Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Mecklenburg Spurensuche in der Heimat
Mecklenburg Spurensuche in der Heimat
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Rechts die Arbeit von Poline Harbali, „How much I love autumn – Wie sehr ich den Herbst liebe“, und links ein Teil der Arbeit „Glücklich wäre, wer vergißt, was doch nicht zu ändern ist“ von Pauline Stopp Quelle: René Kafka
Anzeige
Ahrenshoop

Die Ausstellung im Neuen Kunsthaus von Ahrenshoop heißt „Das vierte Haus“. Dieser Titel ist der Astrologie entlehnt, dort bezeichnet „Das vierte Haus“ die Bedeutung von Herkunft und Familie, bezieht den Einfluss des Unbewussten und der Vorfahren mit ein. „Das vierte Haus“ steht auch für Heimat.

Der Untertitel lautet: „Familiengeschichten: Wo wenn nicht hier?“, dem Thema Heimat widmet sich in vielen Facetten die aktuelle Ausstellung im Neuen Kunsthaus Ahrenshoop, vom daran beteiligten Künstlerhaus Lukas wurde als Gastkuratorin Asima Amriko verpflichtet, die diese Ausstellung gemeinsam mit Gerlinde Creutzburg kuratiert hat. „Ich bekam diesen Auftrag vor zwei Jahren vom Künstlerhaus Lukas“, sagt Asima Amriko. In der Folge wählte sie die Künstler aus: Das sind Poline Harbali (Kanada), Camille Lévêque & Anna Lounguine (Frankreich), Kathrin Ollroge, Pauline Stopp, Katrin Herrmann, Beate Maria Wörz (alle Deutschland) sowie Jurga Užkurnytė. Alle Künstler waren schon einmal als Stipendiaten im Künstlerhaus Lukas tätig. So kam Asima Amriko auf die litauische Künstlerin Jurga Užkurnytė, die nun einen Teil der litauischen Geschichte verarbeitet hat. Es ist Diršoniai, das Heimatdorf ihrer Großeltern, das heute nicht mehr existiert. Die Künstlerin hat private Filmaufnahmen zusammengetragen und zu einer Installation verarbeitet, kombiniert mit Karten des heute verschwundenen Dorfes, die ihr Großonkel aus dem Gedächtnis angefertigt hat. Der Titel: „The lost village – Das verlorene Dorf“. So hat Jurga Užkurnytė eine künstlerische Form gefunden, dass das Dorf im Gedächtnis erhalten bleibt.

Unterschiedliche künstlerische Formen, mit der eigenen Geschichte umzugehen

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte, auch geprägt von Migration oder Wandel, ist Teil des künstlerischen Prozesses, der im Vorfeld auch Spurensuche war. Die beteiligten acht Künstlerinnen fragen nicht nur nach der eigenen Vergangenheit, sie bringen ihre persönlichen Erfahrungen ein. So wie Beate Maria Wörz aus Berlin, die sich in dem Projekt „HILDE – eine Spurensuche“ mit der Lebens- und Liebesgeschichte ihrer Tante auseinandersetzt. Schließlich hat sie die in Briefen vorliegende Korrespondenz geschreddert und daraus neue Papierarbeiten geschöpft. Unvollständige Erinnerungsbilder der Vergangenheit wurden neu zusammengesetzt – auch eine Form der Verarbeitung. Pauline Stopp aus Greifswald hat in ihrer Installation namens „Suchen und Finden“ Erinnerungen an die eigene Familiengeschichte kompiliert. Viele Alltagsgegenstände stammen aus der Haushaltsauflösung ihrer Großmutter – Dinge, die hier eine tiefere Bedeutung bekommen sollen.

Camille Lévêque und ihre Schwester Anna Lounguine kommen aus Frankreich, sie gehen ihren armenischen Wurzeln nach. Die Installation „We are our mountains – Wir sind unsere Berge“ ist das Ergebnis ihrer Reisen, die die Schwestern nach Armenien unternahmen, um der eigenen Familiengeschichte nachzuspüren. Auf diese Weise ist ein Künstlerinnenbuch entstanden, flankiert von einer Audioinstallation und einem Video. Im Ergebnis werden die kollektiven, auch schmerzvollen Erinnerungen aus der armenischen Geschichte mit denen der eigenen Familie verknüpft.

Die Ausstellung wird von Diskussionen begleitet

Was auf den ersten Blick vielleicht abstrakt wirkt, erschließt sich bei der näheren Betrachtung. Denn die beteiligten Künstlerinnen haben ihre Formen gefunden, die eigenen Familiengeschichten in einen größeren Zusammenhang zu stellen, das von Migration geprägte Verhältnis der Generationen zueinander in eine neue Form zu geben. Denn die Frage ist auch: Wie geht man mit Familiengeschichten um, die von Migration geprägt sind? Und wie wirken Erfahrungen mit Krieg, Vertreibung oder Flucht weiter in nachfolgende Generationen hinein? Das ist der tiefere Sinn der Ausstellung, dazu gibt es begleitend die Gesprächsreihe „Fünfundzwanzig Dialoge für Respekt und Verantwortung“, die in der Ausstellung im Neuen Kunsthaus stattfindet. Diese Gesprächsrunden sind für jedermann offen. Dort präsentieren sich die teilnehmenden Künstlerinnen, der Rahmen wird personell erweitert. Eingebettet ist dies in die gleichnamige Veranstaltungsreihe, die bereits im März begann und noch bis zum 20. Juli läuft. Auch auf diese Weise wird übrigens der 25. Geburtstag des Künstlerhauses Lukas in diesem Jahr begangen. Die Ausstellung im Neuen Kunsthaus Ahrenshoop ist noch bis zum 9. September zu sehen.

Thorsten Czarkowski

Rund 30 000 Rammstein-Fans werden am 16. Juni im Rostocker Ostseestadion versammelt sein. Sie kommen aus allen sozialen Schichten und feiern von Freitag bis Sonntagnacht in Rostock eine riesige Rammstein-Party.

13.06.2019

Ärger auf Konzert-Tour: Der Frontmann von Rammstein soll laut Medienberichten in einer Münchner Hotelbar mit einem anderen Gast aneinander geraten sein. Er soll Till Lindemanns weibliche Begleitung beleidigt haben.

12.06.2019

Die Operette „Eine Nacht in Venedig“ von Johann Strauss hatte am Sonnabend in der Rostocker Halle 207 Premiere.