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Wismar 15 Jahre Stillstand vorbei: Brücke Cramon wird neu gebaut
Mecklenburg Wismar

15 Jahre Stillstand vorbei: Brücke Cramon wird neu gebaut

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09:00 14.02.2020
Nur ein paar Meter breit ist der Brückenschlag über die K30, der so lange für Ärger sorgte. Wegen des schwierigen Untergrundes dennoch ein teures Projekt. Quelle: Landkreis Nordwestmecklenburg
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Cramonshagen

Seit 2005 haben die Einwohner der Gemeinde Cramonshagen auf diesen Tag gewartet: Am Mittwoch hatte der Landkreis zum vor-Ort-Termin an die Brücke Cramon geladen. Dort hatten bereits am 3. Februar die Bauarbeiten für einen Ersatzneubau der Brücke begonnen. Ein kurzes Stück über einen Wasserlauf, mitten in einem Moorgebiet, das lange für Ärger gesorgt hat: 1966 war hier eine Holzbrücke errichtet worden, die auch 1980, 1993 und 1998 notdürftig saniert wurde – im Jahr 2005 dann die Hiobsbotschaft: Die Brücke musste für den kompletten Fahrzeugverkehr gesperrt werden. Der weiche Untergrund hatte zur sehr an Brücke und Straße gezerrt, bis die Stabilität nicht mehr gewährleistet war.

Das blieb dann erst mal so. Immer wieder gab es Versuche, eine Sanierung zu beginnen. Aber knappe Finanzmittel beim Kreis und ausbleibende Fördergelder sorgten stets für Verschiebungen. 2015 stimmte der Kreistag dann einem Maßnahmenpaket zu, um den Missstand zu beheben und dabei auch die Fahrbahndecke der Kreisstraße K30 sanieren zu lassen.

Nach Planungen, Ausschreibungen und vor allem dem auf die Beine stellen der Finanzierung konnte es nun mit dem Bau losgehen. Insgesamt wird die Maßnahme rund zwei Millionen Euro kosten. Die Brücke allein schlägt mit 744.000 Euro zu Buche. Da ist jede Hilfe willkommen, um den Kreishaushalt zu entlasten. Landesinfrastrukturminister Christian Pegel übergab an der Baugrube einen Förderbescheid aus dem Strategiefond des Landes in Höhe von 132 000 Euro an Landrätin Kerstin Weiss (beide SPD).

Reinhard Eggemann, Bürgermeister a. D. von Cramonshagen, ist glücklich: „Die Sperrung hat mich die ganzen acht Jahre meiner Amtszeit begleitet. Heute geht für mich ein Traum in Erfüllung!“

Der Bürgermeister a. D. von Cramonshagen Reinhard Eggemann: „Für mich geht heute ein Traum in Erfüllung“. Quelle: Landkreis Nordwestmecklenburg

Umsetzen wird den Bau die Firma Matthäi Bau aus Leezen und die kennt sich mit schwierigem Gelände aus: Sie arbeitet auch mit der Behebung der Schäden an der abgesackten A20 bei Triebsees. Geschäftsführer Björn Bick erklärt die Planungen: „Wir bauen hier einen Wellstahltunnel aus mehreren Elementen. Dieser wird sich mit der erneuerten Straße zusammen in den nächsten Jahren langsam setzen, so dass keine Absätze entstehen“, so Bick. Sobald Brücke und Straße erneuert sind, werden sie zu einer Gemeindestraße umgewidment. Der Landkreis übernimmt im Gegenzug die Straße Nienmarker Damm in seinen Bestand.

Die Bauarbeiten sollen bis November 2020 an der Brücke und am Damm abgeschlossen sein – und dass obwohl wegen der Vogelbrutsaison alle lärmproduzierenden Maßnahmen im Sommer ruhen sollen. Laut Baufirma sind diese bis Ende Februar alle erledigt.

Für die beiden Orte Cramonshagen und Schönfeld Mühle soll sich laut stellvertretendem Bürgermeister Frank Oldorf dann viel verbessern: „Wir sind gerade mit Nahbus im Gespräch. Dort ist man offen dafür, den Schulbus wieder bis in den Ort fahren zu lassen. Und auch der Bus nach Schwerin könnte auf manchen Touren diesen Schlenker machen.“ Für Schüler ist der Weg zur Bushaltestelle gerade aus Schönfeld Mühle derzeit noch sehr lang. Das könnte sich nun ändern. Schwerer als ein Bus darf es aber nicht werden: Auch nach der Sanierung bleibt die Straße für Lkw tabu, wegen des weichen Untergrundes. „Auch wenn hier keine Laster fahren, dennoch eine große Verbesserung“, so Oldorf: „Für viele Bürger wird eine Zeit von 15 Jahren enden, in der sie jeden Tag einen Umweg von drei bis fünf Kilometern machen mussten.“

Von OZ

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