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Rostock Digitale Stromzähler: Verbraucherschützer raten ab
Mecklenburg Rostock Digitale Stromzähler: Verbraucherschützer raten ab
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05:51 13.08.2015
Ein sogenannter intelligenter Stromzähler. Der Bund will die herkömmlichen Zähler ausmustern, Verbraucher kostet die Umstellung bis zu 100 Euro. Quelle: Maja Hitiji/dpa
Rostock

Die schwarze Kasten neben der Kellertreppe mit der sich drehenden Scheibe hat bald ausgedient: Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) lässt ein neues Stromzähler-Gesetz erarbeiten, laut dem in Wohnhäusern und Firmen künftig vor allem digitale Geräte den Verbrauch messen sollen. Mit Hilfe dieser sogenannten Smart Meter lässt sich der Stromverbrauch detailliert auf dem PC oder Smartphone anzeigen.

Die Idee: Werden die Daten vernetzt, könnten Stromerzeugung und -verbrauch aufeinander abgestimmt werden. Wasch- und Spülmaschine laufen mit billigem Nachtstrom, wenn die Industrie ihre Anlagen abgeschaltet hat, Windräder aber Energie noch erzeugen. Solche intelligenten Netze sind ein Baustein der Energiewende.

Es gibt aber auch Zweifel. Kleineren Haushalten bringt der Einsatz der neuen Zähler keine Vorteile, meint Thomas Schneider von den Stadtwerken Rostock. „Grundsätzlich halten wir den Einsatz bei Kundengruppen mit einem großen Verbrauch für sinnvoll“, sagt Schneider. Auch Datenschützer sind skeptisch. Sie warnen vor einem möglichen Missbrauch der per Funk gesendeten Messdaten.

Aber die Umstellung wird wohl kommen. Die EU schreibt vor, das bis 2022 bei vier von fünf Verbrauchern digitale Zähler installiert sind. Privathaushalte sollen bis zu 100 Euro für den Einbau zahlen müssen. Eine direkten Zwang soll es für den Durchschnittsverbraucher aber nicht geben, teilt eine Sprecherin von Gabriel mit. Allerdings können sich Stadtwerke dazu entschließen, komplett auf Digitaltechnik umzusteigen - mit all ihren Kunden. Wer das nicht möchte, bleibt nur ein Anbieterwechsel. Der Gesetzentwurf, der eigentlich schon im Kabinett beschlossen sein sollte, befindet sich noch in der Abstimmung.

„Das macht für Normalverbraucher keinen Sinn“, bemängelt Horst-Ulrich Frank, Energieexperte der Verbraucherzentrale MV, die Pläne Gabriels. Er befürchtet, das die meisten kaum sparen werden, dafür aber die Mehrkosten für die teureren Zähler schultern müssen. Hinzu kommt: „Es gibt keine lohnenden Tarife für bestimmte Tageszeiten, die diese Kosten rechtfertigen“, sagt Frank. Es würde sich nur rechnen, wenn man an manchen Uhrzeiten spürbar weniger für Strom zahlen müsste.

„Diese Preisunterschiede werden kommen“, verspricht Edgar Föniger, Geschäftsführer der Stadtwerke Güstrow und Vorsitzender eines Lenkungsausschusses zum Thema beim Wasser- und Energieverband BDEW Nord. Föniger ist von den Vorteilen der „schlauen“ und vernetzten Stromzähler fest überzeugt: „Das ist die Zukunft der Energieversorgung.“ 



Gerald Kleine Wördemann

Seit fast 25 Jahren ist Dr. Andreas Crusius Präsident der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern – ein Ehrenamt, in dem es anderswo niemand so lange aushält.

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