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Wismar Altes Wrack in Wismar: So hat das Schiff mal ausgesehen
Mecklenburg Wismar Altes Wrack in Wismar: So hat das Schiff mal ausgesehen
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18:04 05.05.2019
So hat das Schiff mal ausgesehen. Das Holz stammt aus den Jahren 1184 bis 1190 und ist im heutigen Westschweden geschlagen worden.
So hat das Schiff mal ausgesehen. Das Holz stammt aus den Jahren 1184 bis 1190 und ist im heutigen Westschweden geschlagen worden. Quelle: M. Ditta, LAKD M-V
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Wismar

Wie hat das Schiff mal ausgesehen? Diese Fragen haben sich die Forscher gestellt, seit 2017 ein mittelalterliches Wrack an der Wismarer Hafeneinfahrt gefunden wurde. Seither haben die Archäologen die Funde untersucht, dokumentiert und am Bildschirm visualisiert. Herausgekommen sind nun erste Rekonstruktionen – auch dank des vorhandenen Materials.

Wrack ist in einem guten Zustand gewesen

„Keiner der bisherigen Funde ist so gut erhalten“, berichtet Jens Auer vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege. Die Backbord-Seite sei in einem soliden Zustand vorgefunden worden. Dadurch hätten die Forscher einen Einblick bekommen, wie der Schiffbau im 12. Jahrhundert funktionierte. Außerdem, so Auer, sei das Schiff mit einer Länge von 26 Metern, einer Breite von 8 Metern und einem Mast für diese Zeit sehr groß. „Solche Schiffe wurden damals vor allem von Adligen betrieben“, erklärt der Archäologe. Man gehe davon aus, dass das Schiff dem dänischen König oder dänischen Adligen gehört hat. Denn zu der Zeit habe der dänische König Waldemar II. den Handel erweitert und den Hafen, in dem das Wrack gefunden wurde, genutzt.

Holz ist zwischen 1184 bis 1190 geschlagen worden

Das aus Eichen- und Kiefernholz gebaute Schiff ist älter als die Stadtgründung Wismars. Untersuchungen der Holzproben haben ergeben, dass das Baumaterial aus den Jahren 1184 bis 1190 stammt und im heutigen Westschweden geschlagen worden ist.

Eine weitere Visualisierung Quelle: Lakd M-V

Das Schiff wurde unter zwei anderen Wracks entdeckt. Die wurden 2016 gefunden, als man das Gelände für die geplante Hafenerweiterung nach Munitionsresten absuchte. 2018 sind die Überreste des Schiffes in Schwerin in einer Halle des Landesdenkmalamtes in mit Wasser gefüllten Konservierungswannen eingelagert, danach gereinigt, vermessen und dokumentiert worden. Es war eine moderne Spurensuche dank eines Streifenlicht-Scanners, mit dem auch Polizisten Straftaten dokumentieren und so noch Jahre später einen Tatort visuell begehen können.

Kerstin Schröder

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