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Wismar Afrikanische Tiere im Garten
Mecklenburg Wismar Afrikanische Tiere im Garten
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12:25 21.12.2018
Erich Smolarek (79) neben seinem Nilpferd. Quelle: Haike Werfel
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Neuburg

Es hat sich herumgesprochen: In Neuburg, am Fuße des Wallbergs, gibt es einen außergewöhnlichen Tiergarten. Ausschließlich afrikanische Tiere sind hier zu bestaunen. Und das ganz ungefährlich. Denn sie sind aus Beton.

Erschaffen hat die Skulpturen Erich Smolarek. Elf an der Zahl: Elefant, Giraffe, Strauß, Zebra, Warzenschwein, ein Nilpferd, das auf dem Rücken liegt, drei Erdmännchen, ein Erdferkel und ein Kronenkranich. Einige seiner Betontiere hat er in Lebensgröße hergestellt. Mit ihren sieben Metern ein absoluter Hingucker ist die Giraffe. „Sie ist anderthalb Meter größer als die größte lebende ihrer Art“, sagt der 79-Jährige. „Zehn Personen passen darauf.“ Und hast du nicht gesehen, ist der sportliche Senior zügig den Giraffenhals hinaufgeklettert.

Der frühere Abenteurer und Weltenbummler Erich Smolarek (79) hat in seinem Sommerdomizil in Neuburg elf afrikanische Tiere aus Beton gebaut und aufgestellt.

Vor 20 Jahren fing alles an. Erich Smolarek, in Wismar geboren und in Neu Nantrow aufgewachsen, übernahm nach dem Tod seines Bruders dessen Grundstück mit Häuschen in Neuburg. „Mein Enkel wollte ein Baumhaus“, erzählt er. „Aber mein Nachbar und ich hatten so viel Bauschutt. Da kam mir die Idee, den zu verbauen.“ So entstand der Elefant, eine tonnenschwere Skulptur.

„Als der Elefant fertig war, schlug mein Nachbar vor, dass ich nun eine Giraffe bauen könnte.“ Gesagt, getan. Aber diesmal sollte das Betontier innen hohl sein, damit der Enkel darin spielen oder auch mit dem Opa darin schlafen kann. Erich Smolarek war Zeit seines Lebens als Abenteurer unterwegs. In 62 Jobs hat er weltweit gearbeitet, unter anderem auf dem Bau, in einem Tunnel oder auf Staudämmen. „In Australien wollte ich ein Betonboot bauen. Daraus ist zwar nichts geworden. Aber mit dem Material war ich vertraut“, berichtet er.

Zunächst habe er das Skelett aus Koppel- und Maschendraht hergestellt, schildert der geschickte Handwerker seine Herangehensweise. Dann sei Armierungsgewebe, auch Putzbewehrung genannt, erforderlich gewesen, damit der Beton gut hält. Die Muskulatur formt Smolarek mithilfe von Steinen. Um die Beine der Giraffe gießen zu können, nutzt er ein Ofenrohr. Etwa viereinhalb Monate, so schätzt er, baut er an seiner Giraffe, von morgens bis abends an sieben Tagen in der Woche. „Das Haus in Neuburg ist unser Sommerhaus“, sagt er. „Bei gutem Wetter bin ich von April bis Oktober hier. Meine Frau dagegen pendelt.“ Die Eheleute wohnen in Schenefeld bei Hamburg.

Als die Giraffe fertig ist, hat Erich Smolarek die Lust, weiterzumachen, längst gepackt. Er möchte einen Mini-Zoo mit afrikanischen Tieren schaffen. „Sie sind die spektakulärsten“, begründet der Weltenbummler, der auch in einem Nationalpark in Afrika arbeitete. Er hat eine neue Herausforderung für sich entdeckt. 15 Jahre wird er für den Bau seiner elf Betontiere benötigen. „Es ist mein zweitgrößtes Abenteuer“, sagt er heute. Sein größtes war, drei Viertel des Erdballs segelnd zu erkunden. Acht Jahre war der gelernte Elektriker und Matrose mit seiner Yacht auf den Weltmeeren unterwegs.

Nach der Giraffe baut er noch zwei weitere Beton-Hohltiere: ein Zebra und ein Nilpferd. Letzteres stellt er nicht auf die Beine, sondern legt es auf den Rücken. „Damit kleinere Kinder in den Bauch hineinklettern können“, erklärt der sympathische Rentner. Die Innenwände der Bäuche zieren Malereien von weiteren afrikanischen Tieren, ergänzt durch wissenswerte Informationen über sie. Nicht nur die Enkel Jonas und Nele – heute 18 und 15 Jahre alt – haben als Kinder in der Tier-Höhle geschlafen. Erich Smolarek nutzt sie auch gerne für ein Mittagsschläfchen. Denn er steht sehr früh auf, meist gegen fünf Uhr, und macht seinen Frühsport. Nicht von ungefähr kommt, dass der fröhliche Senior noch immer einen Handstand auf dem Rücken des Zebras machen und dabei Mundharmonika spielen kann.

In der Sommersaison empfängt Erich Smolarek – nach Anmeldung – gerne kleine Besucher in seinem Tier-Garten. Aus der Kita oder der Schule „Am Wallberg“ waren schon Kinder da. Auch Passanten, die von den Skulpturen gehört haben, dürfen sie in Augenschein nehmen.

Seit einigen Jahren ist der Wahl-Neuburger Crew-Mitglied der Poeler Kogge „Wissemara“. Hier hält er auch Vorträge, unter anderem über seine Erlebnisse als Abenteurer. Oder er liest aus seinem Buch „Weiter als der Horizont“, das von seiner achtjährigen Seereise erzählt.

Haike Werfel

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