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Rostock Windräder vor Rostock-Warnemünde: Das sagen Einheimische und Urlauber
Mecklenburg Rostock Windräder vor Rostock-Warnemünde: Das sagen Einheimische und Urlauber
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18:16 05.04.2019
Nichts als Meer, Möwen und Schiffe: So wünschen sich die Warnemünder und Urlauber ihren Ostseeblick. Quelle: Claudia Labude-Gericke
Rostock-Warnemünde

Den endlosen Ostseeblick hat Anette Döttger zwar meistens im Rücken – dennoch hält die Warnemünder Kioskbetreiberin die Entscheidung des Bundes für „skandalös“.

Der Bundestag hat am Donnerstag den Weg frei gemacht für einen neuen Windpark in der Ostsee. Rund zwölf Kilometer vor den Stränden Rostocks soll ein Versuchsfeld für neue Offshore-Windtechnik entstehen

Gerade für das Ostseebad, das vom Tourismus lebt, „ist es geschäftsschädigend, wenn der Blick durch Windräder verbaut ist“, sagt sie. Die Urlauber, die täglich zahlreich bei ihr vorbeischauen, wüssten es besonders zu schätzen, dass in Warnemünde am Horizont nur Schiffe zu bewundern sind.

Das sagen die Menschen vor Ort:

„Es sind doch nur ein paar weiße Striche – ich sehe das nicht so problematisch“, sagt dagegen Ronja Panitzki. Die 23-Jährige sei eine totale Unterstützerin von erneuerbaren Energien und dazu gehöre eben auch die Windkraft. „Und wer Energie verbraucht, der muss sie ja auch irgendwo her bekommen“, sagt die Studentin. Die viel gelobte Weite des Blicks sei ihrer Meinung nach nicht davon abhängig, ob am Horizont Windräder zu sehen sind oder nicht.

Frauke Raddey arbeitet in Warnemünde und verbringt ihre Freizeit gern am Strand. „Um den unverbauten Blick wäre es schon richtig schade. Auch wenn erneuerbare Energien natürlich wichtig sind“, sagt sie.

„Verschandelt das ganze Bild“

Für Patricia Hammann aus Eckernförde ist Warnemünde ein regelmäßiges Urlaubsziel. Aktuell ist sie zusammen mit ihrem Mann Patrick und den Söhnen Leon und Luke im Seebad zu Gast. „Ich gebe zu, ein Blick auf das Meer voller Windräder würde mich schon stören“, sagt die Schleswig-Holsteinerin. Auch wenn Warnemünde noch eine Menge mehr zu bieten hätte – der endlos weite Ostseeblick sei für sie auch ein wichtiges Kriterium der Erholung.

So sieht es auch Detlef Schwarz aus Berlin. „Die Pläne halte ich nicht für gut. Das verschandelt das ganze Bild“, sagt der 66-Jährige, der sich wünschen würde, dass für die Offshore-Anlagen nach alternativen Standorten gesucht würde. Er kenne auch Beschwerden von Anwohnern, die nah an Windkraftanlagen wohnen und sich unter anderen über den Lärm beklagen. „Das ist bei der Entfernung und auf dem Meer sicher nicht so schlimm, aber dennoch ist die ausgewählte Stelle nicht gut dafür geeignet.“ Er würde zwar am Ostsee-Urlaub festhalten, aber dann vielleicht künftig nach Usedom ausweichen.

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Claudia Labude-Gericke

Rund zwölf Kilometer vor den Stränden Rostocks soll ein Versuchsfeld für neue Offshore-Windtechnik entstehen. Landesregierung und Industrie begrüßen die Entscheidung, hoffen auf Hunderte neue Jobs. Im Ostseebad selbst stößt das Vorhaben jedoch auf Widerstand.

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