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Rostock Zu Ehren eines Helden: Warnemünde bekommt „Stephan-Jantzen-Platz“
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Zu Ehren eines Helden: Warnemünde bekommt „Stephan-Jantzen-Platz“

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15:23 14.02.2020
Jörg Westphal von der Informationsstelle der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger in Warnemünde freut sich, dass das Lotsenhaus nun am Stephan-Jantzen-Platz steht. Quelle: OVE ARSCHOLL
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Rostock

Lange haben die Warnemünder darauf gewartet, nun ist es endlich so weit. Der Bereich vor dem Informationszentrum der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) – der inoffiziell schon lange als „Stephan-Jantzen-Platz“ bezeichnet wird – wird nun auch offiziell den Namen des bekannten Lotsenkommandeurs tragen.

Aufmerksame Beobachter haben vermutlich schon gesehen, dass das erste Straßenschild aufgestellt wurde. Dabei sei die endgültige Installation erst für Freitagmorgen geplant, wie das Amt für Verkehrsanlagen bestätigt. „Am Mittwoch wurde die Bodenhülse für den Rohrpfosten gesetzt“, heißt es vonseiten der Stadt. Bevor die Arbeiten fortgesetzt werden können, müsse zunächst der Beton aushärten. Die dauere in der Regel einen Tag.

Ehrung für Rostocks Helden

Angeschoben wurde die Umbenennung des Teilstückes der Straße Am Leuchtturm zwischen Teepott und der Straße Am Strom im Dezember 2018 aufgrund eines Antrags des Ortsbeirates. „Wir erachten eine Änderung der Straßenbezeichnung als sinnvolle Möglichkeit, Stephan Jantzen als bekannte Warnemünder Persönlichkeit zu würdigen“, begründete Alexander Prechtel (CDU), seinerzeit der Vorsitzende des Gremiums, den Antrag. Zudem würde die Lage des Seenotrettungskreuzers „Adele“ für dieses Vorhaben sprechen.

Im Herbst vergangenen Jahres gab schließlich auch der Hauptausschuss der Hansestadt sein Okay. Und das obwohl in Rostock bereits eine Straße, ein Straßenring, ein ganzer Park und ein Eisbrecher nach dem Lotsenkommandeur benannt wurden. „Nirgendwo anders ist der Name aber so passend wie hier an seinem ehemaligen Wohnhaus“, betont Jörg Westphal, Leiter des DGzRS-Informationszentrums.

Geschichte gerät immer mehr in Vergessenheit

In seinen Augen könne Jantzen, der als Retter fernab der Küste unterwegs war und für seine Einsatzbereitschaft zahlreiche Auszeichnungen bekommen habe, nicht genug geehrt werden. „Er war ein mutiger Mann, der nicht davor zurückgeschreckt ist, sich in gefährlichen Situationen für andere einzusetzen“, meint Westphal.

Eine Tatsache, die in heutigen Zeiten immer mehr in Vergessenheit zu geraten scheint. „Wenn ich mit Schülern spreche, wissen die oft gar nicht mehr, was Jantzen für den Ort alles getan hat. Das ist traurig.“ Vor allem aber gehe dadurch ein Stück kultureller Geschichte verloren, die es nun zu bewahren gilt. Aus diesem Grund veranstalten die Seenotretter einmal im Jahr die sogenannten Stephan-Jantzen-Tage – ein Fest, welches das Wirken des Matrosen ins öffentliche Bewusstsein rücken soll. Die nächste Auflage sei um den 3. Oktober herum geplant.

Leuchtturm wird nicht Nummer 1

Auch Klaus Möller, Vorsitzender des Leuchtturm-Vereins, ist froh über die Umbenennung des Platzes. „Das wurde aber auch Zeit“, findet er. Seiner Meinung nach sei dieser Schritt längst überfällig gewesen. Lediglich mit der Verteilung der Hausnummern ist er nicht ganz zufrieden. Hatte er sich doch gewünscht, dass der Leuchtturm eine neue Adresse bekommt. „Im Katasteramt sind wir unter Seepromenade 3 aufgeführt. Für ein Wahrzeichen wäre es aber schön, wenn es die Hausnummer 1 bekäme“, verrät er.

Und so hatte er gehofft, dass der Leuchtturm zukünftig ebenfalls zum „Stephan-Jantzen-Platz“ gehören werde. Doch Fehlanzeige: Die Nummer eins wurde bereits vergeben – an eine Sanitäranlage. „Schade, da kann man wohl nichts machen“, sagt er betrübt. Er betont aber: „Es ist berechtigt, dass die Toilette nummeriert wird. Im Notfall muss die Feuerwehr den Standort schnell wiederfinden.“

Der wohl bekannteste Warnemünder

Wohl kaum ein anderer Name ist mit dem Seebad Warnemünde und der Seenotrettung so verbunden wie der von Stephan Jakob Heinrich Jantzen. Der am 20. Juli 1827 geborene Warnemünder ging bereits im Alter von 14 Jahren zur See, wurde Matrose, Steuermann und im Jahr 1856 Kapitän.

Als Kapitän der 38-Meter-Bark „Johannes Keppler“ umsegelt er zweimal die Welt. 1863 half Jantzen vierzehn portugiesischen Seeleuten während eines schweren Sturmes vor der Küste Nordamerikas.

Im Jahr 1866 wurde er zum Lotsenkommandeur von Warnemünde gewählt. Während seiner aktiven Zeit als Vormann rettete er zusammen mit seinen Besatzungen 80 Menschen aus Seenot. Wegen seiner Einsatzbereitschaft erhielt er zahlreiche Auszeichnungen im In- und Ausland.

1913 starb Stephan Jantzen in Warnemünde. Noch heute erinnern eine nach ihm benannte Straße, der größte Eisbrecher der ehemaligen DDR, „Stephan Jantzen“, und der Seenot­kreuzer „Vormann Jantzen“ der DGzRS an ihn.

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Von Susanne Gidzinski

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