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Rostock Zu klein für den Stadthafen: Rostocks OB will Landesmuseum in Iga-Park „abschieben“
Mecklenburg Rostock Zu klein für den Stadthafen: Rostocks OB will Landesmuseum in Iga-Park „abschieben“
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17:54 17.10.2019
Ein Landesmuseum direkt am Stadthafen – das war bisher Rostocks Vision. Nun stellt der neue OB die Pläne infrage. Quelle: Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung
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Rostock

Es soll das neue Aushängeschild Rostocks werden, eine Attraktion in allerbester Lage. Doch nun stellt Rostocks neuer Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen den Bau des Archäologischen Landesmuseums am Stadthafen infrage.

Der Grund: Sein Vorgänger Roland Methling und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hatten sich auf einen Kostendeckel für das Museum geeinigt, maximal 40 Millionen Euro darf der Bau kosten. „Dafür bekommen wir aber nur einen Schuhkarton – und keine Landmarke, die des Stadthafens würdig ist“, so Madsen. Deshalb will er dem Land nun andere Standorte in Rostock vorschlagen – den Iga-Park etwa.

Schwesig stoppte Kostenexplosion

Bereits 2017 hatte die Landesregierung entschieden, dass das neue Museum für die Schätze aus der Ur- und Frühgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns in der Hansestadt entstehen soll. Damals hatten die Verantwortlichen noch mit knapp 20 Millionen Euro Kosten und einem Umbau der alten Societät maritim am Steintor geplant.

Wenige Monate später entschieden sich Stadt und Land um: Das Museum sollte an den Stadthafen und rechtzeitig zur Bundesgartenschau 2025 fertig sein. Aber die Kosten explodierten – auf geschätzte 80 Millionen Euro. In Schwerin zog die Regierungschefin die Reißleine, der Kostendeckel war der Kompromiss.

Iga-Park als Alternative?

Madsen sagt nun: „Wenn wir uns mit europäischen Spitzenmuseen wie in Århus oder Bilbao messen und eine Attraktion bauen wollen, kriegen wir das nicht für 40 Millionen Euro. Schon gar nicht direkt am Wasser.“ Und weiter: „Wir haben zwei absolute 1a-Lagen in Rostock – den Stadthafen und die Mittelmole. Wenn das Land bei dem 40-Millionen-Deckel bleibt, dann bekommen sie dafür nicht unsere besten Grundstücke.“

Er will mit dem Land neu verhandeln: „Im Moment haben wir Stillstand in Sachen Landesmuseum. Wir müssen wieder miteinander reden – auch darüber, ob das Land nicht doch mehr Geld in der besten Lage Rostocks investieren will oder ob es sparen und dann lieber einen anderen Standort haben möchte.“ Der OB will Schwerin auch gleich Vorschläge unterbreiten: Die Societät maritim samt Fläche am Rosengarten für einen Erweiterungsbau wären noch zu haben. Noch lieber wäre ihm aber, wenn das Museum in den Nordwesten geht. „Im Iga-Park planen wir ein maritimes Museum. Das könnte gut zusammenpassen.“

Gemischte Reaktionen aus der Bürgerschaft

Die Fraktionen in der Bürgerschaft reagieren ganz unterschiedlich auf Madsens Vorstoß: SPD-Fraktionschef Steffen Wandschneider-Kastell lehnt neue Verhandlungen mit Schwerin und den Museumsbau im Iga-Park ab. „Ich möchte dem Land ein verlässlicher Partner sein. Und das Land will auch gar nicht in den Iga-Park.“ Madsens Vorschlag „torpediere“ das Landesmuseum: „Am Ende profitieren andere und nicht Rostock, wenn das Museum gar nicht kommt.“

Die CDU ist hingegen für Madsens Idee: „Der Iga-Park wäre ein geeigneter Standort für ein Museum. Hier können wir auch die Pläne für das maritime Museum mit dem Archäologischen Landesmuseum kombinieren. Das wäre eine echte Aufwertung für den Rostocker Nordwesten“, sagt Parteichef Daniel Peters. Für den Stadthafen wünsche er sich sowieso eher einen Ort, an dem sich die Rostock aufhalten können. Linken-Chefin Eva-Maria Kröger will vom Land nun endlich konkrete Pläne für das Museum sehen. Madsens Bedenken seien nachvollziehbar, aber: „Klar ist, wenn wir die Standortdebatte wieder aufmachen, kann es passieren, dass das Land den Standort Rostock noch mal infrage stellt.“

Regierung: „Müssen in Ruhe prüfen“

In Schwerin reagieren die Verantwortlichen irritiert auf die Nachrichten aus Rostock: „Die Landesregierung und die Hansestadt haben im Mai eine Vereinbarung zur Bundesgartenschau, zum Archäologischen Landesmuseum am Standort Stadthafen und zum Neubau des Volkstheaters getroffen. Die Landesregierung will damit ihren Beitrag dazu leisten, dass sich die Stadt weiter gut entwickelt“, sagt Regierungssprecher Andreas Timm. „Wenn es jetzt seitens der Stadt Rostock grundlegende Änderungswünsche geben sollte, müssen wir das in Ruhe prüfen.“

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