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Rostock Zoff um Baumfällungen an Rostocks Trinkwasserschutzgebiet
Mecklenburg Rostock Zoff um Baumfällungen an Rostocks Trinkwasserschutzgebiet
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18:24 06.03.2019
Baum oder Strauch? Das Foto eines Anwohners zeigt, wie ein Mitarbeiter der WG Warnow ein Gehölz zersägt. Quelle: Privat
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Stadtmitte

Dieser Satz sorgt für Empörung: „Wir haben keine Bäume gefällt“, sagt Hagen Hildebrandt, Vorstandschef der Wohnungsgenossenschaft (WG) Warnow. Auf der Grünfläche an der Talstraße beim Rostocker Güterbahnhof seien lediglich Zäune und Strauchwerk entfernt worden. Anwohner sprechen jedoch von einer Lüge. „Es wurden Bäume gefällt“, sagt May-Britt Krüger (CDU), stellvertretende Vorsitzende des Ortsbeirates Stadtmitte.

Die Anwohner legen zahlreiche Fotos vor, die aus ihrer Sicht dokumentieren, dass die WG Warnow auf dem 16 000 Quadratmeter großen Gelände Bäume abgeholzt haben soll. Vorher: Ganz viel Grün. Nachher: Ein kahler Erdwall. Ein Foto zeigt, wie ein Mitarbeiter der Wohnungsgenossenschaft ein Gehölz mit einer Motorsäge zerteilt. Für die Anwohner handelt es sich hier um einen Baum. Hagen Hildebrandt spricht von einem Strauch. „Dafür gibt es klare Definitionen“, so der WG-Chef auf OZ-Nachfrage. Es liege ein umfangreiches Baumkataster vor, das alles belege. Wenn Bäume gefällt wurden, dann durch Bauherren auf Nachbargrundstücken oder durch den Warnow-Wasser- und Abwasserverband (WWAV), sagt Hildebrandt.

Vorher sah es hier schön grün aus. Quelle: Privat

May-Britt Krüger hält dagegen: „Ich kann noch einen Baum von einem Strauch unterscheiden“, sagt sie. Mindestens zwei Bäume seien durch die WG Warnow gefällt worden. „Hier werden Tatsachen geleugnet“, so Krüger. Wie Stadtsprecherin Kerstin Kanaa mitteilt, prüft das Grünamt die Vorwürfe. Seit 2016, als die WG Warnow das Gelände erwarb, sind vom Rathaus fünf Weiden und zwei Ahorne zur Fällung freigegeben worden. Grund war die Verlegung einer Haupttrinkwasserleitung durch den WWAV, so Kanaa. Bei ungenehmigten Baumfällungen droht ein Bußgeld von bis zu 100 000 Euro.

WG will Flächennutzungsplan ändern

Was die Anwohner grundsätzlich wurmt: Im aktuellen Flächennutzungsplan der Hansestadt ist der Bereich an der unteren Talstraße als Grünfläche ausgewiesen. Dennoch will die WG Warnow hier bauen, dicht an der Entnahmestelle des Rostocker Trinkwassers. „Und obwohl keinerlei Genehmigungen vorliegen, werden hier Fakten geschaffen“, sagt Krüger. Generell halten die Anwohner eine Bebauung in Wasserschutzzone II für ausgeschlossen. Sie berufen sich auf ein entsprechendes Schreiben aus dem Umweltamt.

Heute fehlen ein paar Bäume und Büsche, es ist viel Erde zu sehen. Quelle: Privat

Wie die Stadtverwaltung auf Nachfrage mitteilt, hat die WG Warnow einen Antrag gestellt, dass die Grünfläche im neuen Flächennutzungsplan (FNP) als Wohnbaufläche ausgewiesen wird. Hintergrund: Derzeit wird der FNP überarbeitet. Das Ergebnis scheint offen zu sein: „Erst mit Beschluss des neuen FNP steht fest, wie die Fläche zukünftig entwickelbar sein wird“, sagt Kanaa.

Inzwischen hat die Wohnungsgenossenschaft die Fläche eingezäunt. Laut Hildebrandt hat die WG nicht vor, hier in den nächsten fünf Jahren zu bauen, danach aber soll es losgehen. „Grundsätzlich können wir uns eine Bebauung mit drei bis fünfgeschossigen Wohnhäusern analog der Talstraße und eine Ergänzungsbebauung mit Reihenhäusern vorstellen“, so der WG-Chef.

Derzeit werde das Grundstück neu geordnet und die Grenzen angepasst. „Auf der Fläche befinden sich seit einigen Jahren illegale Erdablagerungen aus der Entwicklung des B-Plangebietes Friedrich-Franz-Bahnhof“, sagt Hildebrandt. Diese Erdmassen, rund 50 000 Tonnen, sollen zeitnah entfernt werden. Im Herbst will die WG dann 20 bis 30 Bäume pflanzen.

André Wornowski

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