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Rostock Zugeparkte Straße: Kein Durchkommen für Rettungskräfte und Müllabfuhr
Mecklenburg Rostock Zugeparkte Straße: Kein Durchkommen für Rettungskräfte und Müllabfuhr
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15:54 12.06.2019
Mit großen Fahrzeugen hat die Feuerwehr in der Friedrich-Franz-Straße keine Chance. Quelle: Ronald Lange
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Rostock

 Wird ein Notruf abgesetzt, muss es schnell gehen. Bereits wenige Minuten können im schlimmsten Fall sogar über Leben und Tod entscheiden. „Wer aber haftet, wenn die Rettungsleute aufgrund zugeparkter Straßen nicht an die entsprechende Einsatzstelle gelangen“, diese Frage stellte ein Anwohner am Dienstagabend in der Sitzung des Ortsbeirates Warnemünde.

„Erst vor wenigen Wochen hat sich in der Friedrich-Franz-Straße ein Feuerwehrauto festgefahren“, berichtet der Ortsbeiratsvorsitzende Alexander Prechtel bestürzt. Dies sei an dieser Stelle kein Einzelfall, wie er betont. Immer wieder müssen Transporter, Müllautos und sogar Rettungswagen die Straße rückwärts verlassen. Der Grund dafür: die abgestellten Autos entlang der Fahrbahn blockieren die Durchfahrt. „Sollte dort einmal etwas passieren, gibt es keine Garantie, dass die Rettungskräfte überhaupt bis an das entsprechende Gebäude herankommen“, so Prechtel weiter.

Zentimetergenaues Rangieren

Ein Problem, dass auch Ronald Lange vom Amt für Umweltschutz kennt. Er ist Sachbearbeiter in der Abteilung Abfallwirtschaft und hat sich ein Bild von der aktuellen Situation gemacht. Zu seinem Erschrecken musste er feststellen, dass die Müllabfuhr nur mit Mühe und äußerster Präzision überhaupt erst in die Straße einbiegen kann. „An guten Tagen schaffen es die Kollegen reinzufahren. Wenn sie Glück haben, bleibt ihnen links und rechts ein Spielraum von fünf Zentimetern“, sagt er. Zu wenig, denn: die Fahrzeuge schwenken aus. Vor allem im Winter können dadurch Schäden riskiert werden.

Mindestbreite muss eingehalten werden

Die Müllabfuhr muss sich Zentimeter für Zentimeter an den parkenden Autos vorbei kämpfen. Quelle: Ronald Lange

An der schmalsten Stelle der Friedrich-Franz-Straße misst der Abstand zwischen den parkenden Autos lediglich 2,55 Meter. Betrachtet man den Trend der letzten Jahre, so lässt sich feststellen, dass breitere Autos immer beliebter werden. „Dadurch hat sich die Situation massiv verschärft“, meint Lange.

In der Straßenverkehrsordnung (StVO) sei bei Engstellen eine Mindestbreite von 3,05 Metern zulässig. Laut Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaft (UVV) seien es sogar 3,55 Meter. „Das ist hier definitiv nicht mehr gegeben“, klärt Lange auf. Er sieht hier dringenden Handlungsbedarf.

Erschwerte Bedingungen für die Feuerwehr

Während sich die Müllabfuhr an manchen Tagen wenigstens Zentimeter für Zentimeter zwischen den parkenden Autos durchkämpfen kann, gibt es für die Feuerwehr kein Durchkommen. „Man muss bedenken, dass die Geräteräume an den Seiten der Fahrzeuge begehbar sein müssen“, meint Johann Edelmann, Leiter des Brandschutz- und Rettungsamtes der Hansestadt Rostock. Im Einsatz würden die Kameraden mit einer Straßenbreite von 3,5 Metern gerade so auskommen. „Das ist für Anwohner eine sehr kritische Situation“, stellt Edelmann fest. „Wenn etwas passiert, haben wir hier ganz schlechte Karten.“

„Es muss jetzt etwas passieren. Nicht erst, wenn ein Unglück eintritt“, lautet der Appell von Hans-Joachim Richter. Der Warnemünder macht sich Sorgen, dass ein zu spätes Handeln vonseiten der Stadt unter Umständen verheerende Konsequenzen haben könnte. „Es ist schlimm, was hier in Warnemünde an einigen Tagen los ist“, pflichtet ihm Dieter Janzen bei. Er selbst muss sich immer wieder mit der Verkehrssituation und den rücksichtslos geparkten Autos herumschlagen.

Lösung: einseitiges Halteverbot

Um der Situation Abhilfe zu schaffen würden insgesamt drei Lösungen zur Auswahl stehen, wie Lange erklärt: „Entweder wir führen ein eingeschränktes Halteverbot ein, ein absolutes Verbot oder wir bieten Bereitstellungsplätze für Abfallbehälter am Straßenanfang.“ Letzteres würde der Feuerwehr jedoch nur wenig nützen.

Der Ortsbeirat Warnemünde empfiehlt daher ein einseitiges Halteverbot für Fahrzeuge. „Nur so können wir gewährleisten, dass die Feuerwehr im Notfall auch wirklich alle Häuser ansteuern kann“, sagt Prechtel. In der Anastasiastraße habe sich dies bereits bewehrt. „Wir müssen schauen, dass wir die Interessen aller zumindest in Teilen berücksichtigen. Ganz klar geht hier aber die Sicherheit vor.“

Susanne Gidzinski

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