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Wismar 40 Kilometer nachts bei minus 6 Grad
Mecklenburg Wismar 40 Kilometer nachts bei minus 6 Grad
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00:10 20.03.2018
Heißer Tee baut auf. Der Dorf Mecklenburger René Juhnke hat sich am Montag von 4 bis 8 Uhr durchgekämpft. FOTOS (3): HEIKO HOFFMANN
Wismar

Zufrieden, erleichtert, erschöpft und leicht durchgefroren hat gestern René Juhnke seinen Spendenlauf im Wismarer PSV-Stadion beendet. Wenn der „normale“ Mensch schläft, läuft der Dorf Mecklenburger. „Ist doch für eine gute Sache“, sagt er trocken.

René Juhnke hat beim Spendenlauf Aufsehen erregt / Insgesamt 2200 Runden am ersten Tag

Runde um Runde war der 45-Jährige unterwegs. Von 4 Uhr bis 8 Uhr! Fast die ganze Zeit allein. Im Dunkeln unter Flutlicht, bei minus sechs Grad. Sein treuer Begleiter war nur sein Handy mit Musik aus den 80er und 90er Jahren.

Otto-Normal-Verbraucher fragt sich, wie man das solange überhaupt durchhält, die Lauffreaks fachsimpeln, ob man im Stadion auch mal die Richtung wechseln sollte, um der Langeweile vorzubeugen. „Ich bin immer in eine Richtung gelaufen. Die Ruhe war ganz angenehm“, sagt der zweifache Familienvater, der in dieser Woche mit seiner Frau Kathi nochmal ein paar Runden drehen möchte. Und die Kälte?

„Beim Oberkörper ist es ganz okay, nur die Kälte an den Füßen macht irgendwann zu schaffen.“

Bananen und warmen Tee gab es auf Zuruf. „Wir wollen doch, dass unsere Läufer durchhalten“, sagt Evi Lange lachend. Sie arbeitet in der Stadtverwaltung und hat sich extra Urlaub genommen. „Ich habe von der Aktion gelesen. Das muss man doch unterstützen. Ich finde die Sache ganz toll“, sagt Evi Lange.

Urlaub hatte gestern auch René Juhnke genommen. Heute ist er wieder in Hamburg in der Montageleitung von Möbel-Höffner tätig. Hat er unterwegs auch mal ans Aufhören gedacht? „Nie, das liegt nicht in meinem Blut“, erklärt der Freizeitläufer, der sich in der Vergangenheit auch von Krämpfen nicht vom Marathonziel abhalten ließ und der beim Laufen auch Spaß haben möchte. Im vergangenen Jahr lief er mit Freunden in Dresden einen Marathon. Ließ sich unterwegs mit einer Samba-Tänzerin fotografieren und verpasste dadurch knapp die Vier-Stunden-Marke. Egal. Gestern bei ungleich schwereren Bedingungen hat René Juhnke knapp die Marathondistanz von 42 Kilometern verpasst. Später schrieb er: „Sind bei mir nur 40,4 Kilometer geworden. Bin aber zufrieden mit meiner Leistung bei minus sechs Grad.“ Seinen nächsten richtigen Lauf hat René Juhnke am kommenden Sonntag. Dann steht der Osterlauf (www.strandlaufcup.de) in Wismar-Wendorf an. Von seinen Sportfreunden gab es für seine Leistung beim Spendenlauf viele Komplimente. „Glückwunsch, das muss man erst einmal schaffen“, meinte Norbert Romeiks von den Maltesern. Zusammen mit Thomas Warnke passte er gestern im Stadion auf, dass gesundheitlich alles im grünen Bereich verlief.

Für Stefan Schröder, einem der Hauptorganisatoren, war der erste Tag des „Spendenlaufes Wismar 24/7“ ein voller Erfolg. Nach dem Start am Sonntag um 10.30 Uhr waren bis Mitternacht 110 Läufer unterwegs. 2200 Runden wurden absolviert. 2400 Euro haben die Läufer gespendet. Hinzu kamen 500 Euro vom Wismarer Verein RT-Cup und weitere 200 Euro an Spenden von Besuchern. Er hat gestern auch die Erfahrung gemacht, wie hart es ist, nachts und bei Kälte zu laufen. Der Nakenstorfer und Geschäftsführer der Krebs-Unternehmensgruppe in Wismar lief von zwei bis vier Uhr, ehe er an René Juhnke übergab. Denn das ist das Ziel: Mindestens ein Läufer soll immer unterwegs sein.

Gestern waren ab 8 Uhr Schüler des Gerhart-Hauptmann- und des Geschwister-Scholl-Gymnasiums aktiv. Mittendrin auch Ingo Pontow, der ein paar Runden locker lief, nachdem er am Sonntag von 19 bis 21 Uhr 52 Runden im Stadion gelaufen war. Unterwegs waren gestern unter anderem auch Ariane Stapusch, Kristin Prill, Jens Kohagen, Matthias Kühn, Steffen Hasselfeld, Uwe Kaselow, Lars Reimer und Che Keller. Um Mitternacht übernahm Heiko Winkler.

Jeder kann mitmachen

Der „Wismarer Spendenlauf 24/7“ hat am Sonntag um 10.30 Uhr begonnen und endet am Sonntag, dem 25. März. Gelaufen wird ausschließlich im PSV-Stadion in Wismar-Wendorf. Jeder kann mitmachen.

Einfach im roten Container für die Organisation anmelden und schon geht es los. Wie viel jeder läuft, ist egal. Nach Möglichkeit gibt jeder Läufer pro Runde 50 Cent. Mit dem Geld werden schwer erkrankte Kinder und deren Eltern sowie ein Kanu-Projekt der beiden Wismarer Gymnasien unterstützt. Nachfragen sind möglich bei Susann Wiedemann unter (susannwiedemann@googlemail.com).

Heiko Hoffmann

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