Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Zahnputz-Pflicht: Eltern fordern mehr Waschbecken in Kitas
Mecklenburg Rostock Zahnputz-Pflicht: Eltern fordern mehr Waschbecken in Kitas
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:23 02.08.2018
Sie haben das Zähneputzen längst drauf: Matthi (5, v. l.), Mia (5), Noah und Nils (beide 4). Quelle: Andreas Meyer
Anzeige
Rostock

Karies, Löcher und Lücken im Gebiss: Kinder haben immer schlechtere Zähne. Um diesem Trend entgegenzuwirken, wird das Zähneputzen in allen Kitas im Land ab 2019 zur Pflicht. Rostock drängt schon länger darauf. Bereits zu Jahresbeginn wies Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) alle Einrichtungen darauf hin, wie wichtig das Zähneputzen in den Kitas ist. Denn in vielen Familien seien die tägliche Mundhygiene und Zahnpflege nicht mehr fester Bestandteil des Alltages.

Der Kita-Stadtelternrat hat jedoch Zweifel, ob das täglich Zähneputzen überhaupt in allen Rostocker Einrichtungen umgesetzt werden kann. Es fehlten die baulichen und infrastukturellen Voraussetzungen, heißt es in einer Stellungnahme.

Forderung: Maximal zwei Kinder pro Waschbecken

Laut Elternrat dürften maximal zwei Kinder gleichzeitig ein Waschbecken nutzen. Und bei großen Gruppen sollte eine Aufteilung in kleinere Gruppen erfolgen. Die Eltern beziehen sich hier auf Empfehlungen aus anderen Bundesländern. Auch sollte mindestens ein Erzieher die Kinder beim Zähneputzen beaufsichtigen und anleiten. „Bei der Aufteilung in kleine Gruppen sind mehrere Erzieher einzusetzen“, so der Elternrat.

Zudem müssten Bürsten, Zahnpasten und Becher an einem für die Kinder unerreichbaren Ort aufbewahrt werden. Sinnvoll sei, die Zahnbürsten namentlich zu kennzeichnen.

Aktuell: Ein Waschbecken für sechs Kinder

Diese Empfehlungen seien aber in vielen Einrichtungen nicht umsetzbar, wie sich beispielhaft in der Kita „Tierhäuschen“ in Reutershagen zeige, so der Elternrat. Dabei handle es sich hier um einen Neubau aus dem Jahr 2017. Die Gruppenräume haben eigene Sanitärbereiche. „Die Sanitärbereiche sind auf Grundlage der hiesigen Hygieneverordnung aber lediglich mit drei Waschbecken ausgestattet“, schreiben die Eltern.

Planmäßig werden in einer Gruppe 17 Kinder von einem Erzieher betreut. „Damit fallen rund sechs Kinder auf ein Waschbecken, was den Empfehlungen bei Weitem widerspricht“, heißt es weiter. Auch befinden sich die fest installierten Vorrichtungen zur Aufbewahrung der Zahnbürsten in Griffweite der Kinder.

Erzieher mit Aufgabe überfordert?

Generell seien die Erzieher aufgrund des unzureichenden Betreuungsschlüssels mit der Aufgabe des Zähneputzens überfordert. Dabei stelle schon allein der unterschiedliche Entwicklungsstand der Kinder eine Herausforderung dar – die einen seien zweieinhalb Jahre, die anderen schon sechs Jahre alt, so der Kita-Stadtelternrat.

Senator weist Kritik zurück

Sozialsenator Bockhahn hält die Darstellung der Eltern jedoch für übertrieben. „Das ist eine Frage der Organisation“, sagt er. Das Zähneputzen müsse etappenweise erfolgen: Während die Kleineren anfangen, können die Größeren schon die Betten aufstellen und danach die Zähne putzen.

Die Hygienegrundsätze des Landes-Gesundheitsamtes schreiben vor, dass es bei Unter-Zwei-Jährigen ein Waschbecken für sechs bis acht Kinder und ab dem dritten Lebensjahr ein Waschbecken für neun Kinder geben muss. Sofern es erforderlich ist, werde es Umbauten in den Kitas geben, versichert Bockhahn. Dies habe dann nur Auswirkungen auf Miete und Entgelte. Heißt: Es wird teurer.

Schulungen für Erzieher

Bei der Kritik am Betreuungsschlüssel verweist der Senator auf die zuständige Landesregierung. Die Stadt biete Erziehern Fachberatungen und Schulungen an. Auch bekommen Kitas regelmäßig Besuch von zahnmedizinischen Prophylaxe-Assistentinnen des Gesundheitsamtes – im Volksmund „Zahnschwestern“ genannt. Diese üben mit den Kinder das richtige Zähneputzen ein.

Laut Gesundheitsbericht der Stadt haben im Schuljahr 2013/14 nur 53,5 Prozent aller Kinder im Alter von sechs Jahren ein gesundes Gebiss gehabt. „Dreijährige und Sechs- bis Siebenjährige tragen nach wie vor eine hohe Karieslast“, sagt Zahnärztin Kirsten Schröder vom städtischen Gesundheitsamt. Karies an Milchzähnen trete früh auf und belaste die Kinder in ihrer Entwicklung. „Es besteht Einigkeit darüber, dass mit Prophylaxe nicht früh genug begonnen werden kann und der geeignetste Ort die Kita ist“, so Schröder. In der Schule könnten die Verhaltensweisen dann stabilisiert werden.

Wornowski André

Das sind die 5 coolsten Cafés in Rostock

02.08.2018

In Fahrenholz, im Landkreis Rostock, ist am Donnerstag ein 25 Jahre alter Trecker-Fahrer mit seinem Gefährt umgestürzt. Der Fahrer wurde dabei leicht verletzt und kam ins Krankenhaus. Auf der Landesstraße 13 kam es zu Verkehrsbehinderungen.

02.08.2018

„Islamisierung stoppen“ und „Rostock für alle“: Am Sonntag finden zwei Versammlungen in Warnemünde statt.

02.08.2018