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Rostock Wildpinkler in Hohe Düne: Ärger um öffentliche Toiletten
Mecklenburg Rostock Wildpinkler in Hohe Düne: Ärger um öffentliche Toiletten
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20:06 28.10.2019
Tilo Segert und Henry Klützke stehen vor verschlossenen Türen. Seit Monaten ist das WC am Fähranleger Hohe Düne defekt. Quelle: Susanne Gidzinski
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Rostock

Wer sich in Hohe Düne dringend erleichtern muss, hat es schwer. Seit Monaten ist die Sanitäranlage am Fähranleger außer Betrieb – nicht zum ersten Mal. Wegen Defekten, Vandalismus und der schlechten Ausleuchtung bei Nacht steht die Toilette immer wieder auf der Tagesordnung des Ortsbeirates „Heide“. Den Anwohnern reicht es jetzt. „Es kann nicht sein, dass die Menschen hier ständig vor verschlossenen Türen stehen“, sagt Tilo Segert.

Erst 2017 wurde das Toilettenhäuschen als Ersatz für ein in die Jahre gekommenes Trocken-WC errichtet. „Das alte war einfach nicht mehr salonfähig. Über den Neubau haben wir uns daher sehr gefreut“, erinnert sich der Ortsbeiratsvorsitzende Jürgen Dudek (Rostocker Bund). Dass sich die Probleme dann häufen würden, hätte er nicht erwartet. In regelmäßigen Abständen müsse etwas an der Sanitäranlage repariert werden. Doch genau das gestalte sich schwierig: „Die Herstellerfirma hat ihren Sitz in Spanien. Bis die Ersatzteile eintreffen, dauert es jedes Mal eine ganze Weile“, so Dudek. Und solange müssten die Bürger ihre Beine kreuzen.

Fehlendes Angebot im ganzen Ort

Mit fatalen Folgen: einmal habe eine Passantin die Polizei gerufen, weil sie ihre Notdurft verrichten musste, es wegen verschlossener Türen allerdings nicht konnte. Wie der Fall ausgegangen ist, weiß Dudek nicht mehr. „Es ist schlimm genug, dass es überhaupt soweit kommen musste“, sagt er. Eine Ausweichmöglichkeit hätte die Frau nicht gehabt. Die nächstgelegene öffentliche Toilette sei drei Kilometer weit entfernt am Parkplatz „Sonnenstrand“.

„Und hier stehen wir vor dem nächsten Problem“, meint Segert. Seiner Meinung nach müsste das Angebot an Sanitäranlagen in den Seebädern Hohe Düne und Markgrafenheide deutlich ausgebaut werden. „Als Urlaubsort brauchen wir Toiletten an jedem Strandaufgang.“ Im Vergleich zu Warnemünde würden die Stadtteile östlich des Neuen Stroms weit hinterherhinken. Ganze acht WC-Anlagen gebe es dort, wie Ortsbeiratsmitglied Henry Klützke bestätigt. Geöffnet hätten außerhalb der Saison aber nur die wenigsten.

Urlauber suchen Erleichterung in Dünen

Die Folgen sind sichtbar: „Weil sie keine andere Möglichkeit haben, hocken sich die Leute einfach in die Dünen, um sich zu erleichtern“, berichtet Segert. Er selbst habe das mehrfach beobachtet. Und da ist er nicht der Einzige. Auch Ines Köpcke, stellvertretende Leiterin der Kita "Dünennest" kennt die Problematik. Gemeinsam mit ihren Schützlingen verbringt sie viel Zeit am Strand. Um dorthin zu gelangen, müsse sie zunächst das Dünengelände durchqueren. „Was man dabei alles sieht – unfassbar“, sagt sie. Von benutzten Taschentüchern bis hin zu Häufchen habe sie bereits alles entdeckt.

„Da macht man sich Sorgen um die Gesundheit der Kinder. Wir halten stets die Augen offen, dass die Kleinen nichts in die Hand nehmen“, erzählt Köpcke. Die Schuld sehe sie aber nicht bei den Menschen, die sich im Gebüsch erleichtern: „Die haben doch keine andere Chance. Es ist an der Zeit, dass sich die Situation hier endlich ändert.“

Stadt verspricht Lösung

Was die Sanitäranlage am Fähranleger betrifft, sei die Stadt bereits dabei eine Lösung zu finden. Dass die Reparaturen bislang nicht erfolgen konnten, liege daran, dass der Hersteller träge reagiere und Termine nicht einhalte, wie Axel Pohl vom Amt für Umweltschutz mitteilt. „Es ist geplant die Anlage, durch den Hersteller, einer Revision zu unterziehen und wieder in einen funktionsfähigen Zustand zu versetzten“, so der Sachbearbeiter.

Aktuell müssten die Steuerung instand gesetzt und der Türöffnungsmechanismus getauscht werden. Einen genauen Termin für die Reparatur gebe es noch nicht. Geplant sei aber das WC kurzfristig wieder instand zu setzten. Dass die Toilette obwohl sie recht neu ist und etwa 100 000 Euro gekostet habe, immer wieder für Probleme sorgt, sei ernüchternd. „Es bleibt ein getrübtes Bild zur Qualität der Anlage“, sagt Pohl. Das es auch anders gehe zeigen zwei in diesem Jahr neu eröffnete Anlagen in Warnemünde und dem Stadthafen, die in der Saison ohne Probleme mehrere tausend Nutzer bewältigt haben.

Für die Anwohner in Hohe Düne heißt es erst einmal weiter warten. „Wir würden uns über eine Zusammenarbeit mit der Stadt freuen. Vielleicht können wir gemeinsam wenigstens eine Übergangslösung finden“, sagt Klützke. Einige Ideen habe er ebenfalls.

Von Susanne Gidzinski

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