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Rostock Winterdienst ist bereit: So bleiben Rostocks Straßen bei Schnee und Eis sicher
Mecklenburg Rostock

Winterdienst bereit: So bleiben Rostocks Straßen bei Schnee und Eis sicher

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19:00 22.12.2021
Wenn es in Rostock schneit, sind sie im Einsatz: Rüdiger Rachow, Tom Mitschke, Svend Fröbe und Max Strohecker (v.l.) von der Rostocker Gehwegreinigung.
Wenn es in Rostock schneit, sind sie im Einsatz: Rüdiger Rachow, Tom Mitschke, Svend Fröbe und Max Strohecker (v.l.) von der Rostocker Gehwegreinigung. Quelle: Dietmar Lilienthal
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Rostock

Die nächsten Tage werden eisig. Der Deutsche Wetterdienst hat für Rostock und Umgebung Schneefall für Donnerstag angesagt, auch am Heiligabend soll es endlich mal weiße Weihnacht geben. Und weil Eis und Schnee auf Rostocks Straßen und Gehwegen nicht nur für lustige Schlitterpartien und Schneeballschlachten bei Kindern sorgen kann, sondern auch gefährlich für den Straßenverkehr sind, plant die Hansestadt jährlich etwas mehr als zwei Millionen Euro an Kosten allein für den Winterdienst ein.

Am 1. November hat die Wintersaison in Rostock offiziell begonnen. Während die Stadt die Fahrbahnen, Gehwege, Fußgängerüberwege, Bushaltestellen, Radwege und vieles mehr betreut, ist die Schneeräum- und Streupflicht für die überwiegende Anzahl der Gehwege in den Wohngebieten und in verkehrsberuhigten Bereichen auf die Eigentümerinnen und Eigentümer der anliegenden Grundstücke übertragen. Schneit es also, muss vor der eigenen Tür gekehrt werden.

Hauseigentümer müssen Schnee schaufeln

„Zugänge zu den Müllcontainerstellplätzen und die für den Fußgängerverkehr notwendigen Übergänge für die Fahrbahnquerung müssen so geräumt und abgestumpft werden, dass diese Straßenübergänge auch für Passanten mit Einschränkungen der Motorik beziehungsweise mit einer Behinderung gut begehbar sind“, heißt es aus dem Rathaus.

Auf den Rostocker Straßen und Wegen sind aber nicht nur die stadteigenen Winterdienstfahrzeuge unterwegs. Auch das private Unternehmen Rostocker Gehwegreinigung von Frank Bose ist bei Glätte und Schnee im Einsatz. Vor knapp zwei Wochen hatten die Mitarbeiter bereits einen der ersten größeren Einsätze in dieser Saison. „Wir waren schon in den Nachtstunden auf den Wegen, unter anderem im Rostocker Überseehafen, im Einsatz“, berichtet Geschäftsführer Frank Bose. In diesen Tagen geht es für die Männer und Frauen weiter. Sie sind vor allem auf die Reinigung von Gehwegen spezialisiert. Erst im September waren elf neue Winterdienstfahrzeuge für die Rostocker Firma mit den knapp 100 Mitarbeitern angekommen.

Rostocks Winterdienstkommission kümmert sich auch um Radwege

„Wir sind in der ganzen Stadt im Einsatz – in Stadtmitte, KTV und Bahnhofsviertel mit den ganz schmalen Fahrzeugen, in den anderen Stadtteilen können auch die breiteren Modelle unterwegs sein. Besonders schnell fahren sie mit einer Geschwindigkeit, je nach Modell, von 20 bis 40 Kilometer pro Stunde nicht – aber sie sind ja auch auf dem Gehweg in Gehgeschwindigkeit unterwegs“, erklärt Firmenchef Bose. Mehr als 4000 Objekte in ganz Rostock nehmen die Dienste der Mitarbeiter der Gehwegreinigung in Anspruch.

Der Überseehafen wird von der Rostocker Gehwegreinigung von Eis und Schnee befreit. Quelle: Dietmar Lilienthal

Damit in Rostock nicht zu viele ins Schlittern kommen, hat die Stadt sogar eine eigene Winterdienstkommission. Die setzt sich unter anderem aus verschiedenen Stadtämtern zusammen sowie der Polizeiinspektion, Veolia Umweltservice Nord, der Stadtentsorgung und der Straßenreinigung.

Wohin mit dem vielen Schnee?

Die Kosten für den Winterdienst fließen in die jährliche Gebührenkalkulation der Straßenreinigungsgebühren mit ein. In der Kalkulation sind für das kommende Jahr laut Kommission Winterdienstkosten in Höhe von 2 288 900 Euro angesetzt. „Das ist etwas weniger als im Vorjahr“, bestätigt Steffen Böhme, Sprecher der Rostocker Stadtentsorgung. „Wenn es nicht schneit, kümmern sich die Mitarbeiter um andere Bereiche in der Straßenreinigung“, so Böhme weiter.

Was Hauseigentümer in Rostock bei Schnee beachten müssen

Während die Stadt sich mit dem Winterdienst um Straßen, Gehwege, Fußgängerüberwege und Bushaltestellen kümmert, müssen Hauseigentümer vor ihrem Haus selbst aktiv werden.

Sie müssen unter anderem vom Gehweg Verbindungen zu den jeweiligen Grundstückszugängen gewährleisten. Ein Zugang zur Fahrbahn muss ebenfalls von Schnee geräumt und bei Glatteis gestreut sein. Schnee sollte auf dem Gehwegrand zur Fahrbahn beziehungsweise auf dem eigenen Grundstück gelagert und auf keinen Fall auf die Fahrbahn geschoben werden. Streumaterial sollte sich jede Grundstückseigentümerin, jeder Grundstückseigentümer rechtzeitig beschaffen. „Bitte denken Sie daran, nur abstumpfende Materialien zu verwenden, da auftauende Stoffe auf öffentlichen Gehwegen in Rostock nicht gestattet sind“, unterstreicht Rostocks Senator für Infrastruktur, Umwelt und Bau Holger Matthäus (Grüne).

Die Schneeräum- und Streupflicht besteht von 7 bis 20 Uhr sowie an Werk- als auch an Sonn- und Feiertagen. Die Regelungen zum Winterdienst sind in der Straßenreinigungssatzung der Hanse- und Universitätsstadt Rostock festgeschrieben, die im Internet unter www.rostock.de/umweltamt nachzulesen ist. Für Hinweise, Kritik oder Beschwerden kann das Internetportal www.klarschiff-hro.de genutzt werden. Die Meldungen werden den zuständigen Fachämtern weitergeleitet und bearbeitet.

Und wohin mit dem Schnee, wenn es richtig viel schneit? Dafür hat die Stadt sogenannte Schneeabladeplätze, vier an der Zahl. Die eisige Fracht kann an der Rohrmannschen Koppel, im Fritz-Triddelfitz-Weg, in der Hellingstraße und am nordöstlichen Ende des Neuen Marktes abgeladen werden.

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Auch um Rostocks Radwege kümmert sich der Winterdienst. Das sind zum Beispiel die Wege entlang des Stadthafens, in der August-Bebel-Straße, am Vögenteich, Südring oder an der Stadtautobahn.

In den nächsten Tagen haben die Frauen und Männer im Winterdienst also viel zu tun. Zu den Feiertagen ist allerdings schon wieder Sonnenschein angesagt – allerdings bei eisigen Minustemperaturen.

Von Michaela Krohn