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Rostock Wolf oder Hund? Feuerwehr erschießt Tier im Zentrum Rostocks
Mecklenburg Rostock Wolf oder Hund? Feuerwehr erschießt Tier im Zentrum Rostocks
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15:57 27.10.2019
Dieser Wolfshund wurde in der Nacht zum 26. Oktober im Rostocker Klostergarten erschossen. Der Kadaver des Tieres lagert in der Kühlung der Rostocker Feuerwehr. Quelle: privat
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Rostock

Schüsse in der Rostocker Innenstadt: Mitten im Stadtzentrum ist am frühen Samstagmorgen ein wolfsähnliches Tier erschossen worden. Das aggressive Tier war kurz zuvor seiner Besitzerin entlaufen und irrte durch die Stadt.

Der Vorfall hatte sich nach Angaben der Polizei zwischen Mitternacht und zwei Uhr zugetragen. Bei der Polizei meldete sich ein Passant, der das Tier im Bereich der Kröpeliner Straße gesehen hatte. Die Beamten machten sich sofort auf den Weg in die Innenstadt, wo sie auf das aggressive Tier trafen.

Tier verhielt sich aggressiv

Zur Sicherheit riefen sie die „Gefahrenabwehr Tier“ der Berufsfeuerwehr Rostock zur Hilfe. Wie Olaf Schulz, Einsatzleiter bei der Feuerwehr, mitteilte, sei das Tier zunächst über die Kröpeliner Straße bis hin zum Klostergarten gelaufen. Dort sei es von den Polizeibeamten eingekreist worden, erklärte Schulz weiter.

Weil das Tier aber durch ständiges Knurren aggressiv auf die Beamten wirkte und niemanden an sich herankommen ließ, wurde es erschossen. Die Gefahr sei laut Feuerwehr so groß gewesen, dass es keine andere Möglichkeit gab, als es zu erlegen.

Beim Tier handelt es sich wohl um einen Wolfshund

Der Kadaver wurde noch in der Nacht abtransportiert und liege nun in einer Kühlzelle bei der Feuerwehr. Die angebliche Besitzerin des Tiers sei bereits über den Vorfall in Kenntnis gesetzt worden.

Bei dem Tier handelte es sich laut Behördenangaben um einen sogenannten Wolfshund. Feuerwehrbeamte, die an der Aktion beteiligt gewesen und auch das tote Tier gesehen haben, meinten jedoch, es handele sich eindeutig um einen Wolf. Auch der Schütze sagte später gegenüber Kollegen, er hätte einen Wolf in der Rostocker Innenstadt erlegt.

Kritik an Tierrettung

Das Verhalten der Feuerwehrleute der Tierrettung sorgt für harsche Kritik in sozialen Netzwerken: „Sieht so Tierrettung aus?“ „Warum konnte das Tier nicht betäubt werden?“ „Sind tödliche Schüsse nicht gefährlicher als Schüsse aus Betäubungswaffen?“ Zudem habe es sich nicht um einen Wolf, sondern einen „Tschechoslowakischen Wolfshund“ gehandelt, kritisiert zum Beispiel Miriam Krüger gegenüber OZ.

Polizei und Feuerwehr schweigen

Die Einsatzleitung der Rostocker Berufsfeuerwehr wollte sich jedoch zu weiteren Fragen nicht äußern. Auch die Polizei gab keine weiteren Auskünfte und verwies auf die Feuerwehr. Erst Anfang Oktober 2019 hatte die „Gefahrenabwehr Tier“ der Berufsfeuerwehr Rostock ein entlaufenes Zebra erschossen, was ebenfalls zu kontroversen Diskussionen führte.

Unterscheidung Wolf und Hund oft schwierig

Die Entscheidung, ob es sich bei einem wolfsähnlichen Tier um einen Wolf oder einen Hund handelt, sei oft schwierig, erklären Wolfs-Experten. Der so genannte Tschechoslowakische Wolfshund, aber auch Saarlooswolfhund sowie Tamaskane, Sibirische Huskies und Alaskan Malamutes seien zum Beispiel Hunderassen, die unter anderem aus optischen Gründen gezüchtet werden. Ziel: wolfsähnliche Hunde zu erhalten. Dazu seien Wölfe und Hunde verpaart worden – inzwischen sei dies aber verboten. Ziel mancher Züchter sei aber immer noch, Hunde zu züchten, die wie Wölfe aussehen.

Oft genetische Untersuchung nötig

Unklarheiten könne oft nur eine genetische Untersuchung ausräumen. Denn auch die Trittsiegel von Wolf und Hund seien leicht zu verwechseln und führten oftmals zu falschen Verdächtigungen: Bei großen Hunderassen ähneln sich Pfoten und Spuren so sehr, dass selbst Experten sie nur sehr schwer unterscheiden könnten.

Fakt ist: Wölfe tragen ihren Schwanz fast immer gerade herunterhängend, während bei Hunden sehr oft der gehobene oder gar sichelartig gebogene Schwanz zu sehen sei.

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