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Rostock „Zuckergarten“: Bei dieser Rostockerin blüht Blumen-Fans was ganz Süßes
Mecklenburg Rostock „Zuckergarten“: Bei dieser Rostockerin blüht Blumen-Fans was ganz Süßes
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17:57 22.07.2019
Blüten mit Biss: In ihrem „Zuckergarten“ stellt Kathrin Brockmann Pfingstrosen, Lilien und Hortensien aus Zuckermasse her. Quelle: ANTJE BERNSTEIN
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Rostock-Warnemünde

 Mit einem Hauch Hellgrün erweckt Kathrin Brockmann die Rose zum Leben. Mit einem Pinsel tupft sie das Farbpuder auf die weiße Zuckermasse und verwandelt diese damit in Blütenblätter, die so echt wirken, als hätte die Natur höchstselbst sie angemalt. Das geglückte Täuschmanöver lässt Kathrin Brockmanns Augen leuchten. Solche Effekte zu erzeugen, „macht mir am allermeisten Spaß. Dabei kann ich mich kreativ austoben.“

Lilien, Hortensien, Orchideen – Kathrin Brockmanns lässt in der Küche ihrer Dachgeschosswohnung einen Garten erblühen, wie er süßer kaum sein könnte. Aus Zuckermasse gestaltet die Warnemünderin mit viel Liebe zum Detail naturgetreue Blüten. Ihre Blumen sind im wahrsten Sinne des Wortes ein Augenschmaus: Sie machen Torten zu Hinguckern und sind zudem essbar. Wobei, zum Vernaschen sind Kathrin Brockmanns Kunstwerke viel zu schade. Und auch nicht gedacht. „Sie sollen eine bleibende Erinnerung an einen besonderen Tag sein.“

Diese Zuckerblumen müssen Sie gesehen haben:

Unglaublich, aber wahr: Diese Blumen sind aus Zucker

Für die süßen Werke stehen echte Blumen Modell. „In natura erkenne ich die Details am besten“, erklärt Kathrin Brockmann. Um die Naturschönheiten in Zucker zu verewigen, braucht sie Fingerspitzengefühl und Geduld. Ob üppige Pfingstrose oder Mohnblume – in jeder Blüte stecken viele Arbeitsstunden und unzählige Handgriffe.

Der erste ist der zur Silikonrolle. Damit walzt Kathrin Brockmann einen Batzen Zuckermasse platt und sticht anschließend einzelne Blütenblätter aus. Jedes davon pikst sie auf ein Stück Floristendraht, bevor sie mit zwei Veneers – speziellen Silikonformen – von beiden Seiten Maserungen ins Zuckerplättchen presst. Mit Modellierwerkzeugen bringt Kathrin Brockmann jedes Blättchen in seine endgültige Form. „Jetzt müssen sie trocknen“, erklärt sie und bettet die Blütenteile auf Schaumstoff.

Dampfbad überm Wasserkocher

Über Nacht wird, was zuvor weich war, steinhart und damit zur perfekten Leinwand. Mit Farbpudern schattiert Kathrin Brockmann jedes Blättchen und setzt diese dann um einen aus Zucker geformten Fruchtkelch zu einer Blüte zusammen. Die bekommt als Finish ein Dampfbad verpasst. Kathrin Brockmüller hält die Blume für wenige Sekunden über den heißen Wasserkocher. „Das fixiert die Farben und lässt sie leuchten.“

Schritt für Schritt – So entsteht eine Zuckerblüte:

Schritt für Schritt: So wird aus Zuckermasse eine schöne Blume hergestellt

Zuckergarten“ – unter diesem Namen fertigt Kathrin Brockmann ihre Kunstwerke nach den wünschen ihrer Kunden an. Die Blumen sind als Einzelstück oder Arrangement zu haben. Der Anblick der schmucken Bouquets bereitet auch der Zuckergärtnerin Freude. „Am Anfang habe ich gedacht, sowas krieg’ ich nie hin. Aber das ist irgendwie gewachsen“, erzählt die Warnemünderin.

Liebe auf den ersten Klick

Auf den Geschmack ist die Zuckerkünstlerin vor fünf Jahren gekommen. Damals suchte Kathrin Brockmann online nach Ideen, wie sie Fondanttorten aufhübschen könnte. Dabei stieß sie auf die Blumendeko. „Es war gleich um mich geschehen. Mein Herz ging auf und ich wollte alles darüber wissen“, erinnert sie sich und lacht. In Tutorials, Büchern und Workshops eignete sie sich Tricks und Techniken an.

Süße Seiten gedeihen noch

Inzwischen ist sie selbst Profi und träumt davon, anderen das Modellieren beizubringen. Noch aber blüht ihr „Zuckergarten“ quasi im Verborgenen: Die Onlineseite, über die Kathrin Brockmann ihre Blüten an Blumenfans bringen möchte, befindet sich im Aufbau. Für Marketing in eigener Sache bleibt ihr nur der Feierabend. Tagsüber macht sie für andere Werbung.

Kreativität treibt bunte Blüten

Seit 15 Jahren arbeitet Kathrin Brockmann in der Rostocker Werbeagentur Werk 3. Bevor sie Grafikerin wurde, ließ sie die Töpfe brodeln. Die Warnemünderin ist gelernte Köchin. „Aber ich wollte immer schon Konditorin werden.“ Das hat mangels Lehrstelle zwar nicht geklappt, dafür darf ihre Kreativität jetzt im „Zuckergarten“ bunte Blüten treiben. „Mein Herzensprojekt.“

Wunderschön und wasserscheu

Ihre Pflanzen haben viele Bewunderer und dürften selbst diejenigen entzücken, die keinen grünen Daumen haben. Denn Kathrin Brockmanns Kreationen sind pflegeleicht und nahezu unvergänglich. Während ein echter Strauß nach wenigen Tagen schlapp macht, halten ihre Bouquets jahrelang. Nur eines sollte man tunlichst lassen: gießen. Denn kommen die Zuckerblüten mit Wasser in Kontakt, lösen sie sich schlichtweg auf. Wer ihnen Feuchtigkeit erspart, dem blüht ewig was Süßes.

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