

Günther Uecker, Selbstportrait, 1963 Quelle: VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Seitdem gibt es die Idee, für diese Werke eine eigene Ausstellungsfläche zu schaffen – den Uecker-Kasten. Ein oberirdischer Bau ähnlich dem Schaudepot war aber in der Vergangenheit bereits heftig kritisiert worden. Anwohner und der Ortsbeirat fürchteten um die Landschafts-Idylle am Schwanenteich.

Jörg-Uwe Neumann hatte deshalb zuletzt den Plan eines Uecker-Kellers vorgestellt. Ginge es nach dem Kunsthallen-Chef, könnte der unterirdische Bau auch schon bald beginnen. Schließlich wird die Rostocker Kunsthalle ab Mitte September generalsaniert.

In einem Schreiben an die Fraktionen der Bürgerschaft schlägt Neumann vor, beide Maßnahmen zu vereinen. „Die Möglichkeit, das Werk des international renommierten Künstlers dauerhaft zu zeigen, ist nun greifbar nah“, so Neumann. „Der Standort am Schwanenteich bekäme gemeinsam mit der Sanierung dadurch eine zusätzliche internationale Bedeutung“, schreibt er.

Sanierungs-Planung ist ohne Uecker-Bau genehmigt

Doch das lehnt der Kommunale Eigenbetrieb für Objektbewirtschaft (KOE) ab. Das städtische Unternehmen ist für die Sanierung zuständig. „Dafür liegt auch bereits die Baugenehmigung vor“, sagt KOE-Sprecherin Josefine Rosse. „Die zugrundeliegende Entwurfsplanung wurde mit allen beteiligten Ämter sowie mit dem Verein pro Kunsthalle abgestimmt und berücksichtigt keinen Uecker-Kasten“, erklärt sie.

Neumanns neueste Idee des Uecker-Kellers wäre in ihrem Haus nicht bekannt. Eine passend zur Sanierung zeitgleiche Realisierung sei deshalb ausgeschlossen – auch, weil für die bereits bestätigten Maßnahmen Fördermittel fließen. „Für den ersten geplanten Bauabschnitt, der die Innensanierung beinhaltet, sind Fördermittel in Höhe von rund 4,17 Millionen Euro beantragt“, so Josefine Rosse. Mit 75 Prozent Kostenübernahme sei dies die maximal mögliche Fördersumme für derartige Vorhaben. In einem zweiten Bauabschnitt ist dann die Fassade dran.

Baumaßnahmen müssen im Herbst starten

Und die Zeit drängt: Die rund 8,4 Millionen Euro teure Sanierung der Kunsthalle war für die geplante Udo-Lindenberg-Ausstellung nochmals verschoben worden, muss aber spätestens im Herbst beginnen. „Gemäß den Vorgaben des Fördermittelgebers muss die Fertigstellung des 1. Bauabschnittes bis Ende 2022 und die Einreichung des Verwendungsnachweises bis Ende März 2023 erfolgen“, erklärt die KOE-Sprecherin. Dies sei grundlegende Voraussetzung für den Erhalt der Mittel.

Ob nach Abschluss der Sanierung, die für das Jahr 2024 geplant ist, nochmals eine Baustelle für einen unterirdischen Uecker-Keller eingerichtet wird, lässt Josefine Rosse zum jetzigen Zeitpunkt offen. „Dies können wir seitens des KOE nicht beurteilen, da uns keine Informationen zu dem Projekt vorliegen“, sagt sie.

Uecker-Kasten hat für die Stadt keine Priorität

Auch der Kulturausschuss der Bürgerschaft fordert bezüglich der Pläne des Kunsthallen-Chefs noch Nachbesserungen. Zum Thema Uecker-Keller gab es kürzlich eine außerplanmäßige Sitzung des Gremiums. Um in der Bürgerschaft eine fundierte Entscheidung Pro oder Contra Uecker-Keller treffen zu können, wurde vom Ausschuss unter anderem eine Kostenaufstellung sowie ein Nutzungs- und Betreiberkonzept nachgefordert.

Das Amt für Kultur- und Denkmalpflege hat sich zumindest bei der Standortfrage schon positioniert. Anstelle eines unterirdischen Schau-Raumes bevorzugt das Amt einen „Standort an der Linzer Straße als Solitärbau, auch um der Idee, dem Künstler Günther Uecker einen würdigen Ort für eine Dauerausstellung zu schaffen, gebührend gerecht zu werden“, heißt es in einer Stellungnahme.

Was die Finanzierung angeht, hätte Uecker in der Stadt derzeit keine Priorität: Die Sanierung des Wasserturms und der Zustand der Societät werden als wichtiger erachtet. Bis für den bedeutenden Künstler ein eigener Bau oder ein Schauraum im Keller realisiert werden kann, schlägt das Amt deshalb vor, „jährliche Günther Uecker – Wochen aus den Beständen des Museums heraus zu veranstalten“.

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