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Südwestmecklenburg Laufwege wie Ronaldo: So wollen Erfinder aus MV Amateuren beim Fußballtraining helfen
Mecklenburg Südwestmecklenburg Laufwege wie Ronaldo: So wollen Erfinder aus MV Amateuren beim Fußballtraining helfen
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13:26 06.08.2019
Karl Kober und Alexander Papazoglou (v.l.) stehen in den Startlöchern. Mit ihrem Produkt "Matchfield Tactics" wollen sie das Erlernen der Fußballtaktik im Training verbessern. Quelle: Axel Meyer
Schwerin

Wenn Fußballer wie Jerome Boateng, Toni Kroos oder Cristiano Ronaldo übers Feld laufen, sieht das für den gewöhnlichen Zuschauer auch genauso aus: Die Weltstars laufen eben über den Platz, mal hierhin, mal dorthin, vor und zurück, verteidigen, greifen an, schießen ein Tor oder auch nicht. Welche Taktiken dahinterstecken, mag der Laie vielleicht ahnen, aber deutlich werden die ausgefeilten Spielzüge erst durch Computeranalysen.

Und da kommen zwei junge Männer aus Schwerin ins Spiel. Karl Kober und Alexander Papazoglou entwickeln das Produkt „Matchfield Tactics“. Diese nach ihren Worten bislang einzigartige Technologie soll es künftig auch Jugend- und Amateurmannschaften ermöglichen, im Training die taktischen Spielzüge von gestandenen Profimannschaften wie Bayern München oder Real Madrid zu lernen und zu verinnerlichen.

Bittere Erfahrung: Mit 1:8 vom Platz gefegt

Auf die Idee kam Papazoglou aus eigener – man muss wohl sagen: bitterer Erfahrung. Vor etwa einem Jahr ging er mit seiner Fußball-Mannschaft gut vorbereitet in ein Spiel. Dachte er zumindest. Der Trainer hatte den Jungs eine Taktik erläutert, mit der sie den Gegner vom Platz fegen wollten. Da die Spieler die vorgegebene Taktik nicht richtig umsetzten, wurde das Spiel ein Desaster. Papazoglou kam mit seiner Mannschaft unter die Räder, das Spiel endete 1:8. „Ich habe mich so geärgert, dass ich hinterher kaum schlafen konnte, und mich gefragt: Wie kann man es ändern, dass die Spieler die vom Trainer vorgegebene Taktik auch ausführen?“, sagt Papazoglou.

OZ ehrt junge Gründer beim 17. Existenzgründerpreis:
Jetzt bewerben

Zu der Zeit studierte der 25-Jährige an der Hochschule Wismar Betriebswirtschaftslehre (BWL), zusammen mit seinem Studienfreund und Kollegen Karl Kober, ebenfalls ein leidenschaftlicher Amateurfußballer. Die beiden diskutierten die Idee, das Fußballtraining mit Hilfe von Computertechnologie zu verbessern – oder gar zu perfektionieren. Sie holten die Informatik-Ingenieure Kay Law und Jannis Haker ins Boot, und das Projekt nimmt seither Gestalt an.

Algorithmus verarbeitet Daten aus Profi-Fußballspielen

Technisch soll „Matchfield Tactics“ einmal so funktionieren: Beim Training tragen alle Spieler einen GPS-Tracker, also ein Gerät ähnlich einer Armbanduhr, mit dem permanent ihre Positionen auf dem Platz bestimmt werden. Diese Daten werden an einen Server gesendet und durch einen Algorithmus analysiert. Dieser Algorithmus verarbeitet die Daten aus tausenden Profi-Fußballspielen und gleicht sie mit denen der Spieler auf dem Trainingsplatz ab. Steht oder läuft der Spieler auf der richtigen Position, passiert nichts, steht er falsch, gibt es einen richtungsweisenden Vibrationsalarm, der beispielsweise signalisiert: Du musst zwei Meter weiter links stehen.

13 000 Euro Preisgeld für clevere Selbstständige

Beim 17. Existenzgründerpreis werden Selbstständige mit innovativen Dienstleistungen und Produkten gewürdigt. Neben dem mit 5000 Euro dotierten Hauptpreis gibt es vier Sonderpreise (je 2000 Euro Preisgeld): „Mut zur Selbstständigkeit“, „Interessante Gründerstory“ sowie – erstmals – den „Digitalisierungspreis“ für eine innovative digitale Geschäftsidee. Zudem wird der „Nachfolgepreis“ ausgelobt – für die gut vorbereitete bzw. durchgeführte Firmenübernahme.

Bewerben ist simpel: Unter www.oz-existenzgruenderpreis.de gibt es die Unterlagen. Einfach downloaden, ausfüllen und per E-Mail an existenzgruenderpreis@ostsee-zeitung.de schicken. Oder downloaden, ausfüllen und zusammen mit dem Online-Formular und Anhängen mit einem Klick an die OZ übermitteln. Für den „Nachfolgepreis“ bewerben können sich Firmen mit Sitz in MV, bei denen geplant ist, dass sie in den kommenden fünf Jahren übergeben werden oder die innerhalb der letzten drei Jahre übergeben wurden. Für die anderen Preise gilt: Zur Teilnahme berechtigt sind Firmen mit Sitz in MV, die vor dem 1. Juni 2018 gegründet wurden und nicht älter als fünf Jahre sind.

Bei Fragen: existenzgruenderpreis@ostsee-zeitung.de oder Tel. 0381/365 381. Einsendeschluss: 2. September

„Das ist eine Innovation für den Amateurbereich“, sagt der Vorstandsvorsitzende des Vereins FC Dynamo Lüneburg, Jens Niemann. Ein entsprechendes Gerät, das preislich erschwinglich sei, gebe es noch nicht. Der Verein, bei dem auch Kober und Papazoglou gespielt haben, habe sich bereiterklärt, an der Erprobung mitzuwirken. Die Technologie könne unterklassigen Vereinen helfen, etwa indem der Trainer den Spielern bei der Nachbesprechung grafisch aufzeigt, ob sie in einer Viererkette den korrekten Abstand zum Mitspieler eingehalten haben, sagt Niemann.

Mit „Matchfield Tactics“ in den Startlöchern

Kennengelernt haben sich der gebürtige Lübecker Kober und Papazoglou, der aus der Nähe von Grabow (Kreis Ludwigslust-Parchim) stammt, vor etwa sechs Jahren in Lüneburg. An der Universität absolvierten beide ein duales Studium. Ihr Schwerpunkt war BWL in Kombination mit kaufmännischer Ausbildung. Anschließend wechselten sie an die Hochschule in Wismar; Papazoglou legte seinen BWL-Schwerpunkt auf Finanzierung, Kober auf Marketing und Vertrieb.

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„Ich wusste schon frühzeitig, dass ich ein eigenes Unternehmen gründen will“, sagt Kober. Das Studium habe er vor allem absolviert, um sich das wirtschaftliche Wissen für die Selbstständigkeit anzueignen. Und nun stehen die beiden mit „Matchfield Tactics“ in den Startlöchern. Sie haben die Konkurrenz analysiert, ein Patent angemeldet und im Schweriner Technologie- und Gewerbezentrum (TGZ) ein Büro gemietet.

Auf eigenes finanzielles Risiko

„Seit Juli 2019 arbeiten wir jetzt auf eigenes finanzielles Risiko in Vollzeit an unserer Projektidee“, sagt Kober. Eine Entscheidung zur Existenzgründerförderung des Bundes für das Unternehmen steht noch aus. Aber die Gründer in spe sind sehr zuversichtlich.

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„Matchfield Tactics“ befinde sich derzeit in der Entwicklungsphase, erklären sie. Außerdem feilen sie an ihrem Geschäftsmodell. Im kommenden Frühjahr wollen sie dann die ersten Vereine für ihr Produkt gewinnen. Dabei nehmen sie als Abnehmer Jugend- und Amateurmannschaften in den Blick, vielleicht sogar die des FC Hansa Rostock. Denn die Neu-Schweriner haben ein ambitioniertes Ziel: „Wir wollen dazu beitragen, den FC Hansa Rostock zu alter Größe zurückzuführen“, sagt Kober.

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