Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Forscher: So können sich Innenstädte gegen das Internet behaupten
Mecklenburg Rostock Wirtschaft Forscher: So können sich Innenstädte gegen das Internet behaupten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
08:22 25.07.2019
Ute Holtmann Leiterin Public Relations - EHI Retail Institute Quelle: EHI Retail Institute
Anzeige
Rostock/Köln

Das größte Warenhaus des Landes – Galeria Kaufhof in Rostock – baut fast die Hälfte aller Stellen ab. Ist das der Anfang vom Ende der großen Innenstadt-Händler? Nein, sagt Expertin Ute Holtmann vom EHI Retail Institute in Köln. Die Forschungseinrichtung des Handels sieht die Zentren zwar im Umbruch, prognostiziert ihnen aber eine erfolgreiche Zukunft. Jedenfalls in Großstädten.

Shopping-Center boomen

„Natürlich gibt es Segmente, in denen es die stationären Händler schwer gegen die Mitbewerber aus dem Internet haben“, sagt Holtmann. Vor allem die Textilbranche habe spürbar verloren. Aber dass Warenhäusern oder gar den Innenstädten deshalb das Aus drohe – nein, das würden die Experten des EHI Retail Institute so nicht sehen. „Der stationäre Handel in Deutschland macht immer noch mehr Umsatz als der Internet-Handel. Shopping-Centern beispielsweise funktionieren immer noch: Das Konzept, alles unter einem Dach einkaufen zu können – von der Kleidung bis hin zu Büchern und auch Lebensmitteln – ist immer noch beliebt.“

Anzeige

Service und Erlebnis

Die Konsumlaune in Deutschland sei, so Holtmann, nach wie vor gut: „Aber der Einzelhandel in den Städten muss seine Hausaufgaben machen.“ Ein Weg seien sogenannte „Omni Channel“-Angebote: In den Geschäften wird nur noch ein Teil des Sortiments angeboten, der Rest kann gleich vor Ort im Netz bestellt werden. „Das Beste aus beiden Welten wird vereint – vor allem für eine technikaffine Klientel.“ Der Handel in den Städten müsse zudem seine Vorzüge ausspielen: Service, Beratung und Erlebnis. „Einkaufen in den Innenstädten muss ein Erlebnis sein, eine Form der Freizeitgestaltung.“ Kultur und Kunst, Sport und auch Gastronomie müssten stärker in die Citys geholt werden.

Zu viel „grüne Wiese“

Für viele Kleinstädte in Deutschland würden diese Entwicklungen aber zu spät kommen: „Dort haben die Städteväter den Fehler gemacht, am Stadtrand große Lebensmittel- und Textilmärkte anzusiedeln. Das hat die Innenstädte ausbluten lassen.“

Lesen Sie hier mehr zum Thema „Kaufhof in Rostock“

Massenentlassungen bei Kaufhof: Was wird aus Rostocks wichtigstem Warenhaus?

Sorge um Galeria: Warum das Kaufhaus für Rostock so wichtig ist

Forscher: So können sich Innenstädte gegen das Internet behaupten

Kommentar: Wenn Kaufhof fällt, droht ein Domino-Effekt

Themenseite: Alle OZ-Artikel zu Kaufhof in Rostock

Andreas Meyer

Anzeige