Was Ministerpräsidentin Manuela Schwesig zum 1. Mai fordert 
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Mecklenburg Was Ministerpräsidentin Manuela Schwesig zum 1. Mai fordert
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Was Ministerpräsidentin Manuela Schwesig zum 1. Mai fordert 

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16:45 01.05.2021
Aufgrund der Corona-Lage war die Teilnehmerzahl der DGB-Demo auf dem Neuen Markt begrenzt. Die Aufteilung der Menschen in drei Blöcke diente der Umsetzung der vorgeschriebenen Regeln.
Aufgrund der Corona-Lage war die Teilnehmerzahl der DGB-Demo auf dem Neuen Markt begrenzt. Die Aufteilung der Menschen in drei Blöcke diente der Umsetzung der vorgeschriebenen Regeln. Quelle: Martin Börner
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Rostock

Ein Jahr fanden die Kundgebungen zum 1. Mai nur digital statt. „Aber der Tag der Arbeit ist wichtiger denn je. Deswegen haben wir uns unter Einhaltung aller Regeln für digitale Angebote und eine Demonstration mit begrenzter Teilnehmerzahl entschieden“, sagt Fabian Scheller, Geschäftsführer des Deutschen Gewerkschaftsbundes in der Region Rostock-Schwerin.

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Rund 120 Menschen, darunter viele haupt- und ehrenamtliche Politiker und Gewerkschaftsmitglieder, hatten sich am Samstagvormittag vom Doberaner Platz auf zwei Routen in Richtung Neuer Markt aufgemacht, wo die zentrale Kundgebung geplant war. Gelbes Flatterband diente nicht vorrangig zum Abstandhalten, sondern sollte die Demo-Teilnehmer auch sinnbildlich verbinden.

„Dürfen das Personal nicht verschleißen“

Hauptthema der Reden war in diesem Jahr die Solidarität. Und die ist nicht nur in der Zukunft, sondern auch in der Gegenwart wichtig. „Wir müssen aufpassen, dass das Corona-Virus unsere Arbeitswelt, aber auch die Gesellschaft nicht spaltet“, so Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Zusammenhalt sei gerade jetzt, auf den letzten Metern der Pandemie, wichtig, appellierte Schwesig in Richtung der Zuhörer auf dem Markt und an den Bildschirmen.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD), hier im Gespräch mit dem GEW Landesvorsitzenden Maik Walm, appellierte an die Menschen, solidarisch zu bleiben. Quelle: Martin Boerner

Der Gesundheitsschutz aller Menschen im Land sei die wichtigste Aufgabe und ein Grundrecht. „Aber es geht auch darum, diejenigen zu unterstützen, die hier jeden Tag den Laden am Laufen halten. Wir dürfen dieses Personal nicht verschleißen“, sagte die Ministerpräsidentin. Das gelte nicht nur für Mitarbeiter auf Intensivstationen, sondern im gesamten medizinischen Bereich, in der Pflege, im Handel oder für die Paketboten.

Sie hätte aber auch jene im Blick, die gerne arbeiten würden, derzeit allerdings in Kurzarbeit zu Hause sitzen und einen hohen Preis zahlen. „Ich weiß, wie das ist, wenn der Vater arbeitslos wird, sich mit 40 fragt, ob er noch mal gebraucht wird, und man rechnen muss, ob das Geld noch reicht“, erklärte Schwesig mit brüchiger Stimme.

Sonderprogramme für Aufschwung nach der Krise

Deshalb wolle sie alles dafür tun, „die Arbeitsplätze zu sichern und mit Programmen dafür zu sorgen, dass es nach der Krise wieder Aufschwung gibt. Denn wir wollen nicht, dass die Menschen arbeitslos werden“, erklärte die Ministerpräsidentin.

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Ingo Schlüter, stellvertretender Vorsitzender des DGB-Nord, mahnte an, dass genau darauf geachtet werden müsste, wer am Ende der Pandemie die Zeche zahlt. Es sei wichtig, dass die Lasten der Corona-Krise gerecht verteilt werden und nicht auf den Schultern der Arbeitnehmer liegen, die durch Kurz- oder Heimarbeit und die Doppelbelastung mit der Betreuung der Kinder zu Hause schon genug gefordert wären. „Applaus und warme Worte reichen aber nicht“, so Schlüter. Reiche und Spitzenverdiener müssten zwingend mehr zum Gemeinwesen beitragen.

Von Claudia Labude-Gericke