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Rostock Winterchaos auf Straßen in MV
Mecklenburg Rostock Winterchaos auf Straßen in MV
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10:18 27.02.2018
Der Winter regiert weiterhin auf den Straßen im Nordosten. Quelle: Bernd Wüstneck
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Rostock

Das Winterchaos in Mecklenburg-Vorpommern hält an. Neuschnee und Frost haben am Dienstagmorgen etliche Autofahrer im Nordosten ins Rutschen gebracht. Im Berufsverkehr ereigneten sich etwa 20 Unfälle mit wenigen Verletzten, wie Polizeisprecher in Rostock und Neubrandenburg erklärten.

Mehr als zehn Zentimeter Neuschnee in kurzer Zeit haben einige Autofahrer im Nordosten am Dienstagmorgen überrascht. Es gab zahlreiche Unfälle, die glimpflich verliefen. Ein Tief bringt laut Wetterdienst noch mehr Schnee und Wind.

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Bei Bad Kleinen (Kreis Nordwestmecklenburg) kam am Morgen eine Autofahrerin ins Schleudern und landete mit dem Fahrzeug auf dem Dach. Die Fahrerin und eine Mitfahrerin wurden leicht verletzt. Bei Neu Kosenow, Groß Polzin und Luckow-Rieth (Kreis Vorpommern-Greifswald) rutschten Autos in Straßengräben. In Luckow-Rieth war bei dem Unfall ein Kleinkind im Auto, es blieb aber unverletzt. In Boizenburg (Kreis Ludwigslust-Parchim) rutschte ein Auto durch einen Zaun in einen Vorgarten. Den Verursacher sucht jetzt die Polizei: Der Autofahrer beging Unfallflucht.

In der Nacht zum Dienstag schneite es vor allem auf den Ostseeinseln Rügen (Kreis Vorpommern-Rügen) und Usedom (Kreis Vorpommern-Greifswald) schon ordentlich. „Die Ostsee ist im Verhältnis zu der Luft, die über sie strömt, recht warm. Das muss irgendwie ausgeglichen werden und dadurch bilden sich Schauer, die in Form von Schneefall runterkommen“, betonte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Während die Temperaturen im Inneren des Landes mancherorts in den zweistelligen Minusbereich fallen konnten, waren die Temperaturen auf den Ostseeinseln etwas milder.

Straßenmeisterei im Dauereinsatz

Regional sehr unterschiedlich waren die Neuschneemengen im Bereich Grimmen und Stralsund. Während in und rund um die Trebelstadt lediglich knapp drei Zentimeter Schnee fielen, waren es im Bereich der Hansestadt bis zu zehn Zentimeter. Dennoch blieb es auf den Straßen ruhig. Laut Grimmens Polizeirevierleiter Dietmar Grotzky kam es zu keinen witterungsbedingten Verkehrsunfällen. Seit Sonntag sind die Mitarbeiter der Grimmener Straßenmeisterei pausenlos im Einsatz. 300 Kilometer Straße haben sie zu beräumen. „Problematisch könnte es werden, wenn der Wind auffrischt“, meinte Straßenmeistereichef Frank Denker. Bei Wind aus Nordost bis Ost könne es dann vor allem auf den Bundesstraßen 194 und 105 sowie auf der Landesstraße 30 zwischen Grimmen und der B 194 zu Schneeverwehungen kommen. „Darauf sind wir aber eingestellt.“

Anhaltende Schneefälle und Verwehungen

In der Region Ribnitz-Damgarten hatten sich die Autofahrer zumindest in den Morgenstunden offenbar sehr gut auf das Wetter eingestellt. „Es gab keine witterungsbedingten Verkehrsunfälle“, sagt Matthias Peter, stellvertretender Leiter des Polizeireviers Ribnitz-Damgarten, am Morgen. Ähnlich im Bereich des Polizeireviers Barth. Ein Pkw sei auf einer Nebenstraße in den Graben gerutscht, konnte aber wieder befreit werden, sagte Polizeihauptmeister Siegfried Juderjahn. Im Laufe des Tages dürfte sich die Situation jedoch weiter verschlechtern. Auf der Landesstraße 21 zwischen Barth und Martensdorf sei am Morgen fast kein Durchkommen mehr gewesen. Auf der Landesstraße 23 von Barth nach Löbnitz hätten normale, winterliche Verhältnisse geherrscht. Bei prognostiziertem stärkeren Wind mit Geschwindigkeiten von bis zu 90 km/h werden im Laufe des Tages Schneeverwehungen erwartet, „vor allem im ländlichen Bereich, wenn der Schnee von den Äckern auf die Straßen geweht wird“, so Martin Weiß, Leiter des Ribnitz-Damgartener Stadtbauhofes. Er und seine Mitarbeiter sind seit den frühen Morgenstunden in der Region unterwegs, bei anhaltenden Schneefällen ein schwieriges Unterfangen. „Alles, was wir am frühen Morgen geschoben haben, ist schon wieder dahin.“

In Koserow auf der Insel Usedom fielen in der Nacht weitere zehn Zentimeter Neuschnee. Durch den kräftigen sind Verwehungen möglich. Die Hauptverkehrsader der Insel, die Bundesstraße 111 ist frei, da der Räumdienst im Dauereinsatz ist.

Tief bringt noch mehr Schnee und Wind

Die Kraftfahrer im Nordosten müssten sich weiter auf winterliche Verhältnisse einrichten, hieß es vom Deutschen Wetterdienst. Ein aus dem Osten herannahendes Tief soll in den nächsten Stunden noch mehr Schnee und Wind bringen. Die Polizei mahnte alle Autofahrer, ihre Geschwindigkeit den winterlichen Verhältnissen anzupassen. Das klappe aber inzwischen schon recht gut, lobten die Polizeisprecher.