Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Zoff um Parkplätze für neues Behördenzentrum in Rostock
Mecklenburg Rostock Zoff um Parkplätze für neues Behördenzentrum in Rostock
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:05 21.03.2019
Das Gebäude an der Blücherstraße 1-3 soll jetzt saniert werden. Zuvor ist das Gelände beräumt und auf Munition untersucht worden. Quelle: OVE ARSCHOLL
Anzeige
Rostock

Kopfschütteln bei Anwohnern in der Steintor-Vorstadt: Im neuen Behördenzentrum des Landes an der Blücherstraße sollen künftig mindestens 400 Beschäftigte arbeiten. Auf dem Gelände sind aber nur 115 Parkplätze vorgesehen – und 60 davon auch noch für Dienstwagen. Das geht aus den aktuellen Bauplänen hervor, die der Landesbetrieb für Bau und Liegenschaften (BBL) im Ortsbeirat Stadtmitte vorgestellt hat. Anwohner halten das für einen schlechten Scherz.

Auch der Ortsbeirat sieht die Parkplatz-Pläne kritisch und will nun einen Antrag an die Bürgerschaft stellen. Dort ist das Vorhaben im Bauausschuss bereits abgesegnet worden – ohne vorher die Anwohner zu hören. „Grundsätzlich sehen wir das Vorhaben sehr positiv. Es ist gut, dass das Land das alte Polizei-Gebäude anfasst, bevor es jahrzehntelang leer steht, weil sich kein privater Investor findet“, sagt Andreas Herzog (SPD), Chef des Ortsbeirates Stadtmitte. Aber der Umgang mit der Parkplatz-Situation sei fraglich.

Auch die Industrie- und Handelskammer zu Rostock sieht es kritisch, dass in Rostocks Innenstadt immer weiter Parkplätze abgebaut werden – während immer mehr Mitarbeiter von Verwaltungen ins Stadtzentrum gezogen werden sollen. Ein weiteres Beispiel dafür ist der geplante Rathausanbau.

BBL verweist auf Stellplatzsatzung der Stadt

So soll das Behördenzentrum an der Blücherstraße künftig aussehen. Quelle: ARGE BUTTLER + BRENNCKE ARCHITEKTEN

Der BBL verweist im Fall des neuen Behördenzentrums jedoch auf die geltende Stellplatzsatzung der Hansestadt. Demnach plane der Betrieb mit der geforderten Maximal-Anzahl an Parkplätzen für Dienstwagen und für Besucher. Stellflächen für die Privat-Pkw der Bediensteten dürfe der BBL hingegen aus rechtlichen Gründen nicht schaffen, erläutert Betriebssprecher Christian Hoffmann. „Da die Bauprojekte des Landes aus dem Landeshaushalt finanziert werden, ist der BBL an die Vorgaben der Landeshaushaltsordnung gebunden und zum sparsamen Umgang mit Steuermitteln verpflichtet“, so Hoffmann.

Im Ortsbeirat Stadtmitte gibt es jedoch Zweifel, ob der BBL tatsächlich die Stellplatzsatzung der Hansestadt erfüllt. Denn weil es auf dem Gelände bereits 117 Parkplätze gibt, müsste der Betrieb durch die vorgesehenen Neubauten 62 zusätzliche Stellflächen schaffen. Macht in der Summe 179 Parkplätze statt der aktuell geplanten 115 (inklusive fünf barrierefreie Stellflächen). Es wird nun eine Überprüfung durch die zuständigen Ämter gefordert.

Verkehrskonzept überdenken

Geht es nach dem Ortsbeirat, sollte grundsätzlich das gesamte Verkehrskonzept rund um das ehemalige Polizei-Gelände überarbeitet werden. Eine Lösung ist zum Beispiel für die zukünftige Gestaltung der Straße „Am Güterbahnhof“ notwendig. Die Rostocker Gesellschaft für Stadtentwicklung (RGS) schlägt hier vor, dass die Straße zwar weiter beidseitig befahrbar, aber nur einspurig sein soll. Auf der Hälfte der Strecke soll es demnach eine breitere „Begegnungszone“ geben, an der die Autos aneinander vorbeikommen.

Die Anwohner sehen den Vorschlag kritisch. „Da gibt es dann viel Gehupe, weil es nicht weitergeht“, befürchtet auch Ortsbeiratschef Herzog. Eine andere Idee ist es, dass es nur noch Einbahnstraßen gibt: die Ferdinandstraße hoch und Am Güterbahnhof runter. RGS, Ämter und Anwohner treffen sich nun zu einer Begehung.

Umgestaltung von Herweghstraße und Blücherstraße

Auch die Herwegh- und Blücherstraße sollen demnächst umgestaltet werden. Hintergrund ist, dass beide Straßen dringend saniert werden müssen. Hier sind ebenfalls zwei Varianten im Gespräch: Entweder es gilt künftig Tempo 30 und Fahrräder dürfen mit auf die Straße, wodurch immerhin 38 von aktuell 57 Stellplätzen erhalten werden könnten. Oder aber die Autos dürfen 50 fahren und es entsteht an der Seite ein Radschutzstreifen. Das jedoch führt zu einem Wegfall aller Parkplätze – bis auf fünf Stellflächen vor dem Cap-Markt. Bei einem Info-Abend am 9. April um 18 Uhr in der Rathaushalle soll die Machbarkeitsstudie dazu öffentlich vorgestellt werden.

André Wornowski

Seit 30 Jahren belebt das Modehaus Nikolaus den Rostocker Innenstadt-Handel und behauptet sich erfolgreich gegen die Online-Konkurrenz. Zur Eröffnung von „Fliegende Fische 2.0“ im Rostocker Hof kamen rund 400 Gäste.

21.03.2019
Rostock Gemeindefusion im Landkreis Rostock - Bürgerentscheid zu Plänen gefordert

Einwohner sollen die Fusion der Gemeinden Elmenhorst, Bargeshagen, Ostseebad Nienhagen mitgestalten. Auf einem Bürgerforum gab es geteiltes Echo zu den Plänen. Ein Bürgerentscheid wird gefordert.

21.03.2019

Am 30. März startet die Messe „Tier und Natur in MV“ und die größte internationale Rassekatzenausstellung des Landes. Die Rostocker Züchterin Anita Zink-Uterhardt stellt dort ihre schönsten Perserkatzen aus.

21.03.2019