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Rostock Zu viel Karies: Zähneputzen wird Pflicht in Kitas
Mecklenburg Rostock Zu viel Karies: Zähneputzen wird Pflicht in Kitas
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08:30 22.06.2018
Sie haben das Zähneputzen längst drauf: Matthi (5, v. l.), Mia (5), Noah und Nils (beide 4) aus der Rostocker Kita „Biene Maja“. Doch die Zahl der Kinder mit schlechten Zähnen nimmt landesweit zu. Quelle: Andreas Meyer
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Rostock

Karies, Löcher und Lücken im Gebiss: Die Kinder in MV haben immer schlechtere Zähne. Nur knapp die Hälfte der Schulanfänger im Land hat laut neuesten Zahlen des Schweriner Sozialministeriums „naturgesunde Zähne“. Das Land will dem Trend entgegenwirken: Ministerin Stefanie Drese (SPD) macht deshalb das Zähneputzen in den mehr als 1000 Kitas im Land zur Pflicht. Noch im Juni soll der Landtag über eine entsprechende Änderung des Kifög (Kindertagesförderungsgesetzes) abstimmen. „Wenn es um die Gesundheitserziehung geht, kommt den Kitas neben den Eltern eine besondere Bedeutung zu“, so Drese.

Immer mehr Kinder haben Karies

Bereits im Jahr 2016 ließ die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege (DAJ) eine repräsenative Studie zur Zahngesundheit der Kinder in Deutschland erarbeiten – mit alarmierenden Ergebnissen auch für den Nordosten: „Rund 14 Prozent der Dreijährigen sind von Karies betroffen“, sagt Dreses Sprecher Alexander Kujat. Oft lassen sich die Erkrankungen dann nur sehr und nicht selten auch nur unter Narkose behandeln. Auch der so genannte DMFT-Index sieht für MV alles andere als gut aus: Der Index gibt an, wie viele Zähne bei Kindern im Durchschnitt bereits von Karies oder anderen Schäden betroffen sind. Im Schnitt hat jedes sechs- bis siebenjährige Kind im Land bereits 2,23 „kaputte“ Zähne. Der Bundesdurchschnitt liegt bei „nur“ 1,73.

Eltern vernachlässigen die Zahnpflege

Ein Grund für die Probleme – zumindest aus Sicht der Landesregierung und der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege MV: „Längst nicht in allen Familien lernen Kinder, regelmäßig Zähne zu putzen“, so Kujat. Laut Studien hänge die Karies-Häufigkeit bei Kleinkindern nachweislich auch mit der sozialen Zugehörigkeit der Familie zusammen. Im Klartext: Kinder aus sozial-schwachen Elternhäusern haben häufiger Zahn- Probleme als andere. An dieser Stelle sollen die Kitas helfen: Das Land verpflichtet die Kitas, das richtige Zähneputzen zu unterrichten. „Es geht um das Erlernen regelmäßigen Zähneputzens und dessen Ritualisierung. Damit wird ein Beitrag zur gesundheitlichen Chancengleichheit geleistet“, so Kujat.

Kitas sollen das Putzen lehren

Denn Zähneputzen sei nicht in allen Kindertagesstätten des Landes selbstverständlich: Landesweit würden sich bisher rund zehn Prozent der Kitas weigern, mit ihren Kindern regelmäßig die Zähne zu putzen. In der Hansestadt Rostock sind es sogar fast 25 Prozent: „17 unserer 71 Kindertagesstätten haben Zahnpflege bisher nicht im Programm“, so Kirsten Schröder, Zahnärztin im Gesundheitsamt der Hansestadt. „Fast 15 Prozent der Kita- Kinder in Rostock haben einen akuten Behandlungsbedarf bei Zahnärzten. Oft sind mehrere Milchzähne betroffen. „Nur durch richtiges und regelmäßiges Putzen können wir diese Problem in den Griff bekommen.“ Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) begrüßte den Vorstoß des Landes: „Schwerin reagiert endlich auf Druck der Zahnärzte, Gesundheits- und Jugendämter.“

Andreas Meyer

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