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Wismar Auf diesen Straßen in Nordwestmecklenburg kracht es am häufigsten
Mecklenburg Wismar Auf diesen Straßen in Nordwestmecklenburg kracht es am häufigsten
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10:16 27.08.2019
Unfallschwerpunkt Gägelower Kreuzung. Die gemeinsamen Grün-Phasen für Fahrzeuge aus Richtung Proseken und aus Richtung Gägelow sind jetzt getrennt. Quelle: Haike Werfel
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Wismar

Mehr Verkehrsunfälle, mehr Tote und Schwerverletzte auf Nordwestmecklenburgs Straßen. Die Bilanz für 2018 hat sich im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert. Laut Unfallkommission des Landkreises gibt es 17 Bereiche, in denen es immer wieder kracht.

Unfallschwerpunkte in NWM Quelle: Arno Zill

Gägelower Kreuzung

Ein solcher Unfallschwerpunkt ist die große Kreuzung in Gägelow. „Hier haben sich allein 2018 acht Unfälle ereignet. Seit 2015 gab es neun Unfälle, bei denen Personen verletzt wurden“, berichtet Peter Barkowski, Vorsitzender der Kommission. Letztere hat deshalb beschlossen, die Ampelphasen zu ändern. Bisher hatten Autofahrer, die aus Proseken und aus Gägelow kommen, gleichzeitig Grün. Diese gemeinsame Grün-Phase wurde getrennt. Jetzt muss nicht mehr auf den Gegenverkehr geachtet werden, weil dieser Rot hat. „Wir werden sehen, ob diese Maßnahme ausreichend ist“, sagt Barkowski. Bis zum Spätherbst soll es an verschiedenen Tagen und zu verschiedenen Zeiten Verkehrsschauen geben.

Auf diesen Straßen in Nordwestmecklenburg kracht es häufiger als anderswo.

Umgehungsstraße Schönberg

Auch der Kreuzungsbereich B 104/L 01 bei Schönberg in Höhe des dortigen Betonwerkes – auf dem Weg von der oder zur Autobahn 20 – ist in den Fokus der Kommission gerückt. Hier gab es zwischen 2015 und 2018 vier Unfälle mit Verletzten. Ursache sind Vorfahrts- und Abbiegefehler. „Die Kreuzung wird nun mit einer Ampelanlage ausgerüstet. Die Arbeiten werden im Herbst beginnen“, kündigt Barkowski an.

B 105 am Dassower See

Auf der B 105 entlang des Dassower Sees kommt es ebenfalls immer wieder zu schweren Verkehrsunfällen. Gefährdet seien laut Kommission vor allem Motorradfahrer. In jüngerer Vergangenheit ereigneten sich zwei Unfälle, bei denen Biker schwer verletzt wurden. Der kurvenreiche Abschnitt zwischen Zarnewenz (Gemeinde Selmsdorf) und Dassow habe es in sich. Auf der Strecke ist die Geschwindigkeit bereits auf 70, in manchen Kurven auf 50 km/h heruntergesetzt. Ob das Tempolimit eingehalten wird, will die Kommission nun verstärkt überwachen. „Außerdem werden die Schutzplanken in den Kurven mit einem sogenannten Unterfahrerschutz ausgerüstet. Der soll Motorradfahrer im Falle eines Sturzes schützen“, erläutert der Vorsitzende.

Hier hat es einen Motorradfahrer aus der Kurve getragen. Quelle: Polizei

A-20-Auffahrt Wismar-Mitte

Ein Gefahrenschwerpunkt ist auch die Autobahn-Anschlussstelle Wismar-Mitte an der B 208. In den letzten drei Jahren kam es in diesem Bereich zu fünf Unfällen, bei denen Menschen schwer verletzt wurden. Hier sollen zusätzliche Achtungszeichen auf die Unfallgefahr hinweisen. „Der Bereich gilt mit den beiden Kreuzungen und der dazwischenliegenden Kuppe als besondere Örtlichkeit“, erläutert der Experte. „Wir mussten zunächst konkrete Standorte für die Verkehrszeichen bestimmen, damit wir eine optimale Wahrnehmung für die Autofahrer erzielen.“ Die Anordnung soll bis Monatsende erfolgen, kurz danach werden die Schilder installiert. Auch Geschwindigkeitskontrollen wird es weiterhin verstärkt geben. Obendrein will die Kommission an beiden Kreuzungen prüfen, ob Ampelanlagen den Unfallschwerpunkt entschärfen können.

B 105 Abzweig Lischow

Auch am Abzweig nach Lischow (Gemeinde Neuburg) auf der B 105 kommt es in den letzten Jahren immer wieder zu Zusammenstößen. Seit 2015 waren fünf schwere Unfälle zu verzeichnen. Es handelt sich vorwiegend um Auffahrunfälle. Um hier gegenzusteuern, gibt es in diesem Bereich eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 auf 70 km/h. Sie wird laut Barkowski voraussichtlich Mitte September angeordnet. Zusätzlich soll ein Achtungszeichen aus Richtung Wismar kommend auf Linksabbieger hinweisen.

Wismar-Lübow

Die Landesstraße 102 von Wismar nach Lübow birgt trotz Tempolimit ebenfalls Gefahren. Unmittelbar hinter dem Ortsausgang Wismar ereigneten sich zwei sogenannte Baumunfälle. Die Kommission will deshalb Schutzplanken entlang der Strecke installieren. „Ob es durchgängig möglich ist, scheint aufgrund der knappen Platzverhältnisse derzeit fraglich. Alternativ sollen die Bäume in den Kurvenaußenbereichen mit Einzelbeplankungen versehen werden“, erklärt Peter Barkowski.

B 106 Abzweig Moidentin

Auch der Abschnitt der B 106 zwischen Dorf Mecklenburg und dem Abzweig nach Moidentin hat es in sich. Hier waren Vorfahrtsfehler und Unfälle mit Baumberührungen zu verzeichnen. Deshalb wurden die Geschwindigkeiten aus Richtung Schwerin auf 60 km/h und aus Richtung Wismar auf 80 km/h reduziert sowie Schutzplanken installiert.

L 10 Abzweig Tüzen

Nach einem Motorradunfall mit Schwerverletzten auf der Landesstraße 10 zwischen Goldberg und dem Abzweig Tüzen prüft die Kommission eine Sonderlösung. Sie will den Kurvenbereich mit PVC-Richtungstafeln (rote Pfeile auf weißem Grund) ausstatten. Die sind im Gegensatz zu Metallschildern flexibel im Falle eines Aufpralls. Zusätzlich werden Verkehrsdaten erhoben, die gegebenenfalls Anlass zur Geschwindigkeitsreduzierung geben.

Unter Beobachtung der Unfallkommission stehen des Weiteren die Kreuzung Grüner Weg/Wismarsche Straße in Grevesmühlen sowie die Bundesstraße 104 zwischen Lützow und Gadebusch.

Weitere Unfallschwerpunkte

Weitere aktuelle Unfallschwerpunkte sind laut Unfallkommission des Landkreises der Bereich B 104, Einmündung in die B 208 in Richtung Ratzeburg sowie in die Rehnaer Straße; die Landesstraße 03 in Höhe Nienmark; die Landesstraße 02 bei Köchelstorf; die Raddingsdorfer Kreuzung L 01/L 02; die Landesstraße 01 von Schlagbrügge zur Landesgrenze Schleswig-Holstein und die Kreuzung der Kreisstraßen 26 und 27 in Reinhardtsdorf.

Zur Unfallkommission gehören Vertreter der Polizei, des Straßenbauamtes Schwerin mit den Straßenmeistereien sowie die Verkehrsbehörden der Kreisverwaltung.

Im Spätherbst findet die nächste Beratung der Unfallkommission statt.

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Von Haike Werfel

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