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Wismar Ärger um Baumfällaktion in Wismar
Mecklenburg Wismar Ärger um Baumfällaktion in Wismar
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19:19 10.05.2019
Der erste Baum vor dem Wohnhaus in der Käthe-Kollwitz-Promenade 9a-c ist abgesägt. Weitere sollen folgen. Quelle: Heiko Hoffmann
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Wismar

Eine Baumfällaktion sorgt für Ärger am Friedenshof. Anwohner sprechen von einer „Nacht- und Nebelaktion“. „Elf Bäume waren plötzlich mit roter Farbe gekennzeichnet. Die auf dem Wäscheplatz gespannten Leinen waren entfernt und bereits der erste Baum gefällt, als mehrere Anwohner darauf aufmerksam wurden“, heißt es in einem Brief.

Die Bäume stehen an der Käthe-Kollwitz-Promenade vor dem Haus Nummer 9a bis c – zwischen der alten Mensa und der Sporthalle der Hochschule. Eine Vorabinformation an die Mieter hat es nicht gegeben.

Protest von Anwohnern

Nur aufgrund des „sofortigen aktiven Protestes mehrerer Anwohner konnten die Fällarbeiten – vorerst – gestoppt werden. Aber ein Baum ist bereits gefällt worden, ein weiterer schwerst beschädigt“, beklagen die Anwohner. Vor mehr als 30 Jahren sei die Baumreihe als Sicht- und Lärmschutz zum damals noch angrenzenden Gebäude der Brecht-Schule angepflanzt worden.

Auf der Freifläche wird eine Containerschule als Übergangslösung für die Goethe-Schule errichtet. An der Grundstücksgrenze stören überhängende Äste die neue Bebauung. Quelle: Heiko Hoffmann

Im Frühjahr wurde auf der Freifläche mit Arbeiten für eine Containerschule begonnen. Diese dient als Ersatz für die Goethe-Gesamtschule in der Altstadt. Bauherr ist der Landkreis Nordwestmecklenburg.

Unverständlich ist den Anwohnern, „dass das Fällen der Bäume überhaupt genehmigt wurde“, denn in der Zeit vom 1. April bis 30. September eines jeden Jahres sei das Fällen gesetzlich verboten. Jetzt fordern sie Aufklärung.

Auf OZ-Nachfrage teilt der Landkreis mit: „Es handelt sich nicht um gesetzlich geschützte Bäume, somit war auch keine Fällgenehmigung für den bereits abgenommenen Baum erforderlich.“ Derzeit werden nur noch im Grenzbereich zur Bebauung der Containerschule die vorhandenen Gehölze zurückgeschnitten, „so wie es für die genehmigte Baumaßnahme erforderlich ist“, sagt Landkreis-Sprecherin Petra Rappen.

Ausnahmen möglich

Bei den zeitlichen Einschränkungen verweist der Landkreis auf das Bundesnaturschutzgesetz. Danach würden Verbote nicht für zulässige Bauvorhaben gelten, „wenn nur geringfügiger Gehölzbewuchs zur Verwirklichung der Baumaßnahmen beseitigt werden muss“. Außerdem sei unter Beachtung artenschutzrechtlicher Belange eine entsprechende Genehmigung für die noch notwendigen Rückschnitte erteilt worden.

Inzwischen hat sich der Landkreis mit der Wohnungsgenossenschaft Union (WGU) Wismar in Verbindung gesetzt. Danach sind die Arbeiten noch nicht abgeschlossen. Sie sollen im Mai fortgesetzt werden. Die Genossenschaft wolle vorher die Mieter über die weiteren Arbeiten informieren. Das hat die WGU auch gegenüber der OZ bestätigt und das Versäumnis der fehlenden Vorabinformation eingeräumt. Eine Ersatzpflanzung soll vorgenommen werden, so der Vorstand.

Zum Grund der Fällarbeiten sagt der Landkreis: „Äste ragen vom Grundstück der Wohnungsgenossenschaft Union weit über die Grundstücksgrenze. Der Rückschnitt dieser Äste ist für den Aufbau des Containerersatzbaus unbedingt erforderlich.“

Der Landkreis hat das Grundstück für die Containerschule von der Hansestadt gepachtet.

Heiko Hoffmann

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