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Mecklenburg Wärme fördert Beisammensein der Nachbarn
Mecklenburg Wärme fördert Beisammensein der Nachbarn
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18:35 15.10.2018
Von links: Rainer Martens, der lädierte Plaste-Storch, Horst Rönnfeldt und Manfred Wackerhage in ihrer Gartenrunde. Quelle: Thomas Hoppe
Kröpelin

 Die mobile Blitzerzentrale stand gestern Mittag an Kröpelins Schulstraße in der 30er Zone neben dem alten Heizhaus. Oft hatte sich das entsprechende Fahrzeug auch schon hinterm Schulgebäude am Rande der Kleingartenanlage „Am Karpfenteich“ versteckt. „Das ist vorbei, hier darf er nicht stehen. Das ist eine Feuerwehrzufahrt – das würde 35 Euro Bußgeld kosten“, weiß Horst Rönnfeldt. Dem 65-Jährigen gehört eine Garten-Parzelle an dieser Seite. Und zwar die mit dem Storch. Denn der Kunststoff-Vogel steht hier immer in Sichtweite, fällt einem schon von der Straße ins Auge.

Doch jetzt ist das betagte Tier angeschlagen: „Da sind Walnüsse rauf gefallen – nun hat er ein Loch“, sagt Horst Rönnfeldt etwas bedauernd, aber meint auch: „Da kommt ein Pflaster rüber und dann ist gut. Wind und Wetter haben das Material über die Jahre spröde gemacht“.

Seit Ende der 1990er beackert der verheiratete Familienvater diesen Garten, in dem er in diesem Jahr, wie der gelernte Maurer sagt, eigentlich „nicht viel“ erntete: „Kartoffeln, Kohlrabi, Erdbeeren und Himbeeren“. Immerhin.

„Meine Frau hilft mit, die Kinder kommen aber nur zum Grillen her“, erzählt der Rentner weiter, der fast täglich auf dieser Scholle ist. Hier klönt er gern mit Gartennachbarn, Leuten, die mit Kröpelin eng verbunden sind: „Wir sitzen immer hier, das ist unser Treff!“

„Heute haben wir schon übers Wetter und so gesprochen. So lange war es ja noch nie so sommerlich“, sagt der Kröpeliner Ruheständler Rainer Martens, der im November 65 wird. „Und über den schweren Motorradunfall in der Nähe“, ergänzt der einstige Facharbeiter für Umschlag im Rostocker Seehafen, Manfred Wackerhage, das Themenspektrum. Über Bayern nicht? „Ich bin kein Fußballfan“, gesteht dazu der Wahlrostocker, einen Tag nach der folgenreichen bayerischen Landtagswahl. „Doch, da haben wir kurz drüber geredet, über die Wahlen da“, wirft Horst Rönnfeldt noch ein.

Er war als Zehnjähriger aus Brusow ins Kröpeliner Stadtgebiet gezogen. Rainer Martens kam in der Rostocker Straße zur Welt und Manfred Wackerhage wuchs gemeinsam mit seinem Bruder im Kreis-Kinderheim, dem heutigen Archehof, auf: „Das war wunderbar, das war in Ordnung“. Jetzt kommt der Arbeitslose („Nach der Wende haben’se ja gleich 6000 Hafenarbeiter entlassen“) mit dem Zug nach Kröpelin. „Dauert ja nur eine halbe Stunde. Hier bin ich lieber, als in meinem Groß-Kleiner Betonklotz“, sagt der 57-Jährige. Alle drei besuchten einst die „Ernst-Thälmann-Oberschule“ nebenan und hätten „gesehen und gehört“, wie in den vergangenen Monaten der Pausenhof erneuert wurde: „Sieht irgendwie komisch aus, ne. In der Mitte ist da so was abgezäunt“, streift das Trio kurz das Thema. Viel habe sich über die Jahre in Kröpelin verändert, „auch zum Schlechteren“, meint Manfred Wackerhage: „Hier waren so viele schöne Geschäfte in der Stadt, für Spielzeug gegenüber von der Post, ein Eisenwarenladen, eine Drogerie, ein Schuhgeschäft...“

Rainer Martens ist dagegen „im Großen und Ganzen“ zufrieden: „Ich bin seit 49 Jahren bei der Feuerwehr, gehöre noch zur aktiven Truppe. Mein Großvater war drin, mein Vater, ich und nun auch mein einer Sohn. Der spielt sogar im Spielmannszug ,Küste’“. Mit der Stadt sei er zufrieden: „Die geht auch auf unsere Wünsche ein“, begründet das der Feuerwehrmann. Einmal wöchentlich fahre er mit anderen Kröpelinern zum Kegeln nach Neubukow und er sei Mitglied im Verein Landtechnik Jennewitz, der ab diesem Sommer in Diedrichshagen auf 3000 gepachteten Quadratmetern seine Traktorentreffen veranstaltet.

Angesichts des lädierten Plaste-Storchs kommen die Männer noch auf Bubi zu sprechen. Das war eine Dohle, die ein paar Monate lang in Horst Rönnfeldts Garten lebte und ihn schon von gegenüber – von seinem Zuhause – abholte: „Bubi setzte sich auf meine Schulter und kam so mit hierher. Der war gut, der Vogel, auch wenn er Zigaretten klaute“.

Thomas Hoppe

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