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Wismar Traditionsschiff „Atalanta“: Mit sechs Knoten von Wismar nach Rostock zur Hanse Sail
Mecklenburg Wismar Traditionsschiff „Atalanta“: Mit sechs Knoten von Wismar nach Rostock zur Hanse Sail
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18:58 08.08.2019
Der Lotsenschoner „Atalanta“ hat sich am Mittwoch auf den Weg vom Heimathafen in Wismar nach Rostock zur Hanse Sail gemacht. Quelle: Michaela Krohn
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Wismar/Rostock

Mit einer Geschwindigkeit von etwa sechs Knoten hat sich der Lotsenschoner „Atalanta“ am Mittwochmorgen vom Heimathafen in Wismar auf den Weg zur Hanse Sail nach Rostock gemacht. Die elf Crewmitglieder sind ein eingeschworenes Team und fahren jedes Jahr zusammen zur Sail. Wichtig ist das vor allem auch, um das 1901 gebaute Traditionsschiff am Leben zu halten.

Auf spiegelglatter Ostsee: Wind weg, Maschine an

Punkt 10 Uhr legt Kapitän Lutz Sünkeler mit der „Atalanta“ im Wismarer Alten Hafen ab. Die Tour mit Gästen an Bord wird etwas mehr als acht Stunden dauern. Es geht an Poel, Rerik, Kühlungsborn und Heiligendamm vorbei. Der vorhergesagte Wind bleibt größtenteils aus. Die Crew setzt dennoch einmal kurz einen Teil der Segel – die Gäste an Bord wollen schließlich etwas zu gucken haben. Tempo kann der 36 Meter lange Schoner damit allerdings nicht machen. Es geht mit Maschinenkraft mit einer Geschwindigkeit von etwa sechs Knoten, umgerechnet etwas mehr als elf km/h.

So schön war die Überfahrt der „Atalanta“ von Wismar nach Rostock zur Hanse Sail

Nicht so schlimm. Die 67 Menschen an Bord amüsieren sich trotzdem. Für sie ist es ein Erlebnis. Viele machen diesen Törn von Wismar zur Hanse Sail schon seit Jahren mit. Andere sind ganz spontan auf die Idee gekommen, so wie Kerstin und Dieter Schmidt. Die beiden Nürnberger machen zurzeit Urlaub in Wismar und hatten sich kurzerhand entschieden, mitzusegeln. „Es ist einfach toll. An Bord passiert eigentlich nicht viel und trotzdem geht die Zeit schnell rum. Die Crew kümmert sich bestens um die Passagiere“, sagt Urlauberin Kerstin Schmidt, als sie sich lässig gegen die Reling lehnt und den Blick auf die Ostsee genießt.

Freie Plätze für spontane Mitsegler auf „Atalanta“ und „Wissemara

Und genau diese Gäste sind für Traditionsschiffe wie die „Atalanta“ oder die Poeler Kogge „Wissemara“ so wichtig. Beide Schiffe sind jedes Jahr zur Hanse Sail zusammen mit rund 170 anderen unterwegs und werden durch die ehrenamtliche Arbeit ihrer jeweiligen Fördervereine und deren Mitglieder am Leben erhalten. Wichtigste Einnahmequelle sind die Ausfahrten, die zu maritimen Veranstaltungen, wie der Hanse Sail in Rostock oder dem Schwedenfest in Wismar, angeboten werden.

Die Poeler Kogge „Wissemara“ läuft ebenfalls zur Hanse Sail 2019 in Warnemünde ein. Quelle: Dietmar Lilienthal

Wer auf der „Atalanta“ spontan mitsegeln will, kann dies noch am Freitag tun. Auf der „Wissemara“ sind noch Plätze für den Törn am Montag von Rostock nach Wismar frei.

OZ-Redakteurin Michaela Krohn klettert die Takelage des Lotsenschoners „Atalanta“ hoch. Das Schiff war am Mittwoch vom Heimathafen in Wismar zur Hanse Sail nach Rostock unterwegs. Quelle: Andrea Walter

Ohne das Kombüsen-Team läuft nichts an Bord

Damit es den Mitseglern auf der „Atalanta“ an nichts fehlt, wirbeln unter Deck vor allem die Frauen in der Kombüse. Brigitte Träger, Ines Skerra und ihre Zwillingsschwester Andrea schmieren dort nicht nur Schnittchen, schälen Kartoffeln und kochen ihren „legendären Erbseneintopf“. Sie kümmern sich auch um die Gäste an Bord, fragen nach Wünschen, bringen Kaffee und Tee auch mal bis ganz nach vorn zum Bug. Kapitän Lutz Sünkeler weiß: „Ohne sie läuft hier nichts.“

Das Kombüsen-Team der „Atalanta“. Der Lotsenschoner ist am Mittwoch von Wismar zur Hanse Sail nach Rostock gefahren. Quelle: Michaela Krohn

Auf Höhe Rerik werden die Wolken draußen auf der Ostsee immer dunkler. Und dann ist er da: der Regen. Wer keine wasserdichte Kleidung dabei hat, verzieht sich schnell unter Deck. Nur ein paar mutige Passagiere und die Crew bleiben oben. Als der Schauer vorüber ist, ist am Horizont noch ganz blass ein imposanter Großsegler zu sehen. Ein Blick auf den Radarschirm genügt: Es ist das russische Segelschulschiff „Kruzenshtern“.

Nach sieben Stunden auf See: Warnemünde in Sicht

Stunden später rückt die Hafeneinfahrt nach Warnemünde näher, bei Sonnenschein übrigens. Gleichzeitig erhöht sich auch das Aufkommen der Schiffe, der Funkverkehr wird aufmerksam abgehört. Mittwoch ist der Hauptanreisetag für die angemeldeten Segler aus insgesamt 14 Nationen.

Mitsegeln

Ein paar Plätze haben die Wismarer Segelschiffe für Gäste noch frei.

Die „Atalanta“ legt am Freitag um 12 Uhr im Rostocker Stadthafen von Liegeplatz NK4 (Höhe alte Neptunwerft) ab. Der Törn dauert rund vier Stunden und kostet 60 Euro. Kinder von 7 bis 12 Jahre zahlen 35 Euro, Kinder bis 6 Jahre frei. Buchung unter www.hansesail.com/mitsegeln.

Die „Wissemara“ hat noch freie Plätze für den Törn am Montag von Rostock nach Wismar. Die Überfahrt kostet 60 Euro. Los geht es um 9 Uhr. Kontakt: Telefon 03841/30 43 10.

Als die „Atalanta“ an ihrem angestammten Hanse-Sail-Liegeplatz an der alten Neptunwerft festmacht, ist es kurz nach 18 Uhr. Für das Anlegemanöver heißt es noch mal höchste Konzentration. Schließlich stehen an der Kaikante schon ein paar Zuschauer. Als nur noch die Fender das Schiff von der Hafenkante trennen und die Leinen festgemacht sind, gibt es Applaus für die Mannschaft. Nach einem Tag auf See heißt es für die Crew nun: Feierabend – vorerst. Denn auf der Sail erwarten sie mindestens zwei Törns am Tag, bevor es am Montag wieder zurück in den Heimathafen Wismar geht.

Mehr zum Thema: Hanse Sail 2019: Diese Schiffe laden zum Mitsegeln ein

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Unterwegs bei der Hanse Sail: die „Atalanta“ aus Wismar

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Von Michaela Krohn

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